Die Fairtrade-Produzenten

Hinter jedem Produkt stehen Menschen

Auf der Weltkarte sehen Sie eine Auswahl der Fairtrade-Produzenten, deren Produkte und Rohstoffe in der Schweiz verkauft werden*. Mit den Filtern können Sie bequem nach Produkten und/oder Ländern suchen.

Die Reis-Kooperative Organic Jasmine Rice Producer Group in Thailand

Die Mitglieder der OJRPG (Organic Jasmine Rice Producer Group) sind alle Kleinbauernfamilien, die in der ärmlichen Region in Nord-Ost-Thailand Reis zu Fairtrade-Bedingungen anbauen.

Mehr als eine Milliarden Menschen – vor allem Kleinbauern in den Entwicklungsländern – bestreiten ihr Einkommen hauptsächlich oder ausschließlich vom Reisanbau.


Ort/Land
34130 Ubon Ratchathani, Thailand TH

FLO-ID
2439

Organisationsform
Kooperative

Produktion
1400.00 t

Gründung
1985

Zertifizierung
2002

Bäuerinnen / Bauern
300


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Aus Fairtrade-Prämie realisierte Projekte

Erhöhung der Schutzdämme bei den Reisfeldern, um die Gefahr von Überschwemmungen zu verringern.

Mikrokredite: Die Bauern erhalten zu fairen Konditionen Kleinkredite.

Produktion von biologischem Dünger aus Kuhmist.

Bau von Wegen von den Feldern zur Hauptstrasse um den Transportweg zu verkürzen.

 

"Dank Fairtrade konnte ich an zahlreichen Fortbildungskursen teilnehmen. Dort habe ich gelernt organischen Dünger aus Mist und Kompost herzustellen."

Sudjai Chairueng, Reisbäuerin, Thailand

Im Reisanbaugebiet Ubon Ratchathani im Nordosten Thailands gedeiht der Original Hom Mali Reis - der auch als Parfüm-Reis bekannt ist. Aufgrund der Witterung wird dieser Reis ein Mal pro Jahr (ab November) geerntet.

Ein Mitglied der Klein-Bauern-Organisation ist auch Sudjai Chairueng. Bevor die zweifache Mutter Mitglied in der Organic Jasmine Rice Producer Group wurde, baute sie ihren Reis nach konventionellen Methoden an und verwendete chemische Düngemittel. Durch Nachbarn und andere Bauern der Umgebung lernte sie OJRPG kennen und stellte schnell fest, dass der Anbau von ökologischem Reis rentabler und gesünder ist als herkömmlicher Reisanbau. Außerdem kann sie durch ökologische Landwirtschaft die Bodenqualität verbessern und zum Erhalt des Ökosystems beitragen.

Seitdem Sudjai Chairueng Mitglied bei OJRPG ist, hat sie an zahlreichen Fortbildungskursen und Treffen teilgenommen, die von der Progressive Farmer Association (PFA) organisiert werden. In diesen Kursen hat sie gelernt, organischen Dünger aus Mist und Kompost herzustellen. Hier erfuhr sie auch, wie sie die Bodenqualität erhalten und verbessern kann. Mit dem ökologischen Anbau deckt sie zum einen den jährlichen Bedarf für sich und ihre Familie, zum anderen kann sie die Überschüsse verkaufen. Als Haupteinkommensquelle der Familie dient der ökologische Reisanbau, daneben verdient Sudjai durch Gemüseanbau und Rinderzucht ein Zubrot.

Sie baut Gemüse und Obst an - zum Beispiel Wassermelonen und Mais. Der Anbau von grünen und schwarzen Bohnen dient zur Bodenverbesserung. Statt synthetischen Düngern setzt sie ausschließlich organische Dünger wie Kuhdung und Kompost ein.

 

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Als aktives Führungsmitglied der Frauengruppe versucht sie andere Bäuerinnen und Nachbarn zu bewegen, Mitglied in der OJRPG zu werden. Sie bringt anderen Frauen bei, wie sie Kompost und organische Dünger aus Kuhdung herstellen können, der sowohl für einzelne Personen als auch für die Gruppe zur Verfügung steht. Die Mitglieder der Gruppe waren dadurch in der Lage, die Kosten für Düngemittel zu minimieren.

Sudjai Chairueng gründete eine Pflanz- und Erntegruppe für Frauen, bei denen sich die Teilnehmerinnen gegenseitig in der Anzucht von Setzlingen und bei der Ernte unterstützen, unabhängig davon, wem die Reisanbaufläche gehört, auf der sie gerade arbeiten. Dadurch sparen alle Mitglieder Kosten für die Beschäftigung weiterer Mitarbeiter.

Als Mitglied der OJRPG garantiert ihr die PFA die Abnahme des ökologischen angebauten Jasmin-Reises zu einem festen Fairtrade-Mindestpreis. Die Kooperative erhält zudem eine Prämie von 1 TH Baht pro Kilogramm Reis, die auf ein Sparkonto eingezahlt wird und für die spätere Altersvorsoge der Bauern und Bäuerinnen dient.

Der Lebensstandart von Sudjai Chairueng und ihrer Familie hat sich verbessert und ihr Einkommen ist gestiegen. Alle Familienmitglieder profitieren davon, sind glücklicher und leben gesünder. Das zeigt sich auch darin, dass sich die Zahl der Arztbesuche pro Jahr erheblich verringert hat. Der Zustand ihrer Reisanbaufläche hat sich positiv entwickelt, es gibt mehr Fische und andere Wassertiere, die zusätzlich als Nahrungsgrundlage für die Familie dienen.

 

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Durch Fairtrade konnte nicht nur das Leben von Sudjai Chairueng verbessert werden. Auch die anderen Mitglieder der Kooperative profitieren vom Fairen Handel. Durch die Fairtrade-Prämie konnten bereits viele Projekte finanziert werden:

  • Erhöhung der Schutzdämme bei den Reisfeldern, um die Gefahr von Überschwemmungen zu verringern.

  • Mikrokredite: Die Bauern erhalten zu fairen Konditionen Kleinkredite.

  • Produktion von biologischem Dünger aus Kuhmist.

  • Bau von Wegen von den Feldern zur Hauptstraße um den Transportweg zu verkürzen.

 

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Bäuerinnen und Bauern, Arbeiterinnen und Arbeiter auf der ganzen Welt sorgen dafür, dass wir täglich ein umfangreiches Warenangebot vorfinden. 70% der Weltbevölkerung ernährt sich von Lebensmitteln, die von 500 Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern angebaut wurden. Landwirtschaft ist die bedeutendste Einkommens- und Beschäftigungsquelle für arme Haushalte in ländlichen Gebieten, 40% der gegenwärtigen Weltbevölkerung bestreitet aus ihr ihren Lebensunterhalt.

Das weltweite Handelssystem sorgt dafür, dass die Vorteile des Welthandels ungerecht verteilt sind und die Menschen am Anfang der Lieferkette in sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern mit schlechteren Ausgangsbedingungen, weniger Einfluss und prekäreren Arbeits- und Lebensverhältnissen zu kämpfen haben.

Ausserdem sind kleinbäuerliche Betriebe vom Klimawandel am härtesten betroffen. Nutzflächen der Grössenordnung von 12 Millionen Hektar pro Jahr werden wegen Wüstenbildung und Dürre unbebaubar. Bereits ein geringer Temperaturanstieg von 1°C führt zu Ernteeinbussen von 5-10% für die verbreitetsten Getreidearten. In den letzten zehn Jahren des 20. Jahrhunderts lebten 99 von 100 Menschen, die in klimabedingten Naturkatastrophen ums Leben kamen, in ärmeren Ländern.

Fairtrade bietet Unterstützung, damit südafrikanische Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen
Fairtrade bietet Unterstützung, damit Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen.

Rechte stärken, Lebensalltag verbessern

Fairtrade ermöglicht es Produzentinnen und Produzenten aus Regionen wie Afrika, Asien und Lateinamerika, zu einer einflussreichen Kraft für Veränderungen in ihrem Umfeld zu werden und selbstbestimmt ihre Zukunft zu gestalten.

Rund 1.66 Millionen Bäuerinnen und Bauern sowie Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen aus 75 Anbauländern profitieren derzeit von ihrer Beteiligung an Fairtrade. Bäuerinnen und Bauern schliessen sich in demokratischen Organisationen zusammen, die ihre Interessen auf dem Markt besser vertreten und über gemeinsame Anschaffungen und Fortbildungen ihre Ernteerträge erhöhen. Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen erhalten durch Fairtrade die Unterstützung, ihren Rechten und Bedürfnissen über demokratische Interessenvertretungen wie Gewerkschaften eine einflussreiche Stimme zu verleihen und bessere Arbeitsbedingungen sowie eine stabilere Lohnsituation zu erreichen.

Prämie und politische Teilhabe

Sie alle profitieren von der Fairtrade-Prämie, die Projekte zur Verbesserung ihres eigenen Lebensalltags  und des Alltags ihrer Familien und ihrer Umgebung finanziert: Bildung, Gesundheitsversorgung, Verbesserungen der Wohnsituation und Massnahmen zur Steigerung der Produktivität landwirtschaftlicher Kleinbetriebe.

Im Fairtrade-System verfügen sie als Mitglieder der Produzentennetzwerke Fairtrade Africa, Network of Asian and Pacific Producers (NAPP) und Coordinator of Fairtrade Latin America and the Caribbean (CLAC) über 50% der Stimmen in der Fairtrade-Generalversammlung.

Fairtrade-Produzenten-Karte

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