Die Fairtrade-Produzenten

Hinter jedem Produkt stehen Menschen

Auf der Weltkarte sehen Sie eine Auswahl der Fairtrade-Produzenten, deren Produkte und Rohstoffe in der Schweiz verkauft werden*. Mit den Filtern können Sie bequem nach Produkten und/oder Ländern suchen.

Die Baumwoll-Koooperative ACSC "Bio Farmers" in Kyrgyzstan

Die Baumwollkooperative ACSC ("Agricultural commodity and service cooperative") ist eine asiatische Produzentenorganisation im Süden von Kyrgyzstan. Dank fairer Preise und niedrigeren Produktionskosten haben sie ein geringeres finanzielles Risiko zu tragen. Durch Fairtrade-Prämien konnten bereits einige soziale Projekte umgesetzt werden, die zum Gemeinwohl der Bäuerinnen und Bauern beigetragen haben.

Ort/Land
Jalal-Abad, Kirgistan KG

FLO-ID
20294

Organisationsform
Kooperative

Fläche
833 ha

Produktion
973.5 t‬

Gründung
2004

Zertifizierung
2007

Bäuerinnen / Bauern
1054


"Es sind viele Dinge passiert, seit wir 2008 Fairtrade-zertifiziert wurden. Bis 2014 hatten wir nur geringe Mengen von Fairtrade-Verkäufen, aber wir haben die Hoffnung nicht aufgegeben und haben daran geglaubt, dass wir es schaffen können und erfolgreich sein werden. Und das taten wir: Seit 2014 verkaufen wir 60 bis 70 Prozent unserer Baumwolle unter Fairtrade-Bedingungen."

Nurbek Kannazarov Vorsitzender der Kooperative und Baumwollbauer

Mitgliederzahl der Kooperative und der Fairtrade-Mindestpreis als Sicherheitsnetz

Die Größe der Grundstücke von den Bauern reicht von zwei bis zehn Hektar Land. 98 Prozent sind Kleinbauern, die im Durchschnitt zwei Hektar Land bebauen. Unsere Kooperative hat 1425 Mitglieder und 800 von ihnen bauen Baumwolle an. Die anderen Bauern bauen abwechselnd verschiedene Kulturen wie Gemüse an.

Kleine und mittelständische Baumwollbäuerinnen und -bauern stehen weltweit vor Herausforderungen, da die Baumwollpreise auf dem Weltmarkt großen Schwankungen ausgesetzt sind. Für die Fairtrade-zertifizierten Kleinbauernkooperativen stellt der Fairtrade-Mindestpreis hier ein wichtiges Sicherheitsnetz dar.

Neben einem fairen Mindestpreis für die geerntete Baumwolle wird aber auch die Fairtrade-Prämie für Soziales, Infrastruktur und Bildung an die Kooperative ACSC ausbezahlt. Über die Verwendung der Fairtrade-Prämie wird in einem Komittee demokratisch entschieden. Sie ermöglicht es, Projekte umzusetzen, die der gesamten Gemeinschaft zugute kommen.

 

Die Auswirkungen der FAIRTRADE-Prämie auf die Gemeinschaft

Seit dem Jahr 2008 konnte das gewählte Gremium der Kooperative ACSC die regelmäßigen Fairtrade-Prämien bereits in einige erfolgreiche Projekte investieren.

Durch ein professionelles Training der Farmer und technischen Hilfestellungen im Qualitätsmanagement konnten bessere Ernteerträge erzielt werden.Vor allem im Baumwollanbau zieht der hohe Wasserverbrauch zur Bewässerung häufig Probleme nach sich. Die Bäuerinnen und Bauern berichten nun von verbesserter Bodenfruchtbarkeit und einem höheren Wasserhaltvermögen.

Zudem konnte der Gesundheitszustand der Bäuerinnen und Bauern verbessert werden. So wurde z.B.der Zugriff auf biologisch angebaute Nahrungsmittel ermöglicht. Außerdem werden Nebenprodukte der Baumwollproduktion, wie etwa wertvolles Öl der Baumwollsamen verwertet.

 

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Bäuerinnen und Bauern, Arbeiterinnen und Arbeiter auf der ganzen Welt sorgen dafür, dass wir täglich ein umfangreiches Warenangebot vorfinden. 70% der Weltbevölkerung ernährt sich von Lebensmitteln, die von 500 Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern angebaut wurden. Landwirtschaft ist die bedeutendste Einkommens- und Beschäftigungsquelle für arme Haushalte in ländlichen Gebieten, 40% der gegenwärtigen Weltbevölkerung bestreitet aus ihr ihren Lebensunterhalt.

Das weltweite Handelssystem sorgt dafür, dass die Vorteile des Welthandels ungerecht verteilt sind und die Menschen am Anfang der Lieferkette in sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern mit schlechteren Ausgangsbedingungen, weniger Einfluss und prekäreren Arbeits- und Lebensverhältnissen zu kämpfen haben.

Ausserdem sind kleinbäuerliche Betriebe vom Klimawandel am härtesten betroffen. Nutzflächen der Grössenordnung von 12 Millionen Hektar pro Jahr werden wegen Wüstenbildung und Dürre unbebaubar. Bereits ein geringer Temperaturanstieg von 1°C führt zu Ernteeinbussen von 5-10% für die verbreitetsten Getreidearten. In den letzten zehn Jahren des 20. Jahrhunderts lebten 99 von 100 Menschen, die in klimabedingten Naturkatastrophen ums Leben kamen, in ärmeren Ländern.

Rechte stärken, Lebensalltag verbessern

Fairtrade ermöglicht es Produzentinnen und Produzenten aus Regionen wie Afrika, Asien und Lateinamerika, zu einer einflussreichen Kraft für Veränderungen in ihrem Umfeld zu werden und selbstbestimmt ihre Zukunft zu gestalten.

Rund 1.66 Millionen Bäuerinnen und Bauern sowie Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen aus 75 Anbauländern profitieren derzeit von ihrer Beteiligung an Fairtrade. Bäuerinnen und Bauern schliessen sich in demokratischen Organisationen zusammen, die ihre Interessen auf dem Markt besser vertreten und über gemeinsame Anschaffungen und Fortbildungen ihre Ernteerträge erhöhen. Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen erhalten durch Fairtrade die Unterstützung, ihren Rechten und Bedürfnissen über demokratische Interessenvertretungen wie Gewerkschaften eine einflussreiche Stimme zu verleihen und bessere Arbeitsbedingungen sowie eine stabilere Lohnsituation zu erreichen.

Prämie und politische Teilhabe

Sie alle profitieren von der Fairtrade-Prämie, die Projekte zur Verbesserung ihres eigenen Lebensalltags  und des Alltags ihrer Familien und ihrer Umgebung finanziert: Bildung, Gesundheitsversorgung, Verbesserungen der Wohnsituation und Massnahmen zur Steigerung der Produktivität landwirtschaftlicher Kleinbetriebe.

Im Fairtrade-System verfügen sie als Mitglieder der Produzentennetzwerke Fairtrade Africa, Network of Asian and Pacific Producers (NAPP) und Coordinator of Fairtrade Latin America and the Caribbean (CLAC) über 50% der Stimmen in der Fairtrade-Generalversammlung.

Fairtrade-Produzenten-Karte

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