Die Fairtrade-Produzenten

Hinter jedem Produkt stehen Menschen

Auf der Weltkarte sehen Sie eine Auswahl der Fairtrade-Produzenten, deren Produkte und Rohstoffe in der Schweiz verkauft werden*. Mit den Filtern können Sie bequem nach Produkten und/oder Ländern suchen.

Die Organisation Negros Organic and Fairtrade Association (NOFTA) auf den Philippinen

Über 800 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern und ehemalige ZuckerarbeiterInnen aus 18 Dorfgemeinschaften der Insel Negros sind Mitglieder der Vermarktungsorganisation NOFTA, früher Alter Trade. Die Organisation wurde gegründet um die Eigenständigkeit der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern vor dem Hintergrund einer anhaltenden Wirtschaftskrise zu stärken.


Ort/Land
Bacolod City, Philippinen PH

FLO-ID
1482

Fläche
320.00 ha

Produktion
17204.00 t

Gründung
1991

Zertifizierung
2009

Organisationsform
518


Teaserbild

 

Aus Fairtrade-Prämie realisierte Projekte

Förderung der biologischen Landwirtschaft und Beiträge an die Zertifizierungskosten

Aus- und Weiterbildung für die Bauern sowie gezielte Frauenförderung

Lokale Kampagnen und wöchentliches Radioprogramm zum Thema Fairer Handel

 

Mehr als 50% der Bevölkerung auf Negros lebt von der Landwirtschaft und in erster Linie vom Zuckeranbau. Die ZuckerproduzentInnen der Insel gehören der ärmsten um am meisten unterdrückten Bevölkerungsschicht an. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation nahmen sie brachliegendes Land in Besitz und unterstützten die Guerillabewegung, wofür sie in der Folge nicht nur die Repression der LandbesitzerInnen sondern auch der Regierung und des Militärs zu spüren bekamen.

 

Gründung der Kooperative wegen Wirtschaftskrise

Nicht immer war die Bevölkerung auf Negros von so großer Armut betroffen: Von Beginn dieses Jahrhunderts bis zur Mitte der 70er Jahre exportierten die Philippinen aufgrund eines Sonderabkommens beinahe den gesamten Zucker in die USA. Doch Ende der 80er Jahre kam das Ende der Quotenregelung; gleichzeitig sank die Nachfrage nach Zucker, nachdem die Getränkeindustrie auf alternative Süßstoffe umgestellt hatte. Allein die Zuckerimporte der USA sanken daraufhin um 70%.
Die Folgen für die Philippinen waren verheerend - auf Negros, der Zuckerinsel der Philippinen, verlor eine Viertelmillion Menschen ihre Arbeit. Der Zuckeranbau wurde von den PlantagenbesitzerInnen eingestellt, eine Hungersnot war die Folge. Erst seit Ende der 90er Jahre erholt sich die philippinische Zuckerindustrie wieder langsam, für viele ArbeiterInnen auf Negros ist die Zuckerproduktion nach wie vor die einzige Möglichkeit, sich ein wenn auch bescheidenes Einkommen zu sichern.

Alter Trade wurde 1988 von mehreren Personen des NGO-Netzwerkes "Negros Council for Peace and Development (NCPD)" als privates Vermarktungsunternehmen gegründet. Die Gründung war eine der Antworten auf die schwierige wirtschaftliche Situation der Insel Negros. Alter Trade sollte alternative Vermarktungswege für die ProduzentInnen erschließen und diese vom Weltmarkt unabhängiger machen.

Alter Trade will ehemalige ZuckerarbeiterInnen sowie Kleinbauernfamilien mit Beratung und Ausbildung zur Selbsthilfe befähigen und ihnen durch Weiterverarbeitung des Zuckerrohrs und die alternative Vermarktung des Fertigproduktes bessere Preise verschaffen. Darüberhinaus sind die Umstellung auf organisch-biologische Produktion und die Interessensvertretung der kooperierenden Produzentenorganisationsen wichtige Anliegen von Alter Trade.

 

Zusammenschluss führte zum Erfolg

Der Zusammenschluss der ProduzentInnen brachte bereits einige wichtige Erfolge und Verbesserungen für die Betroffenen mit sich. So sind die ZuckerproduzentInnen heute im Besitz ihrer eigenen Mascobadomühle zur Verarbeitung des Zuckerrohrs. Die Verpackung des Mascobado erfolgt im Verpackungszentrum von Alter Trade im Bacolod.

35% der Mitglieder von Alter Trade sind Frauen. Sie konnten durch die Mitgliedschaft und ihren Einsatz für die Anliegen der ZuckerproduzentInnen ihre Stellung in den Dorfgemeinschaften wesentlich verbessern. Mitglied Violeta Sumong-oy erzählt: "Inzwischen bin ich vom Vorsitz zurückgetreten, doch nehme ich weiterhin aktiv an unserer Organisation teil. Ich bin stolz darauf, wozu ich es als Frau in meiner Organisation gebracht habe."

Informationen zur Verfügung gestellt von
EZA Fairer Handel GmbH, Österreich

EZA Fairer Handel GmbH

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Bäuerinnen und Bauern, Arbeiterinnen und Arbeiter auf der ganzen Welt sorgen dafür, dass wir täglich ein umfangreiches Warenangebot vorfinden. 70% der Weltbevölkerung ernährt sich von Lebensmitteln, die von 500 Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern angebaut wurden. Landwirtschaft ist die bedeutendste Einkommens- und Beschäftigungsquelle für arme Haushalte in ländlichen Gebieten, 40% der gegenwärtigen Weltbevölkerung bestreitet aus ihr ihren Lebensunterhalt.

Das weltweite Handelssystem sorgt dafür, dass die Vorteile des Welthandels ungerecht verteilt sind und die Menschen am Anfang der Lieferkette in sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern mit schlechteren Ausgangsbedingungen, weniger Einfluss und prekäreren Arbeits- und Lebensverhältnissen zu kämpfen haben.

Ausserdem sind kleinbäuerliche Betriebe vom Klimawandel am härtesten betroffen. Nutzflächen der Grössenordnung von 12 Millionen Hektar pro Jahr werden wegen Wüstenbildung und Dürre unbebaubar. Bereits ein geringer Temperaturanstieg von 1°C führt zu Ernteeinbussen von 5-10% für die verbreitetsten Getreidearten. In den letzten zehn Jahren des 20. Jahrhunderts lebten 99 von 100 Menschen, die in klimabedingten Naturkatastrophen ums Leben kamen, in ärmeren Ländern.

Fairtrade bietet Unterstützung, damit südafrikanische Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen
Fairtrade bietet Unterstützung, damit Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen.

Rechte stärken, Lebensalltag verbessern

Fairtrade ermöglicht es Produzentinnen und Produzenten aus Regionen wie Afrika, Asien und Lateinamerika, zu einer einflussreichen Kraft für Veränderungen in ihrem Umfeld zu werden und selbstbestimmt ihre Zukunft zu gestalten.

Rund 1.66 Millionen Bäuerinnen und Bauern sowie Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen aus 75 Anbauländern profitieren derzeit von ihrer Beteiligung an Fairtrade. Bäuerinnen und Bauern schliessen sich in demokratischen Organisationen zusammen, die ihre Interessen auf dem Markt besser vertreten und über gemeinsame Anschaffungen und Fortbildungen ihre Ernteerträge erhöhen. Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen erhalten durch Fairtrade die Unterstützung, ihren Rechten und Bedürfnissen über demokratische Interessenvertretungen wie Gewerkschaften eine einflussreiche Stimme zu verleihen und bessere Arbeitsbedingungen sowie eine stabilere Lohnsituation zu erreichen.

Prämie und politische Teilhabe

Sie alle profitieren von der Fairtrade-Prämie, die Projekte zur Verbesserung ihres eigenen Lebensalltags  und des Alltags ihrer Familien und ihrer Umgebung finanziert: Bildung, Gesundheitsversorgung, Verbesserungen der Wohnsituation und Massnahmen zur Steigerung der Produktivität landwirtschaftlicher Kleinbetriebe.

Im Fairtrade-System verfügen sie als Mitglieder der Produzentennetzwerke Fairtrade Africa, Network of Asian and Pacific Producers (NAPP) und Coordinator of Fairtrade Latin America and the Caribbean (CLAC) über 50% der Stimmen in der Fairtrade-Generalversammlung.

Fairtrade-Produzenten-Karte

Erfahren Sie mehr über die Produzenten und wie Fairtrade für die Kleinbauernfamilien und Plantagenarbeiterinnen und -arbeiter einen Unterschied macht. Filtern Sie bequem nach den Produkten und Orten, die Sie interessieren.