Fairtrade-Bananen

So funktioniert der faire Handel

Das Produkt, welches die meisten Konsumentinnen und Konsumenten mit Fairtrade Max Havelaar in Verbindung bringen, wurde 1997 lanciert. Die Banane ist nach zertifiziertem Kaffee, Honig, Kakao, Rohzucker und Tee das erste Frischprodukt mit dem Fairtrade-Label. Heute stammt mehr als jede zweite in der Schweiz verkaufte Banane aus fairem Handel.

Über 100 Produzentenorganisationen in der tropischen und subtropischen Klimazone bauen Fairtrade-Bananen an. Die meisten zertifizierten Kleinbauernkooperativen und Plantagen befinden sich in Kolumbien, der Dominikanischen Republik und Peru.

Produktinfos Schweiz

  • Lancierung: 1997
  • Herkunft: Costa Rica, Dominikanische Republik, Ecuador, Kolumbien, Mexiko, Panama, Peru
  • Absatz: 34'709 t (2016) - Absatzentwicklung Bananen
  • Marktanteil: 54% (Detailhandel geschätzt)
  • Bioanteil: 58%
  • Qualitäten: Konventionelle und Bioqualität, Sorte Cavendish, Baby-Bananen (Diploides Genom), Gemüsebananen/Kochbananen

Factsheet

Fairtrade-Bananen

Alles Wissenswerte über die Fairtrade-Bananen auf einen Blick.

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Die Fairtrade-Bananenbauern

Erfahren Sie woher die Fairtrade-Bananen kommen und lernen Sie die Bananenproduzenten kennen.

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Fairtrade Standards

Fairtrade stellt nicht nur Anforderungen an den Anbau, sondern auch an die Wertschöpfungskette.

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Herausforderungen

Der Preisdruck im Bananenhandel war und ist noch immer enorm. Dies bekommen insbesondere die Kleinbauernfamilien und Arbeiter zu spüren. Deshalb setzt sich Fairtrade seit 20 Jahren für bessere Bedingungen im Bananenanbau ein – sowohl bei Kleinbauernkooperativen als auch auf Plantagen.

Tiefe und schwankende Marktpreise

Die Einkaufsmacht und der Preisdruck der europäischen und nordamerikanischen Supermärkte sind stark gewachsen und haben die Macht der fünf multinationalen Bananenkonzerne weitgehend abgelöst. Dennoch hat sich für die Produzenten wenig geändert: Die tiefen und schwankenden Marktpreise vermögen die Kosten einer besseren und nachhaltigen Produktion oft nicht zu decken.

Schlechte Arbeitsbedingungen

Beschäftigte auf Bananenplantagen werden oft schlecht bezahlt und haben keine permanenten Arbeitsverträge. Dies bedeutet eine tiefe Jobsicherheit und auch soziale und medizinische Leistungen sind nicht gedeckt. Zudem werden Überzeit und Ferien oft nicht bezahlt.

Hoher Pestizideinsatz

Im Bananenanbau werden viele hochgefährliche Pestizide eingesetzt (klassifiziert durch WHO als 1a+1b). Diese haben ernsthafte Auswirkungen auf die Gesundheit der Beschäftigen und der Menschen, die in der nahen Umgebung der Plantagen leben. Auch die Natur leidet unter den Folgen –  Pestizidrückstände im Trinkwasser sind in vielen Anbaugebieten ein Problem.

Warum Fairtrade den Unterschied macht

Stabiler und kostendeckender Mindestpreis

Der Fairtrade-Mindestpreis ist ein Sicherheitsnetz für die Produzenten, das sie vor Preiseinbrüchen schützt und einen nachhaltigen Anbau ermöglicht. Dies führt zu einer besseren Einkommenssituation und mehr finanzieller Stabilität.

Geregelte und bessere Arbeitsbedingungen

Die Anforderungen bezüglich Arbeitsbedingungen sowie Versammlungs- und Gewerkschaftsfreiheit sind umfassend und streng. Dazu gehören permanente Arbeitsverträge, bezahlte Überzeit und Ferien sowie verbesserter Gesundheitsschutz durch Schutzkleidung.

Selbstbestimmung und Verantwortung

Dank Organisation und Zusammenschluss in demokratisch organisierten Kooperativen und Arbeitergremien auf Plantagen übernehmen Kleinbauern und Arbeiterinnen mehr Verantwortung und können ihre Zukunft selbstbestimmter gestalten.

Fairtrade-Prämie

Zusätzlich zum Verkaufspreis erhalten die zertifizierten Betriebe eine Fairtrade-Prämie (rund 5.5 Rappen pro Kilogramm). Dies ermöglicht Kleinbauernkooperativen nebst Investitionen in Produktivität und Qualität, Entwicklungsprojekte, wie den Bau von Schulen, Investitionen in Wasserprojekte oder medizinische Versorgung. Bei Plantagenarbeitern stehen Entwicklungsprojekte für die Dorfgemeinschaften sowie die Verbesserung der Situation der Arbeiter selbst im Zentrum. Dazu gehört auch dass in einigen Fällen ein Teil der Prämie für bessere Löhne eingesetzt wird.

Schutz der Umwelt

Bei Fairtrade gilt seit langem ein konsequentes Verbot der gefährlichsten Pestizide. Es gibt ausserdem Anforderungen an das Abfallmanagement und den Schutz natürlicher Ressourcen mit beispielsweise Pufferzonen um die Plantagen. Darüber hinaus wird der biologische Anbau mit einer zusätzlichen Bioprämie gefördert.

Fairtrade in Zahlen

Zahlen zu Fairtrade-Bananen aus dem Monitoringbericht von Fairtrade International, siebte Ausgabe 2015.