Die Fairtrade-Produzenten

Hinter jedem Produkt stehen Menschen

Auf der Weltkarte sehen Sie eine Auswahl der Fairtrade-Produzenten, deren Produkte und Rohstoffe in der Schweiz verkauft werden*. Mit den Filtern können Sie bequem nach Produkten und/oder Ländern suchen.

Die Kaffee-Kooperative CECOCAFEN in Nicaragua

Der Dachverband der Kaffeekooperativen des Nordens (CECOCAFEN) wurde 1997 gegründet. Heute besteht der Zusammenschluss aus zehn Basiskooperativen und zwei Regionalverbänden. CECOCAFEN verfolgt mehrere Ziele: Die Direktvermarktung des Kaffees, umfassende Qualitätssicherung, technische Beratung und Vergabe von Krediten an die Mitglieder zur Verbesserung der Kaffeeproduktion sowie die Wahrung und Verbesserung der finanziellen Unabhängigkeit.

Ort/Land
Matagalpa, Nicaragua NI

FLO-ID
847

Organisationsform
Kooperative

Fläche
10911.00 ha

Produktion
43816.00 t

Gründung
1996

Zertifizierung
1996

Bäuerinnen / Bauern
2182


Teaserbild

 

Aus Fairtrade-Prämie realisierte Projekte

Kontrolle der Kaffeequalität

Vermarktung und Export des Kaffees

Mehrere Projekte zur Stärkung der Rolle der Frau

Projekte zur Adaption an die Auswirkungen des Klimawandes

 

Kaffee aus Nicaragua war in der Anfangszeit des Fairen Handels eines der wichtigsten Produkte, sozusagen DAS Symbol für internationale Solidarität. Die sandinistische Revolution, die 1979 der Diktatur Somozas ein Ende setzte, schuf Grundlagen für eine eigenständige Entwicklung des Landes und seiner Bevölkerung. Wesentliche Elemente der Revolution waren etwa die Bodenverteilung, die Verstaatlichung von Plantagen und der Aufbau sowie die Vernetzung von Agrargenossenschaften. Nach der Niederlage der SandinistInnen im Jahr 1990 und der erneuten Privatisierung gelang es zunächst nur wenigen Kooperativen, ihre Aktivitäten fortzusetzen. In einigen Fällen aber blieb der Wille der KleinproduzentInnen ungebrochen, trotz allem gemeinsam für die Verbesserung ihrer Situation zu sorgen. Ende der 1990er Jahre erlebte das Genossenschaftswesen in Nicaragua neuen Aufschwung. CECOCAFEN war und ist einer der Promotoren der kooperativen Bewegung in Nicaragua.

 

Teaserbild

Die Mitglieder von CECOCAFEN

Die rund 2.600 Mitglieder von CECOCAFEN sind in Basiskooperativen organisiert. Jede Basiskooperative wählt zwei Delegierte und ist dadurch in der Generalversammlung vertreten. Die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern von CECOCAFEN leben weit verstreut in teilweise nur schwer zugänglichen Dörfern in den Departements Matagalpa, Nueva Segovia und Jinotega. Viele der Familien besitzen erst seit der sandinistischen Revolution ihr eigenes Land. Kaffee stellt meist die einzige Verdienstquelle dar. Aus diesem Grund betreibt CECOCAFEN bereits seit einigen Jahren ein Diversifizierungsprogramm, um die einseitige Abhängigkeit der Mitglieder von der "Cashcrop" Kaffee zu reduzieren. Gefördert wird der Anbau von anderen Kulturpflanzen und deren Vermarktung über die Strukturen der Organisation.

 

Teaserbild

Förderung der Kleinbäuerinnen & Jugendlichen

Ein besonderes Anliegen CECOCAFENs ist die Partizipation der Frauen - sowohl in den Kooperativen als auch auf Gemeindeebene. Die rund 700 weiblichen Mitglieder werden besonders gefördert: Es geht um die Entwicklung von "leadership", Teilhabe an der Entscheidungsfindung, Einkommen schaffende Maßnahmen und die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen. Auch die Einbindung der Jugendlichen ist ein wichtiges Anliegen. Sie werden in eigene Jugendorganisationen eingebunden und profitieren durch ein Bildungs- und Stipendienprogramm.

 

Stärkung der wirtschaftlichen Eigenständigkeit

Seit 1999 ist CECOCAFEN im Besitz einer eigenen Trockenverarbeitungsanlage. Seit der Installation der zentralen Verarbeitungsanlage kontrolliert CECOCAFEN den gesamten Prozess von der Übernahme des Kaffees über seine Trocknung, Lagerung, Aufbereitung, Qualitätskontrolle bis zur Vermarktung bzw. dem Export. Damit wurden die KleinproduzentInnen CECOCAFENs über ihre Organisation zu direkten TeilhaberInnen an der gesteigerten Wertschöpfung.

Informationen zur Verfügung gestellt von:

EZA Fairer Handel GmbH

Zurück

Bäuerinnen und Bauern, Arbeiterinnen und Arbeiter auf der ganzen Welt sorgen dafür, dass wir täglich ein umfangreiches Warenangebot vorfinden. 70% der Weltbevölkerung ernährt sich von Lebensmitteln, die von 500 Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern angebaut wurden. Landwirtschaft ist die bedeutendste Einkommens- und Beschäftigungsquelle für arme Haushalte in ländlichen Gebieten, 40% der gegenwärtigen Weltbevölkerung bestreitet aus ihr ihren Lebensunterhalt.

Das weltweite Handelssystem sorgt dafür, dass die Vorteile des Welthandels ungerecht verteilt sind und die Menschen am Anfang der Lieferkette in sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern mit schlechteren Ausgangsbedingungen, weniger Einfluss und prekäreren Arbeits- und Lebensverhältnissen zu kämpfen haben.

Ausserdem sind kleinbäuerliche Betriebe vom Klimawandel am härtesten betroffen. Nutzflächen der Grössenordnung von 12 Millionen Hektar pro Jahr werden wegen Wüstenbildung und Dürre unbebaubar. Bereits ein geringer Temperaturanstieg von 1°C führt zu Ernteeinbussen von 5-10% für die verbreitetsten Getreidearten. In den letzten zehn Jahren des 20. Jahrhunderts lebten 99 von 100 Menschen, die in klimabedingten Naturkatastrophen ums Leben kamen, in ärmeren Ländern.

Rechte stärken, Lebensalltag verbessern

Fairtrade ermöglicht es Produzentinnen und Produzenten aus Regionen wie Afrika, Asien und Lateinamerika, zu einer einflussreichen Kraft für Veränderungen in ihrem Umfeld zu werden und selbstbestimmt ihre Zukunft zu gestalten.

Rund 1.66 Millionen Bäuerinnen und Bauern sowie Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen aus 75 Anbauländern profitieren derzeit von ihrer Beteiligung an Fairtrade. Bäuerinnen und Bauern schliessen sich in demokratischen Organisationen zusammen, die ihre Interessen auf dem Markt besser vertreten und über gemeinsame Anschaffungen und Fortbildungen ihre Ernteerträge erhöhen. Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen erhalten durch Fairtrade die Unterstützung, ihren Rechten und Bedürfnissen über demokratische Interessenvertretungen wie Gewerkschaften eine einflussreiche Stimme zu verleihen und bessere Arbeitsbedingungen sowie eine stabilere Lohnsituation zu erreichen.

Prämie und politische Teilhabe

Sie alle profitieren von der Fairtrade-Prämie, die Projekte zur Verbesserung ihres eigenen Lebensalltags  und des Alltags ihrer Familien und ihrer Umgebung finanziert: Bildung, Gesundheitsversorgung, Verbesserungen der Wohnsituation und Massnahmen zur Steigerung der Produktivität landwirtschaftlicher Kleinbetriebe.

Im Fairtrade-System verfügen sie als Mitglieder der Produzentennetzwerke Fairtrade Africa, Network of Asian and Pacific Producers (NAPP) und Coordinator of Fairtrade Latin America and the Caribbean (CLAC) über 50% der Stimmen in der Fairtrade-Generalversammlung.

Fairtrade-Produzenten-Karte

Erfahren Sie mehr über die Produzenten und wie Fairtrade für die Kleinbauernfamilien und Plantagenarbeiterinnen und -arbeiter einen Unterschied macht. Filtern Sie bequem nach den Produkten und Orten, die Sie interessieren.