Die Imkervereinigung Flor de Campanilla in Mexiko

Flor de Campanilla zählt zurzeit 18 Mitglieder aus 7 Dörfern entlang der pazifischen Küste Oaxacas. Sie alle gehören der indigenen Ethnie der Mixtekas an. Die meisten Mitglieder leben in so genannten „Ejidos“ – indigenen Gemeinschaften, in denen das Land gemeinschaftlich verwaltet wird – und haben Anspruch auf ihre Parzelle.


Ort/Land
71770 Jamiltepec-Oaxaca, Mexiko MX

FLO-ID
1610

Organisationsform
Kooperative

Produktion
34.00 t

Gründung
1992

Zertifizierung
1995

Bäuerinnen / Bauern
18

Kleinbauer von Flor de Campanilla

 

Aus Fairtrade-Prämie realisierte Projekte

Errichtung eines Lagerhauses

Bau einer kleinen Schreinerei

Beschaffung eines LKW für den Transport des Honigs

Unterstützung der Imkerinnen und Imker im Bereich Vorfinanzierung und technische Beratung

 

Die indigene Bevölkerung des Bundesstaates Oaxaca im Südwesten Mexikos lebt vor allem von der Subsistenzlandwirtschaft. Während der 1970er Jahre unternahm die lokale Regierung erstmals Versuche, die Kleinbauern und -bäuerinnen als ImkerInnen auszubilden, um ihnen dadurch ein Zusatzeinkommen zu ermöglichen. Als großes Problem stellte sich in der Folge die Vermarktung des Honigs dar, denn die ProduzentInnen waren aufgrund der Abgeschiedenheit ihrer Siedlungen auf ZwischenhändlerInnen angewiesen, die diese Situation für sich zu nutzen wussten und sehr niedrige Preise zahlten. Ende der 1980er Jahre unternahmen einige der ProduzentInnen erste Versuche sich zu organisieren, um den Honig selbst zu vermarkten. Mit Unterstützung des Fairen Handels ist es gelungen die Honigproduktion stark zu erhöhen, auf organisch-biologische Produktion umzustellen und an die 60 Tonnen Honig auf dem internationalen Markt zu verkaufen.

 

Flor de Campanilla

Die 1992 gegen viele Widerstände seitens großer Bienenzüchter und ZwischenhändlerInnen gegründete Imkervereinigung Productores de Miel "Flor de Campanilla" aus Santiago Pinotepa Nacional im Bundesstaat Oaxaca hat sich zum Ziel gesetzt, durch die Direktvermarktung von Honig höhere Gewinne für die ProduzentInnen zu erzielen. Ihren Mitgliedern bietet Flor de Campanilla sowohl Vorfinanzierung, technische Beratung, als auch günstige Bienenstöcke an. In ihrem Lagerhaus befindet sich eine eigene kleine Schreinerei, die die Bienenkästen für die Mitglieder kostengünstig herstellt. Für den Transport des Honigs von den ImkerInnen zum zentralen Lagerhaus in Santiago Pinotepa Nacional wurde ein LKW angeschafft, der bei Nichtgebrauch an andere Bauern verliehen wird. Die Weiterverarbeitung des Honigs erfolgt durch Flor de Campanilla selbst. Die wirtschaftliche Entwicklung der Gruppe ist trotz des Rückschlags aufgrund des Hurrikans "Paulina" 1997, bei dem viele ProduzentInnen ihre Bienenstöcke verloren, und sich die Honigernte um 50% reduzierte, sehr gut: Heute verfügt Flor de Campanilla über ein eigenes Büro, leistet sich die Bezahlung eines Beraters und ist in der Lage, Projekte zu formulieren und um externe Finanzierung anzusuchen.Pläne für die Zukunft sind die Ausdehnung der Honigproduktion und die Vermarktung des Honigs auf dem mexikanischen Markt weiter voranzutreiben.

 

Die ProduzentInnen

Die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern bauen sowohl Mais, Bohnen, Früchte und Kürbisse für den Eigenbedarf sowie Sesam und Hibiskus für den lokalen Markt an. Andere Mitglieder müssen das zu bearbeitende Land pachten.
Die Mitglieder haben im Durchschnitt 159 Bienenstöcke. Die damit erzielte Honigproduktion deckt für manche Mitglieder bis zu 75% ihres Geldeinkommens ab und ist daher von großer Bedeutung für die ProduzentInnen. Durch die Einkommen aus der Bienenzucht konnten die Mitglieder ihren Lebensstandard merklich verbessern (Investitionen in Häuser, Ausbildung der Kinder, Investitionen in die eigene Ausbildung bzw. Bienenzucht).

EZA Fairer Handel GmbH

Zurück