Die Fairtrade-Produzenten

Hinter jedem Produkt stehen Menschen

Auf der Weltkarte sehen Sie eine Auswahl der Fairtrade-Produzenten, deren Produkte und Rohstoffe in der Schweiz verkauft werden*. Mit den Filtern können Sie bequem nach Produkten und/oder Ländern suchen.

Die Reis-Kooperative Khaddar in Indien

Im Norden von Indien, in der Region Luxar, an den Ufern des Ganges und am Fuße des Himalaja befindet sich der Standort für das Basmati Reis Projekt „Khaddar“.

Das seit 2001 bestehende Projekt unterliegt den Fairtrade-Standards. Dank dem Fairen Handel konnten die Bauern und Bäuerinnen ihre Lebens- und Arbeitsverhältnisse konkret verbessern. Rund ein Drittel der Landwirte arbeiten zusätzlich in biologisch-dynamischer Wirtschaftsweise.


Ort/Land
249401 Haridwar, Indien IN

FLO-ID
3197

Fläche
1860.00 ha

Produktion
6000.00 t

Gründung
2000

Zertifizierung
2000

Organisationsform
572


 

Aus Fairtrade-Prämie realisierte Projekte

Dank der Fairtrade-Prämie konnten Zufahrtswege und Brücken zu den Reisfeldern gebaut werden, welche den Bauern ermöglichen auch während der Monsunzeit auf den Feldern zu arbeiten, ohne durch hüfthohen Schlamm waten und Krankheiten riskieren zu müssen.

Die Fairtrade-Prämie ermöglichte zudem den Bau einer Schutzmauer für die Dorfschule sowie die Subventionierung von erstklassigen Reissamen.

 

"Mit der Fairtrade-Prämie hat unsere Dorfgemeinschaft eine Brücke gebaut. Früher mussten wir mit dem Reis auf dem Kopf nach der Ernte durch einen Kanal waten. Das war sehr mühsam und zeitaufwändig, da uns das Wasser bis zum Bauch reichte"

Kashmeer Singh, aus Indien

Seit dem Jahr 2001 bauen die Kleinbauern in Khaddar Reis unter Fairtrade-Bedingungen an.
Hintergrund ist das Bestreben eine Gemeinschaft unter den Kleinbauern zu etablieren, die sich selbstständig unterstützt, gemeinsam Problemen begegnet und ihre Kapazitäten steuert.
Da ein großer Teil der Khaddar-Region ständig unter Wasser steht, ist es kaum möglich, andere Agrarprodukte anzubauen, daher ist Reis oft die einzige lukrative Einnahmequelle. Für den Eigenbedarf haben die meisten Kleinbauern jedoch noch einen Heimgarten, auf dem sie Obst, Gemüse und Getreide anbauen, sowie Rinder zur Käseproduktion.

Nach und nach haben alle Farmen mit Hilfe und Expertise des Exporteurs Sunstar auf ökologischen Anbau umgestellt. Einige sind inzwischen sogar für den biologisch-dynamischen Anbau Demeter-zertifiziert. Dies bietet den Kleinbauernfamilien auch unabhängig vom Fairen Handel bessere Chancen auf dem Weltmarkt.

Mit Fairtrade geht es besser
Fairer Handel ist direkter Handel. Ohne Zwischenhändler und zu festgelegten Mindestpreisen nimmt der Exporteur Sunstar den Reis direkt von den Khaddar-Kleinbauern ab. Zusätzlich erhält die Genossenschaft pro Tonne Reis eine Fairtrade-Prämie für soziale Projekte. Die Verwendung der Prämiengelder wird von einem demokratisch gewählten Gremium der Kleinbauernfamilien verwaltet und kann für wirtschaftliche, soziale oder Umweltschutzprojekte verwendet werden. In den letzten Jahren konnte der Reis unter Fairtrade-Bedingungen in viele europäische Länder verkauft werden. Dadurch flossen bereits Prämien aus Deutschland, der Schweiz, Frankreich und England und ermöglichten zahlreiche Projekte. Dazu zählen Infrastrukturverbesserungen, eine soziale und medizinische Grundversorgung, sowie die Stärkung der Frauenrechte.

 

Die Infrastrukturen werden deutlich verbessert
Reis ist oft die einzige Einnahmequelle
Infrastrukturverbesserungen
Brücken und Straßen zu abgelegenen Dörfern und Feldern, die während der Regenzeit bisher von der Außenwelt abgeschnitten waren, bringen die Kleinbauern heute schneller und sicherer zu ihrem Arbeitsplatz. Die Ausbesserung von Schulgebäuden und die Höherlegung eines Spielplatzes, der bisher während der Regenzeit immer unter Wasser stand ermöglichen einen einfacheren Zugang zu Bildung und Freizeit. Nach der Verbesserung der medizinischen Versorgung, dem Angebot einiger Weiterbildungen und der Errichtung von zwei Gemeinschaftssälen steht nun der Bau eines Computerzentrums an. Sunstar unterstützt außerdem bei technischen und landwirtschaftlichen Belangen und hilft dabei Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten.

Fonds für Kleinkredite
Da die meisten Familien nur einmal im Jahr nach der Ernte Geld verdienen, sind sie während des Jahres auf Kredite angewiesen um zum Beispiel für Bildung, Saatgut und Familienfeste zu bezahlen. Diese Kredite sind zinsfrei und zugänglich.

Die Mehrerlöse und langfristigen Verträge des Fairen Handels ermöglichen so eine nachhaltige Entwicklung für die ganze Region.

 

Schneidereikurse f
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Bäuerinnen und Bauern, Arbeiterinnen und Arbeiter auf der ganzen Welt sorgen dafür, dass wir täglich ein umfangreiches Warenangebot vorfinden. 70% der Weltbevölkerung ernährt sich von Lebensmitteln, die von 500 Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern angebaut wurden. Landwirtschaft ist die bedeutendste Einkommens- und Beschäftigungsquelle für arme Haushalte in ländlichen Gebieten, 40% der gegenwärtigen Weltbevölkerung bestreitet aus ihr ihren Lebensunterhalt.

Das weltweite Handelssystem sorgt dafür, dass die Vorteile des Welthandels ungerecht verteilt sind und die Menschen am Anfang der Lieferkette in sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern mit schlechteren Ausgangsbedingungen, weniger Einfluss und prekäreren Arbeits- und Lebensverhältnissen zu kämpfen haben.

Ausserdem sind kleinbäuerliche Betriebe vom Klimawandel am härtesten betroffen. Nutzflächen der Grössenordnung von 12 Millionen Hektar pro Jahr werden wegen Wüstenbildung und Dürre unbebaubar. Bereits ein geringer Temperaturanstieg von 1°C führt zu Ernteeinbussen von 5-10% für die verbreitetsten Getreidearten. In den letzten zehn Jahren des 20. Jahrhunderts lebten 99 von 100 Menschen, die in klimabedingten Naturkatastrophen ums Leben kamen, in ärmeren Ländern.

Fairtrade bietet Unterstützung, damit südafrikanische Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen
Fairtrade bietet Unterstützung, damit Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen.

Rechte stärken, Lebensalltag verbessern

Fairtrade ermöglicht es Produzentinnen und Produzenten aus Regionen wie Afrika, Asien und Lateinamerika, zu einer einflussreichen Kraft für Veränderungen in ihrem Umfeld zu werden und selbstbestimmt ihre Zukunft zu gestalten.

Rund 1.66 Millionen Bäuerinnen und Bauern sowie Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen aus 75 Anbauländern profitieren derzeit von ihrer Beteiligung an Fairtrade. Bäuerinnen und Bauern schliessen sich in demokratischen Organisationen zusammen, die ihre Interessen auf dem Markt besser vertreten und über gemeinsame Anschaffungen und Fortbildungen ihre Ernteerträge erhöhen. Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen erhalten durch Fairtrade die Unterstützung, ihren Rechten und Bedürfnissen über demokratische Interessenvertretungen wie Gewerkschaften eine einflussreiche Stimme zu verleihen und bessere Arbeitsbedingungen sowie eine stabilere Lohnsituation zu erreichen.

Prämie und politische Teilhabe

Sie alle profitieren von der Fairtrade-Prämie, die Projekte zur Verbesserung ihres eigenen Lebensalltags  und des Alltags ihrer Familien und ihrer Umgebung finanziert: Bildung, Gesundheitsversorgung, Verbesserungen der Wohnsituation und Massnahmen zur Steigerung der Produktivität landwirtschaftlicher Kleinbetriebe.

Im Fairtrade-System verfügen sie als Mitglieder der Produzentennetzwerke Fairtrade Africa, Network of Asian and Pacific Producers (NAPP) und Coordinator of Fairtrade Latin America and the Caribbean (CLAC) über 50% der Stimmen in der Fairtrade-Generalversammlung.

Fairtrade-Produzenten-Karte

Erfahren Sie mehr über die Produzenten und wie Fairtrade für die Kleinbauernfamilien und Plantagenarbeiterinnen und -arbeiter einen Unterschied macht. Filtern Sie bequem nach den Produkten und Orten, die Sie interessieren.