Der Kaffeekooperativen-Verband KCU aus Tansania

Die Kaffeekooperativen-Dachorganisation Kagera Cooperative Union (KCU) liegt in Tansanias Kagera-Region am Westufer des Viktoriasees und vereint derzeit 126 Kaffeekooperativen. Sie wurde schon 1950 gegründet und war eine von vielen neuen Genossenschaften, die es sich zum Ziel gesetzt hatten, das Preis- und Handelsmonopol der Zwischenhändler zu brechen. 1993 erhielt die KCU die Fairtrade-Zertifizierung.


Ort/Land
Bukoba, Tansania TZ

FLO-ID
797

Organisationsform
Kooperative

Fläche
15000.00 ha

Produktion
4157.00 t

Zertifizierung
1991

Bäuerinnen / Bauern
60000

Teaserbild

 

Aus Fairtrade-Prämie realisierte Projekte

Verbesserung der Trinkwasserversorgung

Bau von Brücken und Schulen

Investitionen im Produktionsbereich

Renovation und Unterhalt eines Hotels, welches dem Verband Einkommen generiert

Trainings und Seminare über Themen wie Fairtrade und Kaffeequalität

 

Ohne Fairtrade, wäre die Umstellung auf ökologischen Landbau nicht möglich gewesen, weil sie sehr teuer ist. Die Bauern brauchen Beratung, getrennte Lagerräume müssen gebaut und Inspektionen müssen bezahlt werden.

Josephat Sylvand, Assistant Export Manager KCU

Die Kagera Co-operative Union (KCU) umfasst über 60.000 Kleinbauern und -bäuerinnen. Die Bauernfamilien waren aufgrund der verhältnismäßig schlechten Infrastruktur in der Kagera-Region lange Zeit benachteiligt. Sie mussten ihre Waren zu sehr niedrigen Preisen an Zwischenhändler abgeben. Seit der Gründung der KCU können die Kaffeebauernfamilien ihren Kaffee selbst vermarkten. Der Genossenschaftsverband erhielt 1990 eine eigene Exportlizenz und konnte 1993 Fairtrade-zertifiziert werden.

Durch die Übernahme einer einheimischen Instant-Kaffee-Fabrik können die Kaffeebohnen von KCU außerdem selbst zu Löskaffee verarbeitet werden. Diese Verarbeitungsmöglichkeit leistet einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Kaffeebäuerinnen und Kaffeebauern: Im internationalen Kaffeegeschäft sind es nämlich fast ausschließlich multinationale Konzerne, die Kaffee zu Instantkaffee weiterverarbeiten.

Mit der Fairtrade-Zertifizierung wird gewährleistet, dass die Kleinbauern, bei einem Weltmarktpreis von unter USD 1.40 pro Pfund, einen garantierten Fairtrade-Mindestpreis erhalten. Übersteigt der Weltmarktpreis den Fairtrade-Mindestpreis, erhalten die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern den Weltmarktpreis. Die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern erhalten außerdem eine Fairtrade-Prämie , mit welcher Gemeinschaftsprojekte finanziert werden. So wurden bei KCU beispielsweise Brücken und Straßen gebaut, die Trinkwasserversorgung verbessert, öffentliche Schulen errichtet und mit Schulmaterialien ausgestattet.

Des Weiteren wird auch der biologische Kaffeeanbau durch Fairtrade gefördert. Die Fairtrade-Prämie kann zur Umstellung auf biologischen Anbau und zur Bezahlung der Bio-Zertifizierung verwendet werden. Für biologisch angebaute Produkte erhalten die Bauern und Bäuerinnen außerdem einen Aufschlag, so dass das Einkommen der Familien verbessert wird und die umweltschonenden Anbaumethoden nachhaltig unterstützt werden.

 

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