Die Fairtrade-Produzenten

Hinter jedem Produkt stehen Menschen

Auf der Weltkarte sehen Sie eine Auswahl der Fairtrade-Produzenten, deren Produkte und Rohstoffe in der Schweiz verkauft werden*. Mit den Filtern können Sie bequem nach Produkten und/oder Ländern suchen.

Die Vanille-Kooperartive Mananara in Madagaskar

Die Kooperative Mananara besteht aus ca. 620 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern und ist seit 2006 Fairtrade-zertifiziert. Unter fairen und ökologischen Bedingungen bauen sie unter anderem Vanille und Gewürznelken an. Das traditionelle Wissen der Bevölkerung und das feuchte, tropische Klima sind die ideale Basis für schmackhafte Bio-Bourbon-Vanille und Nelken von hervorragender Qualität. Ein Teil der Gegend Mananara im Nord-Osten von Madagaskar ist ein durch die UNESCO geschütztes Lebensraum-Reservat.


Ort/Land
Mananara, Madagaskar MG

FLO-ID
5417

Organisationsform
Kooperative

Fläche
984.00 ha

Gründung
2003

Zertifizierung
2005

Bäuerinnen / Bauern
619


 

Aus Fairtrade-Prämie realisierte Projekte

Mit der Fairtrade-Prämie wurden unter anderem folgende Projekte realisiert:

- Bau von Brücken

- Bau und Renovationen von fünf Schulen

- Finanzierung von Ausbildungen

- Finanzierung der Zertifizierungen (Ecocert und FLO)

 

Etwa 620 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern gehören der Association des Planteurs de Mananara an. Seit Anfang des Jahres 2006 ist die Kooperative Fairtrade-zertifiziert. Ihre Mitglieder bauen vor allem Vanille und Gewürznelken für den Export an. Rund 15 Tonnen Fairtrade-Vanille ernten die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in den Monaten Juni und Juli. Für den Verkauf auf lokalen Märkten und für den Eigenverbrauch werden außerdem Kaffee, Ananas, Lychees, Kokosnüsse und Pfeffer angebaut.

 

Von Anfang an hat sich die Kleinbauernkooperative das Ziel gesetzt, die Entwicklung der Region Mananara voranzutreiben, ohne dabei die Umwelt dieser einzigartigen Region zu belasten. Dabei hat die Association des Planteurs de Mananara stets den Nutzen für die gesamte Region im Blick und versucht daher, seine Zusammenarbeit mit Organisationen auszuweiten, die in der Entwicklungsarbeit tätig sind. Ein weiteres Ziel der Kleinbauernkooperative ist, die Qualität ihrer Vanille zu verbessern, um so in Zukunft mehr exportieren zu können.

 

Seit 2006 baut die Kooperative ihre Vanilleschoten daher ausschließlich biologisch an. Die Schoten werden von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern aus rund 20 Dörfern angebaut, die im Biosphärenreservat Mananara liegen. Traditionell werden die Vanilleblüten bereits in den frühen Morgenstunden per Hand bestäubt. Die geernteten Vanilleschoten werden einige Stunden lang in der Sonne getrocknet, bevor sie anschließend wieder abgedeckt werden, um zu "schwitzen" und so ihre Feuchtigkeit zu bewahren.

 

Fair geht’s besser

Mit den Geldern aus der Fairtrade-Prämie wurde in der Region Mananara der Bau von vier Brücken finanziert. Ebenso wurde eine Schule in Antanambao sowie eine Unterkunft für Lehrer und Lehrerinnen in Seranambe neu gebaut. Zudem investierte die Kooperative in die Ausstattung eines Versammlungs- und Vorratsraumes und schaffte einen Computer und ein Motorrad an. Auch für Trainingsprogramme für die Kooperativen-Mitglieder werden Gelder aus der Fairtrade-Prämie eingesetzt - so werden beispielsweise Kurse in den Bereichen Finanzmanagement und Vanille-Anbaumethoden angeboten.

Auch die Schäden, die ein schwerer Zyklon 2008 verursacht hatte, wurden mit Hilfe der Gelder aus der Fairtrade-Prämie behoben. So wurden beispielsweise verschiedene Schulen, die durch den Wirbelsturm zerstört worden waren, wieder aufgebaut. Zudem wurde das Dach des Büros der Kommune Antanambe neu gedeckt.

 

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Bäuerinnen und Bauern, Arbeiterinnen und Arbeiter auf der ganzen Welt sorgen dafür, dass wir täglich ein umfangreiches Warenangebot vorfinden. 70% der Weltbevölkerung ernährt sich von Lebensmitteln, die von 500 Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern angebaut wurden. Landwirtschaft ist die bedeutendste Einkommens- und Beschäftigungsquelle für arme Haushalte in ländlichen Gebieten, 40% der gegenwärtigen Weltbevölkerung bestreitet aus ihr ihren Lebensunterhalt.

Das weltweite Handelssystem sorgt dafür, dass die Vorteile des Welthandels ungerecht verteilt sind und die Menschen am Anfang der Lieferkette in sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern mit schlechteren Ausgangsbedingungen, weniger Einfluss und prekäreren Arbeits- und Lebensverhältnissen zu kämpfen haben.

Ausserdem sind kleinbäuerliche Betriebe vom Klimawandel am härtesten betroffen. Nutzflächen der Grössenordnung von 12 Millionen Hektar pro Jahr werden wegen Wüstenbildung und Dürre unbebaubar. Bereits ein geringer Temperaturanstieg von 1°C führt zu Ernteeinbussen von 5-10% für die verbreitetsten Getreidearten. In den letzten zehn Jahren des 20. Jahrhunderts lebten 99 von 100 Menschen, die in klimabedingten Naturkatastrophen ums Leben kamen, in ärmeren Ländern.

Fairtrade bietet Unterstützung, damit südafrikanische Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen
Fairtrade bietet Unterstützung, damit Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen.

Rechte stärken, Lebensalltag verbessern

Fairtrade ermöglicht es Produzentinnen und Produzenten aus Regionen wie Afrika, Asien und Lateinamerika, zu einer einflussreichen Kraft für Veränderungen in ihrem Umfeld zu werden und selbstbestimmt ihre Zukunft zu gestalten.

Rund 1.66 Millionen Bäuerinnen und Bauern sowie Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen aus 75 Anbauländern profitieren derzeit von ihrer Beteiligung an Fairtrade. Bäuerinnen und Bauern schliessen sich in demokratischen Organisationen zusammen, die ihre Interessen auf dem Markt besser vertreten und über gemeinsame Anschaffungen und Fortbildungen ihre Ernteerträge erhöhen. Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen erhalten durch Fairtrade die Unterstützung, ihren Rechten und Bedürfnissen über demokratische Interessenvertretungen wie Gewerkschaften eine einflussreiche Stimme zu verleihen und bessere Arbeitsbedingungen sowie eine stabilere Lohnsituation zu erreichen.

Prämie und politische Teilhabe

Sie alle profitieren von der Fairtrade-Prämie, die Projekte zur Verbesserung ihres eigenen Lebensalltags  und des Alltags ihrer Familien und ihrer Umgebung finanziert: Bildung, Gesundheitsversorgung, Verbesserungen der Wohnsituation und Massnahmen zur Steigerung der Produktivität landwirtschaftlicher Kleinbetriebe.

Im Fairtrade-System verfügen sie als Mitglieder der Produzentennetzwerke Fairtrade Africa, Network of Asian and Pacific Producers (NAPP) und Coordinator of Fairtrade Latin America and the Caribbean (CLAC) über 50% der Stimmen in der Fairtrade-Generalversammlung.

Fairtrade-Produzenten-Karte

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