Die Zucker-Kooperative Kasinthula in Malawi

Malawi´s Einwohner gehören zu den ärmsten Menschen im Süden Afrikas.
Die Kasinthula Zuckerrohr-Kooperative wurde von der Regierung 1996 ins Leben gerufen, um die Notlage der Armen und weitestgehend analphabetischen Bauern und Bäuerinnen zu lindern. Heute wird die Kooperative von den Kleinbäuerinnen und -bauern selbst gemanagt.


Ort/Land
Lilongwe, Malawi MW

FLO-ID
2191

Organisationsform
Kooperative

Fläche
1154.00 ha

Produktion
7723.00 t

Gründung
1996

Zertifizierung
2003

Bäuerinnen / Bauern
482

 

Aus Fairtrade-Prämie realisierte Projekte

Gesundheit:
- Bereitstellung von Medikamenten
- Finanzierung von mobilen Kliniken

Infrastruktur
- Verbesserung der Wasser- und Elektrizitätsversorgung

Bildung
- Bau einer Primarschule
- Erwerb von Computern für die Sekundarschule

 

"Die Prämien aus Fairtrade-Verkäufen haben unser Einkommen und unseren sozialen Status erhöht. Teile der Gelder werden ins Auspflügen und Wiederbepflanzen investiert, wodurch wir unser Unternehmen nachhaltig führen können."

Exford Dimo, Kasinthula Zuckerrohr-Bauer

Die Kleinbäuerinnen und -bauern von Kasinthula leben im tiefliegenden Chikwawa-Gebiet, welches die niedrigsten Niederschlagsraten im gesamten Land verzeichnet. Die langen Trockenperioden führen dadurch fallweise zu Hungersnöten. In der Regenzeit hingegen (zweimal im Jahr) ist die Region besonders hochwassergefährdet.

Für über 85% der Bevölkerung Malawi´s stellen Einkommen aus der Landwirtschaft die Lebensgrundlage dar, wobei der Rohrzucker neben Tabak und Tee das drittwichtigste Exportprodukt der Region ist. Die Entwicklungen im Zuckersektor wurden jedoch stark beeinträchtigt durch zu hohe Investitionskosten, fehlende Infrastruktur und Technologie, sowie inadequate Gesundheitsversorgung der ArbeiterInnen.

Die Zuckerkooperative Kasinthula ist seit dem Jahr 2003 Fairtrade-zertifiziert und liefert seitdem Fairtrade-zertifizierten Rohrzucker für eine zunehmende Anzahl an Unternehmen in Europa und in den USA. Durch die Fairtrade-Prämie konnte seither in viele erfolgreiche Projekte investiert werden.

 

Zugang zu sauberem Wasser und Elektrizität

Im Rahmen des ersten Projektes der Kooperative wurden Brunnen gebohrt, um in zwei Dörfern den Zugang zu sauberem Trinkwasser herzustellen. Vor dem Bau der Brunnen hat verunreinigtes Wasser häufig Krankheiten wie Bilharziose (Wurmkrankheit), Cholera und Durchfall verursacht.
Im Dorf Salumeji wurden unterirdische Rohre verlegt, welche Fließwasser in den Häusern der Farmer und ihrer Familie ermöglichen sollen.

Kasinthula hat außerdem die Installation von Elektroleitungen im Dorf Chinangwa finanziert, welches davor keinen Zugang zu Elektrizität hatte.

 

Gesundheitsversorgung

Kasinthula hat das lokale Krankenhaus mit dem notwendigen Medikament "Praziquantel" versorgt, welches für die Behandlung von Bilharziose (Wurmkrankheit) benötigt wird. Das Regierungskrankenhaus musste zuvor 3 Jahre lang ohne diese Medikament arbeiten, obwohl diese Krankheit im Gebiet sehr häufig vorkommt.
Zudem konnten einige Fahrräder zu mobilen "Krankentransportern" umgebaut werden. Die Räder wurden speziell adaptiert, um Menschen auf einem einfachen und schnellen Weg zur nächsten medizinischen Versorgungsstation transportieren zu können.

 

Bildung und Qualitätsverbesserungen der Ernte

Das nächste Projekt der Kooperative widmet sich der Bildung. Die Kooperative hat den Bau einer Primarschule unterstützt und Computer und Drucker für die Mittelschule eingekauft.

Kasinthula investiert zudem in Wiederbepflanzungen und Neupflanzungen auf den Zuckerrohrfeldern. Dadurch können die Ernteertäge über mehrere Perioden hinweg verbessert werden.

 

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