Die Fairtrade-Produzenten

Hinter jedem Produkt stehen Menschen

Auf der Weltkarte sehen Sie eine Auswahl der Fairtrade-Produzenten, deren Produkte und Rohstoffe in der Schweiz verkauft werden*. Mit den Filtern können Sie bequem nach Produkten und/oder Ländern suchen.

Die Gold-Minenorganisation Municipal de Ananea

Peru ist eines der bedeutendsten Goldproduktionsländer weltweit. Neben den grossen internationalen Bergbaufirmen gibt es viele kleinere Minen, welche die Mehrheit der Arbeitskräfte im Gold-Bergbau repräsentieren. Eine davon ist die Kooperative Minera Municipal de Ananea in der südperuanischen Region Puno. Sie ist eine der zehn Kooperativen, die zusammen die Dachorganisation CECOMSAP – Central de Cooperativas Mineras San Antonio de Poto – bilden.

Ort/Land
Ananea, Peru PE

FLO-ID
38581

Organisationsform
Mine

Fläche
46.50 ha

Zertifizierung
2018

Bergbau
38


Über die Kooperative

Die Bevölkerung von Ananea lebt traditionell von der Alpakazucht und Wollproduktion. Obwohl diese Arbeit ein wichtiger Teil ihrer Identität ist, bot sie diesen Menschen nicht genügend wirtschaftliche Perspektiven. Deshalb haben die Bewohner von Ananea im Goldabbau eine alternative Betätigung gefunden, um ihre Armut zu überwinden.

Die Cooperativa Minera Municipal de Ananea Ltda. wurde im Jahr 2000 von 140 Genossenschaftern gegründet. Aufgrund von Arbeitsmangel, tiefen Einkünften und aus anderen Gründen sank die Anzahl der Genossenschaftsmitglieder nach und nach. Seit einigen Jahren sind es noch 36, davon 14 Gründungsmitglieder. Die Mine der Kooperative befindet sich auf einer Höhe von 4680 bis 4900m. Die Mehrheit der Arbeiter wohnt in Ananea, einige auch in der Stadt Juliaca.

Der Anfang der Betriebstätigkeit der Kooperative war durch Informalität und die Absenz jeglicher schwerer Maschinen gekennzeichnet, doch dank wachsender Einkünfte und mit der Unterstützung ihrer Dachorganisation CECOMSAP begann sie den Prozess der Formalisierung, welche sie im Jahr 2017 abschloss. Der Export wird über CECOMSAP organisiert.

Aus Fairtrade-Prämie realisierte Projekte

 Umwelt:

  • Wartung der Absetz- und Wasserklärungsbecken zur Prävention von Umweltverschmutzung
  • Installation einer Retorte die Rückgewinnung des Quecksilbers bei der Trennung vom Rohgold

Infrastruktur und Produktivität:

  • Verbesserung der Goldverarbeitungsanlage zur Steigerung der Reinheit und zur Prävention von Umweltverschmutzung

Verbesserung der Arbeitsbedingungen:

  • Kauf von Schutzkleidung für die Arbeiter
  • Anschaffung von Funkgeräten zur Verbesserung der Kommunikation zwischen den Arbeitern
  • Installation eines Wassertanks und eines Boilers für Warmwasser im Büro der Kooperative für die Arbeiter

Soziale Projekte:

  • Geschenkkörbe als Weihnachtsgeschenke für alle Arbeiter der Kooperative

Bildung:

  • Teilnahme des Prämienkomitees an einem Kongress in Lima
  • Weiterbildungen von Genossenschaftern zu den Themen Buchhaltung, Geldwäsche und Genossenschaftswesen

 

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Bäuerinnen und Bauern, Arbeiterinnen und Arbeiter auf der ganzen Welt sorgen dafür, dass wir täglich ein umfangreiches Warenangebot vorfinden. 70% der Weltbevölkerung ernährt sich von Lebensmitteln, die von 500 Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern angebaut wurden. Landwirtschaft ist die bedeutendste Einkommens- und Beschäftigungsquelle für arme Haushalte in ländlichen Gebieten, 40% der gegenwärtigen Weltbevölkerung bestreitet aus ihr ihren Lebensunterhalt.

Das weltweite Handelssystem sorgt dafür, dass die Vorteile des Welthandels ungerecht verteilt sind und die Menschen am Anfang der Lieferkette in sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern mit schlechteren Ausgangsbedingungen, weniger Einfluss und prekäreren Arbeits- und Lebensverhältnissen zu kämpfen haben.

Ausserdem sind kleinbäuerliche Betriebe vom Klimawandel am härtesten betroffen. Nutzflächen der Grössenordnung von 12 Millionen Hektar pro Jahr werden wegen Wüstenbildung und Dürre unbebaubar. Bereits ein geringer Temperaturanstieg von 1°C führt zu Ernteeinbussen von 5-10% für die verbreitetsten Getreidearten. In den letzten zehn Jahren des 20. Jahrhunderts lebten 99 von 100 Menschen, die in klimabedingten Naturkatastrophen ums Leben kamen, in ärmeren Ländern.

Rechte stärken, Lebensalltag verbessern

Fairtrade ermöglicht es Produzentinnen und Produzenten aus Regionen wie Afrika, Asien und Lateinamerika, zu einer einflussreichen Kraft für Veränderungen in ihrem Umfeld zu werden und selbstbestimmt ihre Zukunft zu gestalten.

Rund 1.66 Millionen Bäuerinnen und Bauern sowie Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen aus 75 Anbauländern profitieren derzeit von ihrer Beteiligung an Fairtrade. Bäuerinnen und Bauern schliessen sich in demokratischen Organisationen zusammen, die ihre Interessen auf dem Markt besser vertreten und über gemeinsame Anschaffungen und Fortbildungen ihre Ernteerträge erhöhen. Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen erhalten durch Fairtrade die Unterstützung, ihren Rechten und Bedürfnissen über demokratische Interessenvertretungen wie Gewerkschaften eine einflussreiche Stimme zu verleihen und bessere Arbeitsbedingungen sowie eine stabilere Lohnsituation zu erreichen.

Prämie und politische Teilhabe

Sie alle profitieren von der Fairtrade-Prämie, die Projekte zur Verbesserung ihres eigenen Lebensalltags  und des Alltags ihrer Familien und ihrer Umgebung finanziert: Bildung, Gesundheitsversorgung, Verbesserungen der Wohnsituation und Massnahmen zur Steigerung der Produktivität landwirtschaftlicher Kleinbetriebe.

Im Fairtrade-System verfügen sie als Mitglieder der Produzentennetzwerke Fairtrade Africa, Network of Asian and Pacific Producers (NAPP) und Coordinator of Fairtrade Latin America and the Caribbean (CLAC) über 50% der Stimmen in der Fairtrade-Generalversammlung.

Fairtrade-Produzenten-Karte

Erfahren Sie mehr über die Produzenten und wie Fairtrade für die Kleinbauernfamilien und Plantagenarbeiterinnen und -arbeiter einen Unterschied macht. Filtern Sie bequem nach den Produkten und Orten, die Sie interessieren.