Die Fairtrade-Produzenten

Hinter jedem Produkt stehen Menschen

Auf der Weltkarte sehen Sie eine Auswahl der Fairtrade-Produzenten, deren Produkte und Rohstoffe in der Schweiz verkauft werden*. Mit den Filtern können Sie bequem nach Produkten und/oder Ländern suchen.

Reis-Kooperativen-Vereinigung Sunstar Overseas Ltd.

Sunstar Overseas Ltd. ist ein indisches Exportunternehmen von Bio-Reis, das seinen Reis direkt von Fairtrade-Reiskooperativen, wie beispielsweise der Kooperative „Patlikaithseth“, bezieht. Das Fairtrade-zertifizierte Unternehmen setzt sich nicht nur engagiert für seine eigenen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ein. Auch das Wohlergehen der Kleinbauern aus den Kooperativen und ihrer Familien liegt Sunstar am Herzen. Daher investiert Sunstar zum Beispiel in die Bildung der Menschen vor Ort.


Ort/Land
131001 Sonepat, Indien IN

FLO-ID
4612

Fläche
2021.00 ha

Produktion
5345.00 t

Zertifizierung
2004

Organisationsform
763

www


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"Früher haben wir unseren Reis auf dem lokalen Markt verkauft, aber da bekamen wir nur wenig Geld für unsere Ernte. Jetzt produzieren wir Bio-Reis für den Fairen Handel. Das ist gut für unsere Gesundheit und für unsere Umwelt - und wir verdienen außerdem mehr Geld damit."

Jiwan Singh, Reisbauer, Indien:

Groß und glänzend steht er da und er ist der ganze Stolz der Patlikaithseth-Kooperative. Fast liebevoll streicht Hardjnda Singh über die Scharen des Pfluges: "Den haben wir von der Fairtrade-Prämie für unseren Gemeinschaftstraktor gekauft. Jedes unserer Mitglieder kann ihn verwenden. Das Gerät erleichtert uns die Arbeit sehr, und weil wir die Erde so gut vorbereiten können, wird auch die Ernte besser."

Hardjnda Singh ist Präsident der Kooperative, die den Namen ihres Dorfes Patlikaithseth trägt. Rund 90 Bauern pflanzen hier Reis für das Fairtrade-zertifizierte Unternehmen Sunstar Overseas Pvt. Ltd. an. Das bedeutet, dass die Kunden in Deutschland etwas mehr für diesen Reis zahlen und dieser Mehrpreis an die Bauern in Patlikaithseth weiter gegeben wird. Zusätzlich erhalten sie eine Sozialprämie - die Fairtrade-Prämie. Sie fließt in die Verbesserung der Infrastruktur oder in andere Gemeinschaftsprojekte. Das ermöglicht es ihnen, ein höheres Einkommen zu erwirtschaften - die Anschaffung des Pfluges ist nur ein Beispiel dafür.

 

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Bio-Anbau wurde durch Fairtrade erst möglich

Die Gelder aus dem Fairen Handel waren es auch, die der Kooperative die Umstellung auf den Anbau von Bio-Reis ermöglichten. "Die Umstellung auf ökologische Landwirtschaft ist teuer und kompliziert. Zunächst einmal mussten wir viel über den Bioanbau lernen. Aber das schwierigste war die Bio-Zertifizierung, der ganze Papierkram. Das hätten wir als einfache Bauern ohne die Hilfe von Fairtrade nicht geschafft," erinnert sich Hardjnda Singh. Der Aufwand auf Bio-Anbau umzustellen hat sich gleich zweifach gelohnt. "Zum einen sind wir Bauern deutlich weniger krank, weil wir nicht mehr mit Pestiziden in Berührung kommen. Zum anderen bekommen wir für unseren Reis mehr Geld, seitdem wir auf Chemikalien verzichten." Für den Bio-Reis erhalten die Bauern rund 15 Prozent mehr Geld, als wenn er aus konventionellem Anbau stammen würde. Und diese 15 Prozent machen im täglichen Leben der einzelnen Familien eine Menge aus.

Jede Familie bestimmt selber, wie sie dieses zusätzliche Einkommen verwendet. "Wir haben mit dem Geld unsere Kinder auf die weiterführende Schule geschickt," erzählt Hardjnda Singh. "Außerdem haben wir für unsere 13-köpfige Großfamilie eine Waschmaschine angeschafft, das erspart den Frauen sehr viel Arbeit. Und als nächstes werden wir einen Kühlschrank kaufen und das Haus renovieren." Sein Nachbar Jiwan Singh hat hingegen gleich ein neues Haus gebaut. "Es ist bei uns Sitte, dass die Söhne mit ihren Frauen und Kindern im Haus ihrer Eltern leben. Da brauchen wir viel Platz. Unser neues Haus ist jetzt so groß, dass nun auch mein jüngster Sohn heiraten konnte und wenn hoffentlich bald Enkel kommen, dann werden auch sie unter meinem Dach leben können," sagt das Familienoberhaupt.

 

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Fairtrade stärkt die Gemeinschaft

Für welche Gemeinschaftsinvestitionen die Fairtrade-Prämie verwendet wird, das entscheidet ein gewähltes Komitee. Dem Präsidenten Hardjnda Singh steht Jiwan Singh als Schatzmeister zur Seite. Verwandt sind sie nicht - sie sind Sikh, und alle Sikh haben den Nachnamen Singh. Gemeinsam sind sie so etwas wie das Herz von Patlikaithseth. Bei ihnen laufen die Vorschläge für neue Investitionen zusammen, von ihnen wird deren Umsetzung geplant und organisiert. Zum Beispiel die neue Zufahrtsstraße: "In der Regenzeit war der alte Weg ein einziges Schlammloch. Deshalb entschieden wir uns dafür, ihn zu pflastern. Die Steine haben wir von der Fairtrade-Prämie gekauft, aber gebaut haben wir ihn selber. Das ganze Dorf hat dabei mitgeholfen."

Das nächste Großprojekt der Kooperative ist die Ausbildung ihrer Kinder. "Die Welt ändert sich, und unsere Kinder müssen heute ganz andere Dinge lernen als wir früher. Ohne Computerkenntnisse bekommt man in Indien keinen guten Job mehr." Deshalb haben die Einwohner von Patlikaithseth einen Computerschulungsraum eingerichtet. Der ist ausschließlich Mädchen und jungen Frauen vorbehalten. "Unsere Söhne können auch alleine in die nächste Stadt fahren, um etwas zu lernen, doch für ein Mädchen wäre das in unserer Kultur nicht passend. Aber sie sollen trotzdem eine gute Ausbildung erhalten, und die bekommen sie nun hier in unserem eigenen Schulungsraum."

Die Bauern von Patlikaithseth verkaufen ihren Reis zwar erst seit dem Jahr 2005 an den Fairen Handel, doch was sich in dem Dorf innerhalb dieser kurzen Zeit getan hat, ist erstaunlich. Wer es von früher kennt, erkennt es heute kaum wieder. Aus den einfachen Hütten sind feste, frisch gestrichene Häuser geworden, ihre Bewohner sind gut gekleidet und genährt. Die Straße ist gepflastert und Dank des neuen Brunnens - gegraben und angelegt wurde auch er mit Mitteln aus der Fairtrade-Prämie -, der alle Dorfbewohner mit frischem Wasser versorgt, sind die Menschen wesentlich weniger krank als früher. Keine Frage: In dem Fairtrade-Dorf Patlikaithseth zeigt sich, wie sich das Leben der Menschen verändern kann, wenn sie nur eine faire Chance bekommen.

 

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Bäuerinnen und Bauern, Arbeiterinnen und Arbeiter auf der ganzen Welt sorgen dafür, dass wir täglich ein umfangreiches Warenangebot vorfinden. 70% der Weltbevölkerung ernährt sich von Lebensmitteln, die von 500 Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern angebaut wurden. Landwirtschaft ist die bedeutendste Einkommens- und Beschäftigungsquelle für arme Haushalte in ländlichen Gebieten, 40% der gegenwärtigen Weltbevölkerung bestreitet aus ihr ihren Lebensunterhalt.

Das weltweite Handelssystem sorgt dafür, dass die Vorteile des Welthandels ungerecht verteilt sind und die Menschen am Anfang der Lieferkette in sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern mit schlechteren Ausgangsbedingungen, weniger Einfluss und prekäreren Arbeits- und Lebensverhältnissen zu kämpfen haben.

Ausserdem sind kleinbäuerliche Betriebe vom Klimawandel am härtesten betroffen. Nutzflächen der Grössenordnung von 12 Millionen Hektar pro Jahr werden wegen Wüstenbildung und Dürre unbebaubar. Bereits ein geringer Temperaturanstieg von 1°C führt zu Ernteeinbussen von 5-10% für die verbreitetsten Getreidearten. In den letzten zehn Jahren des 20. Jahrhunderts lebten 99 von 100 Menschen, die in klimabedingten Naturkatastrophen ums Leben kamen, in ärmeren Ländern.

Fairtrade bietet Unterstützung, damit südafrikanische Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen
Fairtrade bietet Unterstützung, damit Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen.

Rechte stärken, Lebensalltag verbessern

Fairtrade ermöglicht es Produzentinnen und Produzenten aus Regionen wie Afrika, Asien und Lateinamerika, zu einer einflussreichen Kraft für Veränderungen in ihrem Umfeld zu werden und selbstbestimmt ihre Zukunft zu gestalten.

Rund 1.66 Millionen Bäuerinnen und Bauern sowie Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen aus 75 Anbauländern profitieren derzeit von ihrer Beteiligung an Fairtrade. Bäuerinnen und Bauern schliessen sich in demokratischen Organisationen zusammen, die ihre Interessen auf dem Markt besser vertreten und über gemeinsame Anschaffungen und Fortbildungen ihre Ernteerträge erhöhen. Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen erhalten durch Fairtrade die Unterstützung, ihren Rechten und Bedürfnissen über demokratische Interessenvertretungen wie Gewerkschaften eine einflussreiche Stimme zu verleihen und bessere Arbeitsbedingungen sowie eine stabilere Lohnsituation zu erreichen.

Prämie und politische Teilhabe

Sie alle profitieren von der Fairtrade-Prämie, die Projekte zur Verbesserung ihres eigenen Lebensalltags  und des Alltags ihrer Familien und ihrer Umgebung finanziert: Bildung, Gesundheitsversorgung, Verbesserungen der Wohnsituation und Massnahmen zur Steigerung der Produktivität landwirtschaftlicher Kleinbetriebe.

Im Fairtrade-System verfügen sie als Mitglieder der Produzentennetzwerke Fairtrade Africa, Network of Asian and Pacific Producers (NAPP) und Coordinator of Fairtrade Latin America and the Caribbean (CLAC) über 50% der Stimmen in der Fairtrade-Generalversammlung.

Fairtrade-Produzenten-Karte

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