Die Kaffeekooperative CECOVASA aus Peru

Die peruanische Kleinbauernkooperative Central de Cooperativas Agrarias Cafetaleras (CECOVASA) wurde im Jahr 1970 in der Region rund um den Titicacasee gegründet.

Damals schloss sich eine Gruppe von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zusammen, die ihren Kaffee gemeinsam zu einem gerechten Preis verkaufen wollten.


Ort/Land
Puno, Peru PE

FLO-ID
795

Organisationsform
Kooperative

Fläche
8677.00 ha

Produktion
1150.00 t

Gründung
1970

Zertifizierung
1993

Bäuerinnen / Bauern
5000

 

Aus Fairtrade-Prämie realisierte Projekte

Produktivität:
- Beratungstätigkeiten zu Zertifizierungsfragen (Fairtrade und Bio)
- Weiterbildungskurse für Kooperativenmitglieder zu Themen wie Zertifizierung, Qualitätskontrollen und Verarbeitung
- Beschaffung von Entkernungsmachinen, Baumsägen und Feuchtigkeitsmessgeräte

Bildung:
- Bildungsinvestitionen für die Kinder der Kooperativenmitglieder
- Trainings- und Gesprächsrunden zu Themen Geschlechterrollen, Erste Hilfe, Mitarbeiterführung und zur artgerechten Tierhaltung

Infrastruktur:
- Bau eines Kanalisationssystems
- Mitfinanzierung beim Bau eines Wasserkraftwerkes

Administrationsaufwand:
- Beschaffung von Büromaterialien und Computern für das Zentralbüro der Kooperative

 

Bevor es die Kooperative gab, verkauften die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern der Region rund um den Titicacasee ihre Kaffeeernten an Zwischenhändler, da sie keinen Zugang zu heimischen oder ausländischen Märkten hatten. Die Zwischenhändler zahlten den Bäuerinnen und Bauern jedoch meist viel weniger als die Hälfte des aktuellen Marktpreises für Kaffee - zu wenig, um davon leben zu können. Heute ist der Einfluss der Kleinbauernkooperative in der Region so groß, dass niemand mehr seinen Kaffee zu einem solch ungerechten Preis verkauft - und auch die Zwischenhändler gibt es rund um den Titicacasee nicht mehr.

Heute ist die CECOVASA ein Zusammenschluss von neun Kleinbauernkooperativen und damit eine der größten Kaffekooperativen Perus. Seit 1993 verfügt die Kooperative über die Fairtrade-Zertifizierung. Heute wird der Kaffee von CECOVASA direkt in die USA und nach Europa exportiert. Fast 50 Prozent dieses Kaffees stammen, dank eines Förderungsprogramms für biologischen Kaffeeanbau, welches die Kooperative 1997 gestartet hat, aus ökologischen Anbau. Die meisten Mitglieder der Kooperative gehören den indigenen Völkern der Quechua und der Aymará an.

 

Fair geht's besser

Seit der Gründung und der Fairtrade-Zertifizierung der Kooperative haben sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Kaffeebäuerinnen und -bauern der Region stark verbessert. So berichtet ein Mitglied der CECOCASA, Sabino Coaquira Canazaca: "Ich arbeite hart, damit mein Kaffee eine sehr gute Qualität erreicht - und bekomme dafür einen guten und fairen Preis! Außerdem schone ich durch den Bio-Anbau die Umwelt."

Mit Hilfe der Gelder aus der Fairtrade-Prämie wurde beispielsweise in die Bildung der Kinder in der Region investiert. Tausende Kinder konnten dank der Prämie zur Schule gehen und viele von ihnen erhielten zusätzlich die Möglichkeit eine weiterführende Schule zu besuchen.

Außerdem beschlossen die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, in die Produktivität ihrer Kooperative zu investieren. So wurde auf dem Gelände der Kooperative ein eigenes Labor gebaut, in dem die Qualität des Kaffees regelmäßig überprüft wird. Zudem konnten die Kooperativen-Mitglieder, die mit der Lagerung und der Verschiffung der Kaffeeernten betraut sind, an einem Trainingsprogramm zum Thema Qualitätskontrolle im Qualitätssicherungslabor des Peruanischen Kaffeeausschusses teilnehmen.

 

Eine bessere Infrastruktur dank Fairtrade

Auch in die Infrastruktur der Region investiert die Kooperative: So haben freiwillige Helfer ein Kanalisationssystem gebaut. Außerdem steuerte die Kooperative Gelder bei, um ein Wasserkraftwerk in der Nähe von Tunquimayo zu bauen, das in Zukunft die ganze Region mit Strom versorgen soll.

Für das Büro der CECOVASA wurden zudem acht Computer, fünf Drucker und drei Kopiergeräte angeschafft. Auch in landwirtschaftliche Geräte wurde investiert, darunter in 40 Entkernungsmaschinen, mit Hilfe derer die Kaffeebohnen aus dem Fruchtfleisch der Kaffeekirschen herausgelöst werden. Angeschafft wurden weiterhin 1.000 Baumsägen und drei Feuchtigkeitsmessgeräte, mit denen der Feuchtigkeitsgrad der Kaffeebohnen gemessen werden kann. Zudem werden die Kosten, um die Entkernungsmaschinen instand zu halten, durch die Fairtrade-Prämien gedeckt.

Ebenso ist die Unterstützung von Frauen ein wichtiges Anliegen der Kleinbauernkooperative: So wurde ein Entwicklungsausschuss für Frauen gegründet, der Trainings- und Gesprächsrunden anbietet, wie beispielsweise zu den Themen Geschlechterrollen, Erste Hilfe, Mitarbeiterführung oder zur artgerechten Tierhaltung.

 

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