Die Honig-Kooperative Apicoop in Chile

In der Kooperative „Apicoop“ sind Kleinbäuerinnen und Kleinbauern organisiert, die Honig für den Binnenmarkt und für den Export produzieren. Die Kooperative zählt inzwischen mehr als 140 Mitglieder. Viele von ihnen stammen aus dem indigenen Volk der „Mapuche“. Die Produzentinnen und Produzenten verfolgen das gemeinsame Ziel, ihre Mitbestimmung durch demokratische Organisationsstrukturen zu fördern.


Ort/Land
Paillaco, Chile CL

FLO-ID
1597

Produktion
250.00 t

Gründung
1980

Zertifizierung
1994

Organisationsform
470

 

Aus Fairtrade-Prämie realisierte Projekte

Infrastruktur:
Erwerb eines Lastwagens für den Transport der Honigbehälter und eines Wagens für die technische Assistenz. Kauf von Computern für die Administration der Kooperative.

Erwerb eines Grundstücks für die Produktion von Heidelbeeren. Damit erhalten die Mitglieder die Möglichkeit, sich zu diversifizieren.

Bildung:
Weiterbildungskurse für die Mitglieder der Kooperative

 

Diese Kooperative verschafft Hunderten von Familien neue Zukunftsperspektiven. Die Lebensbedingungen in dieser Region haben sich deutlich verbessert, so konnten etwa die Dörfer mit Strom versorgt werden. Die Kooperative kommt aber vor allem den Kindern zugute. Viele von ihnen konnten früher nur die ersten drei Schuljahre besuchen. Innert einem Jahr erhielten nun mehr als 1000 Kinder finanzielle Hilfe, dank der sie auch nach Abschluss der Primarschule weiterhin zur Schule gehen können.

Juan Eduardo Henríquez, Direktor der Kooperative

"Positiv ist vor allem, dass aufgezeigt wird, dass die organisierten Honig-KleinproduzentInnen in der Lage sind, eine produktive Kraft dazustellen", erzählt Juán E. Henriquez Santos von APICOOP, "das ist für ein Land wie Chile höchst interessant, und zwar nicht wegen der Produktionsmenge oder der erwirtschafteten Devisen: Vielmehr geht es um den praktischen Beweis, dass es möglich ist, mit Initiativen wie dieser Armut und Hoffnungslosigkeit zu überwinden. Denn nur wenn sich Menschen organisieren, haben sie die Kraft ihre Anliegen durchzusetzen."

 

Die FAIRTRADE-Prämie

Für Honig, den die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zu FAIRTRADE-Bedingungen verkaufen können, wird die FAIRTRADE-Prämie für Soziales, Infrastruktur und Bildung an die Kooperative bezahlt. Die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern entscheiden demokratisch über die Verwendung der Prämiengelder. Aus den Mitteln der Prämie wurden bereits Weiterbildungskurse für die Mitglieder der Kooperative finanziert. Außerdem wurden Lastwagen für den Transport der Honigbehälter angeschafft und Computer für die Administration der Kooperative. Außerdem haben die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern entschieden, einen Teil der Prämiengelder in den Erwerb eines weiteren Grundstückes zu investieren. Auf dem Grundstück werden Heidelbeeren angebaut und damit ein erster wichtiger Schritt zur Diversifizierung der eigenen Produktpalette gesetzt.

 

FAIRTRADE-Mindestpreis für Honig

Honig wird nicht an der Börse gehandelt, der Preis setzt sich vielmehr aus den unterschiedlichen Produktionskosten, der Herkunft aus verschiedenen Klima- und Vegetationszonen und dem Ertrag je Bienenvolk zusammen. Das weltweite Überangebot lässt die Preise dieses Produkts ständig schwanken. Im Fairen Handel gelten für Honig Mindestpreise, die Produktionskosten decken, die unter menschenwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen entstehen. Sie tragen zur Sicherung der Lebensgrundlage der ImkerInnen und deren Familien bei und geben den Produzentenorganisationen Spielraum für die Verwirklichung gemeinschaftlicher Ziele.

Informationen zur Verfügung gestellt von:
Max Havelaar Schweiz und

 

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