Die Blumenfarm Kiliflora in Tansania

Die Blumenfarm Kiliflora, etwa 40 Kilometer entfernt von dem Städtchen Arusha im Norden Tansanias, beschäftigt auf rund 30 Hektar Land mehr als 1000 Arbeiterinnen und Arbeiter aus der Region. Und Arbeit gibt es genug auf der Rosenfarm: Über 240 verschiedene Rosensorten werden hier gezüchtet, gepflegt, gepflückt und für den Export nach Europa verpackt – bis zu 500.000 Stiele am Tag.


Ort/Land
Arusha, Tanzania TZ

FLO-ID
3894

Organisationsform
Plantage

Fläche
38.00 ha

Gründung
1992

Zertifizierung
2003

Arbeiterinnen / Arbeiter
1197

 

Aus Fairtrade-Prämie realisierte Projekte

Weiterbildung:
Dank der Fairtrade-Prämie profitieren die Arbeiterinnen und Arbeiter von Computer- und Schneiderkursen.

Wasserversorgung:
Die im August 2006 fertig gestellte Wasserversorgungsanlage fasst eine Menge von 38'000 Litern und ermöglicht damit geschätzten 400'00 Gemeindemitgliedern den Zugang zu frischem und sauberem Wasser. Da die lokalen Wasseranschlüsse innerhalb der Dörfer liegen, müssen die Frauen und Kinder nicht mehr lange Strecken zurücklegen und Zeit mit der Suche nach Wasser verbringen. Das sauberere Wasser hat zudem die allgemeine Gesundheit der Gemeindemitglieder verbessert.

Mehr Informationen zum Wasserprojekt

Schule:
Bau von zwei neuen Klassenzimmern, da in der bestehenden Schule die Zimmer mit 55 bis 60 Kindern pro Klasse überfüllt waren.

 

"Wir haben noch viele weitere Pläne und Ideen, wie wir die Fairtrade-Prämien verwenden können. Dank Fairtrade können wir auf Kiliflora unsere Zukunft selber in die Hand nehmen!"

Makilimu Kimella, Arbeiterin bei Kiliflora

Arusha in Tansania, zu Füßen des Kilimanjaro. Hier lebt Makilimu Kimella. Sie arbeitet auf der nahen Fairtrade-zertifizierten Blumenfarm Kiliflora. Auf Kiliflora wachsen vor allem Rosen, die Königin der Blumen. Hauptabnehmer ist Deutschland, der Weltmeister im Blumenimport.

In der Halle der Farm herrscht ein ständiges Stimmengewirr. Zusammen mit ihren vielen Kolleginnen bereitet Makilimu die gepflückten Blumen fürs Verschicken vor. Die Rosen werden von überschüssigen Blättern befreit, auf eine Länge geschnitten und in einzelnen Sträußen transportsicher verpackt. Danach gehen sie ins Kühlhaus und wenig später per LKW zum Nairobi Flughafen. Täglich geht eine Cargo-Maschine voller schnittfrischer Blumen von dort aus nach Frankfurt.

Makilimu ist 34 Jahre alt. Sie hat zwei Kinder, Patrick ist neun, der kleine Sohn Godlizer knapp drei Jahre alt. Eine Freundin aus der Nachbarschaft passt am Tag auf die Kinder auf.

Ihr Alltag
Makilimu wohnt in einem Außenbezirk von Arusha. Ihr Tag beginnt um halb sechs in der Früh. Sie versorgt die Kinder, frühstückt mit ihnen. 45 Minuten läuft sie jeden Morgen zu ihrer Arbeit auf Kiliflora - bei jedem Wetter, bei Hitze und Regen. Die Arbeit beginnt um 7:30, mittags gibt es ein warmes Essen in der Kantine - unentgeltlich. Meistens gibt es ‚Ugali’, das tansanische Nationalgericht, Maisbrei gekocht mit Bohnen.

"Nach einem anstrengenden, aber erfüllten Arbeitstag freue ich mich nachmittags auf meine Kinder und, falls er nicht unterwegs ist, meinen Mann." Makilimus Mann arbeitet als Touristenführer und ist viel unterwegs. Tansania hat so herrliche Nationalparks wie die Serengeti. Viele Touristen kommen jedes Jahr, um Tiere in freier Wildbahn zu sehen.

An Samstagen hat Makilimu frei. Dann stehen Haushalt und Wäsche auf ihrem Programm. Und natürlich Aktivitäten mit den Kindern. Montag-Abende sind reserviert für die Bibelstunde mit Nachbarn. Halb zehn abends ist dann aber immer spätestens Schlafenszeit.

Fair geht´s besser
Kiliflora ist Fairtrade-zertifiziert. Die Farm hat verschiedene soziale Projekte ins Leben gerufen. Es gibt Fortbildungsprogramme und Kurse zum Beispiel in Englisch, Buchhaltung und Computerbedienung. Im Schneiderkurs werden Kenntnisse für das Nähen von Kleidung vermittelt - wichtig für den Alltag von Makilimu und ihren Kolleginnen.

Wie alle Faitrade-zertifizierten Farmen hat Kiliflora ein ‚Fairtrade-Prämien-Komitee’, einen Gemeinschaftsrat der Arbeiterinnen und Arbeiter. Hier wird über Dinge entschieden, die alle angehen und die Verwendung der Fairtrade-Prämie. Vor einiger Zeit wurden davon Moskitonetze für alle Familien angeschafft zum Schutz vor Malaria-Erkrankungen - mit Erfolg! Eine weitere Entscheidung war die Anschaffung von Fahrrädern für alle Arbeiterfamilien, um die Wege zur Arbeit zu verkürzen. Makilimu muss allerdings erst noch lernen, damit zu fahren.

 

Zurück