Die Kaffee-Kooperative Cocla in Peru

Die Kaffeekooperative COCLA rettete viele Kleinbauernfamilien vor dem Aus. Vor rund zehn Jahren brachte der Preisverfall an der New Yorker Kaffeebörse die Welt vieler Quechua-Indianer in der Gemeinde Santa Teresa, Peru fast zum Einsturz. Unter technischer Beratung von COCLA gelang es den Kaffeebauernfamilien jedoch, ihrem Kaffee den Weg zum Fairen Handel frei zu machen.


Ort/Land
Quillabamba, Peru PE

FLO-ID
820

Organisationsform
Kooperative

Fläche
18030.00 ha

Gründung
1967

Zertifizierung
1994

Bäuerinnen / Bauern
4666

 

Aus Fairtrade-Prämie realisierte Projekte

Transport:
Die Kooperative unterstützt den Bau von Strassen und Brücken in abgelegenen Regionen und betreibt Lobbying in der Regionalpolitik für eine bessere Transportpolitik.

Frauenförderung:
Cocla gründete die Sumaq T'anta Women's Cooperative, die Frauen dabei unterstützt, mit dem Betreiben eines Mikro-Business das Einkommen der Familie zu unterstützen.

Umweltschutz:
Training der Mitglieder in biologischem Anbau und finanzielle Unterstützung eines Wiederaufforstungs-Projektes.

Gesundheit:
Mit Hilfe des Programms "Ayni Salud" werden die Kooperativenmitglieder in Gesundheitsvorsorgemassnahmen und in medizinischer Nothilfe geschult.

 

Ohne Fairtrade hätten wir nicht genügend Ressourcen gehabt, um die Kaffeekrise zu überstehen. Wir hoffen, dass wir weiterhin dank Fairtrade stabile Preise für unseren Kaffee erhalten, denn dies ermöglicht uns, in die Qualität unseres Kaffees zu investieren

Guillermo Aquilar Lozano, ehemaliger Präsident von COCLA

Der Kaffee von Francisca Minaya wächst seit Generationen am Steilufer des Rio Urubamba, 1900 Meter über dem Meer. "Hinter diesen Gipfeln da liegt die Inkastadt Machu Picchu, vielleicht fünf Stunden zu Fuß," so die Kaffeebäuerin.

Ihre sechsköpfige Familie lebt, wie schon die vorherigen Generationen, allein vom Kaffeeanbau. Dabei war es kein Problem für Francisca und ihren Mann Leocardio den Kaffee biologisch anzubauen. "Nicht einmal meine Eltern haben Chemikalien gekannt. Auf unserem Boden ist niemals Kunstdünger gelandet." Mit schaufelnden Händen präsentiert Leoncardio den morastigen Kompost aus Kaffeeschalen. "Mit einer Wurmzucht machen wir jetzt noch schneller Biodünger," erzählt er stolz.

 

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Vor einigen Jahren standen die Familie Minaya und die anderen 407 Familien der Kooperative Huadquiña kurz vor dem Ruin. An der New Yorker Kaffeebörse war der Preis für Kaffee von knapp 100 auf nur noch rund 40 Dollar Erlös pro Zentner gefallen. Dank des Fairen Handels und der Dachorganisation COCLA konnten alle Bauern von Huadquiña den Produktionsprozess im letzten Moment komplett auf die Fairtrade-Bedingungen umstellen. Mit Erfolg.

Zurzeit liegt der Weltmarktpreis wieder etwas höher als der Fairtrade-Mindestpreis. Das bedeutet, dass die Kleinbauernfamilien den höheren Weltmarktpreis für ihren Kaffee gezahlt bekommen. Sinkt der Kaffeepreis wieder, garantieren die Fairtrade-Mindeststandards, dass der Preis nicht unter 125 Dollar, für biologisch angebauten Kaffee nicht unter 145 Dollar sinkt. Zusätzlich wird den Kleinbauernfamilien immer eine Fairtrade-Prämie gezahlt, die desto höher ausfällt, je mehr verkauft wird. Mit der Fairtrade-Prämie werden Gemeinschaftsprojekte finanziert.

 

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Dabei hängt der Erlös für die Kleinbauern und die Familie Minaya bedeutend davon ab, wie oft sich die Verbraucher und Verbraucherinnen in den Kaffee-Importländern für ihren fair gehandelten Kaffee entscheiden. Denn die Kaffeebauern von COCLA produzieren mehr organischen Kaffee als sie zu fairen Preisen exportieren können. Was nicht fair verkauft werden kann, geht den bitteren Weg über die New Yorker Börse.

Francisca und Leoncardio können eine ihrer Töchter auf die weiterführende Schule schicken. Sie hoffen darauf, dass ihr Kaffee noch mehr Absatz über den Fairtrade-Markt findet, um ihren Kindern auch weitere Bildungswege zu ermöglichen. Denn die Kaffeefelder, das ist klar, können nicht noch ein weiteres Mal unter der nächsten Generation aufgeteilt werden.

 

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