Gemeinsam stark: Jahres-und Wirkungsbericht 2016

Für 628 Millionen Franken haben Herr und Frau Schweizer im 2016 Fairtrade-Produkte gekauft. Auch der Pro-Kopf-Konsum erreichte mit 75 Franken einen neuen Höchststand. Dadurch erhielten die Kleinproduzenten zusätzlich zu einem fairen Preis rund 10 Millionen Dollar an Fairtrade-Prämien. 25 Jahre nach ihrer Gründung präsentiert sich die Max Havelaar-Stiftung unter der neuen Leitung von Andreas Jiménez.

Der nachhaltige Konsum in der Schweiz floriert: Nie zuvor hat die Schweizer Bevölkerung so stark auf Fairtrade-Produkte gesetzt. Die 628 Millionen Franken im 2016 entsprechen einem Wachstum von 20.7% gegenüber dem Vorjahr. Deutlich gewachsen ist der Absatz von Kakao, Kaffee und Fruchtsäften. Auch die Bananen erreichen ein Rekordergebnis. Dennoch sind sie nicht mehr das umsatzstärkste Fairtrade-Produkt. Angeführt wird diese Rangliste neu von den zusammengesetzten Produkten, wie Molkereiprodukte, Backwaren und Eistee.

Als sich die Max Havelaar-Stiftung im 2012 zum Ziel setzte, den jährlichen Pro-Kopf-Konsum von fair gehandelten Produkten in der Schweiz auf 100 Franken zu steigern, schien dies eine Utopie. Nachdem diese Zahl innert fünf Jahren von knapp 50 Franken auf 75 Franken gestiegen ist, ist dieses Ziel nun in greifbare Nähe gerückt.

«Wirkung von Fairtrade weiter steigern»
Der neue Geschäftsleiter Andreas Jiménez blickt zuversichtlich in die Zukunft: «Wir möchten die Kooperationsmöglichkeiten mit unseren Marktpartnern weiterentwickeln. Dabei steht im Vordergrund, das Fairtrade-Engagement der Marktpartner und somit die Wirkung der Fairtrade-Bewegung für die Kleinbauern zu steigern.» Jiménez will sich gleichzeitig für hohe Transparenz einsetzen: «In einer Welt, in welcher der digitale Zugang zu Informationen rund um Produkte und Rohstoffe immer wichtiger wird, möchten wir den Konsumentinnen und Konsumenten weiterentwickelte Lösungen anbieten.» Jiménez trat Anfang Mai die Nachfolge von Nadja Lang an, die sich nach zwölf erfolgreichen Jahren bei Max Havelaar beruflich neu orientiert.

Mit Kaffee bei Coop und Migros fing alles an
Die Erfolgsgeschichte von Max Havelaar nahm ihren Anfang im April 1992, als die ersten Kaffee-Packungen unter anderem bei Coop und Migros in die Verkaufsregale gelangten. Bereits das erste Max Havelaar-Produkt übertraf die Erwartungen: In nur neun Monaten wurde in der Schweiz eine Million Kilogramm Fairtrade-Kaffee verkauft. 25 Jahre später umfasst das Angebot heute über 2800 Produkte mit dem Max Havelaar-Gütesiegel. Das Label verfügt aktuell über eine sehr hohe Bekanntheit von 89%. Auch Vertrauen (88%) und Käufertreue (82%) erreichen Top-Werte (GlobeScan 2017).

Zugelegt haben auch die Fairtrade-Prämien auf fast 10 Millionen Dollar. Dieses Geld setzen die Kleinbauern und Arbeiterinnen für Projekte wie den Bau von Schulen oder Spitälern ein, die der ganzen Gemeinschaft zugutekommen.

Trotz dieser erfreulichen Zahlen: Es gibt noch viel zu tun. Viele Fairtrade-Produzenten finden weiterhin nicht genügend Absatz für ihre Produkte. Zurzeit können nur 40% der Produzentenorganisationen mehr als 40% ihrer Ernte zu Fairtrade-Bedingungen verkaufen. «Deshalb ist es für Max Havelaar entscheidend, den Absatz von Fairtrade-Produkten weiter zu steigern. Denn damit verbessern wir die Lebens- sowie Arbeitsbedingungen von Kleinbauern, Arbeiterinnen und Arbeitern», sagt Geschäftsleiter Jiménez.

Wofür sich Max Havelaar einsetzt
Die 1992 von sechs grossen Schweizer Hilfswerken gegründete Max Havelaar-Stiftung ist eine Non-Profit-Organisation, die in der Schweiz das Fairtrade-Label für nachhaltig angebaute und fair gehandelte Produkte vergibt. Als Mitglied von Fairtrade International verbessert Max Havelaar durch fairen Handel die Lebensbedingungen von Kleinbauern und Plantagenarbeiterinnen in Entwicklungs- und Schwellenländern, betreibt aber selbst keinen Handel. Hauptaufgaben der Max Havelaar-Stiftung sind die Schaffung von Marktzugang für Fairtrade-Produkte sowie die Informations- und Sensibilisierungsarbeit für den fairen Handel in der Schweiz.