Die Kaffee-Kooperative Coagricsal in Honduras

Die Fairtrade-zertifizierte Kaffee-Kooperative Cooperativa Agrícola Cafetalera San Antonio (COAGRICSAL) setzt sich aus Kleinbauern und -bäuerinnen verschiedener Regionen West-Honduras zusammen. Die Mitglieder der Kooperative produzieren, verarbeiten und exportieren Fairtrade-Kaffee in verschiedene Märkte - unter anderem nach Deutschland und in die Schweiz.


Ort/Land
Copán, Honduras HN

FLO-ID
879

Organisationsform
Kooperative

Fläche
6871.00 ha

Produktion
1500.00 t

Gründung
1995

Zertifizierung
2006

Bäuerinnen / Bauern
1118

"Ich hatte am Anfang keine Ahnung vom Kaffeebau. Ich konnte nur pflücken. Mittlerweile bin ich in der Lage, meine kleine Farm selbst aufrecht zu erhalten und ich habe eine Menge über organischen Anbau gelernt."

Anastacia Serrano, Mitglied der Kooperative Coagricsal

Hoch in den Bergen im Norden Honduras stehen rund 20 kleine Häuser, dort leben die Bewohner des kleinen Bergdorfes San Antonio de la Cumbre. In 1200 Meter Höhe mit Sicht auf Guatemala wächst einer der besten Kaffees des Landes. Trotz der hohen Qualität des Kaffees ist die Kaffeeproduktion für viele Produzenten ein schwieriges Geschäft, da der Weltmarktpreis häufig viel zu niedrig ist.

1995 gründeten 32 Kaffeebauern und -Bäuerinnen die Kooperative Coagricsal - Coop Agricola Cafetalera San Antonio - schon wenige Jahre später waren es bereits über 700 Mitglieder. Im Jahr 2006 entschlossen sich die Mitglieder dazu sich Fairtrade anzuschliessen. Seitdem profitieren sie von unabhängigen Marktpreisen und der Fairtrade-Prämie. Außerdem steht Fairtrade für direkte Handelswege ohne Zwischenhändler, die die Preise drücken und sich durch das Unwissen der Produzenten bereichern. Dank Fairtrade konnte die Kooperative eine moderne Maschine anschaffen, die die Kaffeebohnen wäscht. Oscar Serrano, Manager der Kooperative Coagricsal sagt: "Dadurch konnten wir die Qualität unseres Kaffees deutlich steigern!"

Auch andere Mitglieder der Kooperative spüren die Veränderung, die der Faire Handel mit sich gebracht hat: "Als ich mit der Kaffeeproduktion begann, wusste ich nicht viel von dem Geschäft und wie die Kaffeekirschen am besten geerntet werden. Heute führe ich meine eigene Kaffeefarm und ich habe sehr viel über den biologischen Anbau gelernt. Die Kooperative gab mir Stabilität und Zuversicht, zudem habe ich viele Freundschaften mit anderen Kaffeebauernfamilien schließen können. Der Fairtrade-Preis motiviert mich die Qualität meines Kaffees zu steigern, denn ich weiß, dass ich am Ende auch einen fairen Preis für meine Ernte bekomme", sagt Anastasia Serrano, Mitglied der Kooperative.

Ursprünglich war es nie Anastasias Plan gewesen als Kaffeebäuerin zu arbeiten. Fünfzehn Jahre lang hat sie sich um die Erziehung der Kinder gekümmert und ihrem Mann bei der Arbeit auf dem Hof geholfen, während dieser von Stadt zu Stadt zog um eine Arbeit als Landarbeiter zu finden. Sie befanden sich in einer glücklichen Lage, denn anders als andere Bauernfamilien gehörte den Serranos das Land auf dem sie lebten - nur so konnten sie schließlich überleben:

"Mein Kaffee ist alles was ich habe. Als mein Mann mich verließ, blieb ich zurück mit drei Kindern und all diesen Kaffee-Pflanzen. Der Marktpreis für Kaffee war zeitweise so niedrig, dass sich ohne Fairtrade die Ernte gar nicht gelohnt hätte. Indem Sie Fairtrade-Kaffee kaufen, unterstützen Sie mich und meine Familie", sagt Anastasia Serrano.

Durch Fairtrade und den Mindestpreis (Sicherheitsnetz bei tiefem Weltmarktpreis) kann Anastasia ihre Zukunft sicher planen: Ihre Tochter konnte die Schule besuchen und Anastasia konnte sich die Bio-Zertifizierung für ihren Kaffee leisten.

 

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