Die Kakao-Kooperative Cacvra in Peru

Gegründet wurde CACVRA bereits im Jahr 1970 um mit dem Transport- und Vermarktungsmonopol der Zwischenhändler zu brechen und bessere Preise für Kaffee und Kakao zu erzielen. In der Folge musste die Kooperative noch viele Probleme bewältigen, bevor sie 2004 erste Verkäufe unter Fairtrade-Bedingungen abwickeln konnte.


Ort/Land
La Mar, Peru PE

FLO-ID
2663

Organisationsform
Kooperative

Fläche
6022.00 ha

Gründung
1970

Zertifizierung
2004

Bäuerinnen / Bauern
1763

Teaserbild

 

Aus Fairtrade-Prämie realisierte Projekte

Bildung:
- Bau von Schulen in ländlichen Gebieten
- Workshops zu verschiedenen Themen für alle Mitglieder
- Ermöglichen eines Radioprogrammes

Infrastruktur:
- Kauf von Computern und Finazierung von technischer Unterstützung

Einrichtung eines Sozialfonds

 

"Dank Fairtrade haben wir gute Handelsbeziehungen zu wichtigen Partnern."

Lui Diaz Aylas, Kakaobauer und Mitglied von Cacvra

Bereits in den 50er Jahren wanderten zahlreiche indigene Kleinbauern und Kleinbäuerinnen aus dem Andenhochland in den Südosten Perus, in das Tiefland des Rio Apurimac-Tales, in der Hoffnung, dort günstigere Lebensbedingungen zu finden. Das dünn besiedelte Gebiet im Randbereich des Amazonasbeckens lockt mit seinen natürlichen Ressourcen. Auch die Kleinbauernkooperative CACVRA wurde im Jahr 1970 als Zusammenschluss mehrerer Dorfgemeinschaften in dieser Region gegründet.

 

Schwierige Rahmenbedingungen

Die Kooperative CACVRA ist in ihrer direkten Umgebung mit schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert, die Lage vor Ort gestaltet sich äußerst schwierig. Das Gebiet zählt zu den ärmsten Regionen des Landes. Die Lebenserwartung liegt deutlich unter dem Landesdurchschnitt, die Analphabetenrate deutlich darüber. Über 40% der Kinder sind deutlich unterernährt, die Infrastruktur unterentwickelt, das Bildungs- und Gesundheitssystem unzureichend. Das Gebiet gilt außerdem als eines der Rückzugs- und Einflussgebiete des "Sendereo Luminoso" - der peruianischen Guerillabewegung. Die offizielle Armee ging bei ihren Gegenschlägen oft schonungslos gegen die Bevölkerung vor und auch die unabhängigen Kooperativen von Kakao- und KaffeeproduzentInnen gerieten in den 1980er und 1990er Jahren immer wieder zwischen die Fronten.

 

Demokratische Strukturen trotz widriger Umstände

CACVRA ist es in diesem schwierigen Kontext dennoch gelungen, die demokratischen Strukturen und die gemeinsame Vermarktung von Kaffee und Kakao aufrecht zu erhalten und die ca. 1000 Mitgliederfamilien mit Beratungen, Krediten und bei der Bio-Zertifizierung zu unterstützen. Derzeit werden bereits zwei Drittel der Kaffee- und Kakaoproduktion organisch-biologisch angebaut. Tendenz steigend. Für die indigenen ProduzentInnen ist der Bio-Landbau die logische Fortsetzung ihres traditionellen und behutsamen Umgangs mit der "Pacha Mama", der Mutter Erde.

Das oberste Gremium der Kooperative ist die Generalversammlung der Delegierten der 34 Lokalkomitees. Zusätzlich gibt es ein Aufsichtskomitee, ein internes Prüfungskomitee zur Prüfung der Auflagen durch die Bio- und Fairtrade-Zertifizierung und ein Bildungskomitee, das vor allem von der Fairtrade-Sozialprämie profitieren soll. Der Vorstand und das Aufsichtsratkomitee werden von der Generalversammlung auf ein Jahr gewählt.

EZA Fairer Handel GmbH

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