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Studie: Fairtrade stärkt Kooperativen im westafrikanischen Kakaosektor

Kleine Kakao-Erzeugerorganisationen an der Elfenbeinküste und in Ghana sind durch das von Fairtrade initiierte West Africa Cocoa Programme (WACP) widerstandsfähiger geworden – das zeigt eine von Fairtrade International und Fairtrade Africa in Auftrag gegebene Untersuchung.

Kakaobäuerinnen der Côte d'Ivoire © Sean Hawkey

Optimierung der Organisationen, Verbesserungen auf Führungsebene, ein solides Finanzmanagement und eine aktivere Teilnahme der Mitglieder*innen – dies sind nur einige der zahlreichen Verbesserungen, die das WACP den Kakao-Produzent*innen bringt. Die vom panafrikanischen Primärmarktforschungs- und Beratungsunternehmen Afriqinsights durchgeführte Untersuchung zeigt, dass die dem Programm angeschlossenen Kooperativen besser auf die Bedürfnisse ihrer Mitglieder*innen ausgerichtet sind.

„Wir freuen uns über die Ergebnisse der Untersuchung – sie zeigen deutlich, dass es einen Zusammenhang zwischen besser geführten Organisationen, besser informierten und stärker engagierten Produzent*innen sowie der Ermächtigung dieser Kooperativen und der angeschlossenen Mitglieder*innen gibt“, betonte Jon Walker, Senior Adviser on Cocoa von Fairtrade International. Seit langem vertreten Fairtrade und die weltweit angeschlossenen Organisationen die Ansicht, dass gut verwaltete und demokratisch geführte Kooperativen langfristigere Beziehungen zu Handelspartnern aufbauen und halten können.

Für Gleichstellung und Kinderrechte sensibilisiert

Das bestätigt auch Anne-Marie Yao, West Africa Regional Cocoa Manager von Fairtrade Africa: „Demokratisch und gut geführte Kooperativen stellen am ehesten sicher, dass sich Produzent*innen im Handel gemeinsam besser Gehör verschaffen können und sie zudem mit Kenntnissen und Ressourcen ausgestattet sind, um auf Menschenrechtsfragen in ihren Gemeinschaften eingehen zu können.“ Kleinbäuer*innen werden im Rahmen des Programms für Kinderrechte und die Gleichberechtigung von Frauen sensibilisiert, um zum einen ausbeuterischer Kinderarbeit entgegenzuwirken und zum anderen geschlechtsspezifischer Gewalt und Diskriminierung vorzubeugen.

Die Kooperativen melden in der Untersuchung ausserdem zurück, dass sich durch die Einrichtung interner Verwaltungssysteme und Schulungen der Mitglieder in den Bereichen Finanzen und Buchhaltung ihre finanzielle Stabilität verbessert. Zudem wird dadurch der Zugang zu Bankdienstleistungen erleichtert. Auch Workshops zu landwirtschaftlichen Praktiken leisten einen wichtigen Beitrag: Sie führen zu höheren Ernteerträgen, verbesserter Qualität und damit auch zu höheren Einkommen.

Das Ziel sind jedoch existenzsichernde Einkommen, so Jon Walker weiter: „Wir stimmen den auf der Untersuchung des WACP beruhenden Empfehlungen zu, dass sich mehr Markenartikelhersteller und Einzelhändler für die Umsetzung der Strategie von Fairtrade in Bezug auf existenzsichernde Einkommen einsetzen müssen.“

Das West Africa Cocoa Programme (WACP) wurde 2016 mit dem Ziel ins Leben gerufen, robuste und zukunftsfähige Erzeugerorganisationen aufzubauen, die auf die Bedürfnisse ihrer Mitglieder und Geschäftspartner eingehen. Das Programm bietet mehr als 230 Fairtrade-zertifizierten Kakaokooperativen und ihren angeschlossenen Kleinbäuer*innen Unterstützung durch Schulungen, Coaching und Beratung. Im Rahmen des Programms erhalten rund 30 Kooperativen eine Reihe intensiver Dienstleistungen, um die Professionalisierung der Unternehmen weiter voranzutreiben und ihre Widerstandskraft zu erhöhen.