Die Fairtrade-Produzenten

Hinter jedem Produkt stehen Menschen

Auf der Weltkarte sehen Sie eine Auswahl der Fairtrade-Produzenten, deren Produkte und Rohstoffe in der Schweiz verkauft werden*. Mit den Filtern können Sie bequem nach Produkten und/oder Ländern suchen.

Die Orangen-Kooperative Coagrosol in Brasilien

Die Cooperativa dos Agropecuaristas Solidarios de Itapolis (COAGROSOL) liegt im Bundesstaat Sao Paulo in Brasilien und bietet aufgrund der klimatischen Bedingungen mit vielen Sonnentagen die besten Voraussetzungen für den Anbau von Orangen und Südfrüchten. Seit 2002 ist die Kooperative Fairtrade-zertifiziert.


Ort/Land
14900 Itapolis, Sao Paulo, Brasilien BR

FLO-ID
1591

Organisationsform
Kooperative

Fläche
940.00 ha

Produktion
2.50 t

Gründung
1999

Zertifizierung
2002

Bäuerinnen / Bauern
50

www


Orangenernte bei Coagrosol

 

Aus Fairtrade-Prämie realisierte Projekte

Technische Unterstützung der Produzenten betreffend Produktion, Ernte und Umweltstandards

Erfassung statistischer Daten bezüglich der Orangenproduktion

Unterstützung von Söhnen, an der Universität zu studieren

Rechtliche Beratung und Unterstützung der Produzenten

 

In der Region um die Hauptstadt Sao Paulo im gleichnamigen Bundesstaat im Süden Brasiliens haben sich mehrere Orangenproduzentinnen und -produzenten zu der Kooperative COAGROSOL zusammengeschlossen, um ihre Orangen gemeinschaftlich zu vermarkten. Sie hat ihren Sitz in der Stadt Itápolis, etwa 350 km nördlich von São Paulo. Die Mitglieder von COAGROSOL legen viel Wert auf ökologische Landwirtschaft, um Monokulturen und den erhöhten Einsatz von Pestiziden zu verringern. Sie bauen auf ihrem Land neben Orangen auch Limonen, Mangos, Guaven und Gemüse an.

Die Betriebe werden traditionell von Bauernfamilien geführt, die während der Erntezeit personell auf saisonale Erntehelfer zurückgreifen müssen. Die Fairtrade-Zertifizierung sorgt bei Mitgliedern als auch bei Saisonarbeitskräften für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen.


Herausforderungen meistern mit Fairtrade

Im Wettbewerb mit Orangengroßplantagen in der Region, stehen Kleinbauern und -bäuerinnen vor großen Herausforderungen, um dem Preiskampf und den schwierigen Lebensbedingungen in der Region entgegenzuwirken. Die vielen Tagelöhner sind besonders mit harten Arbeitsbedingungen konfrontiert, auf den Großplantagen kommen auch oftmals Kinder zum Einsatz.

Um diesen Problemen Einhalt gebieten zu können, haben sich die Mitglieder von COAGROSOL um die Fairtrade-Zertifizierung bemüht. Dank dem Fairtrade-Mindestpreis können sie ihre Orangen teurer verkaufen als üblich. Erntehelfer erhalten einen Arbeitsvertrag mit Krankenversicherung und Unterstützung für die Zeit nach der Saison. Minderjährige dürfen auf den Plantagen von COAGROSOL nicht zum Einsatz kommen.


Nachhaltige Stabilisierung für Mensch und Umwelt

Die Organisation wurde im Jahr 2000 in Zusammenarbeit mit der Universität San Carlos und einheimischen Gewerkschaften gegründet, als die Orangenpreise am Weltmarkt zu gering für wirtschaftliche Erträge waren. Da COAGROSOL über keine eigene Weiterverarbeitungsanlage verfügt, werden die Orangen durch einen kleinen Partnerbetrieb im Ort zu Konzentrat gepresst. Außerdem fördert sie gezielt den Bio-Anbau von Orangen.

Der Faire Handel ermöglicht der Kooperative nachhaltige Verbesserung ihrer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Position in Brasilien. Mit den Mehreinnahmen durch das Fairtrade-Zertifikat wird in Entwicklung, Infrastruktur und Bildung investiert: Welche Anschaffungen und Maßnahmen getroffen werden, entscheidet das Fairtrade-Komitee, bestehend aus gewählten Mitgliedern von Coagrosol.


Fairtrade-Prämie für Demokratie und Bildung

Mit den finanziellen Mitteln der Fairtrade-Prämie konnten bereits einige Projekte realisiert werden: Die Orangenproduzentinnen erhielten technische Unterstützung betreffend Produktion, Ernte und Umweltstandards. Sie bekommen die Möglichkeit, statistische Daten bezüglich der Orangenproduktion zu erfassen um damit ihre nachhaltige Planung verbessern zu können.

Auch im Bildungsbereich wurde investiert: Die Kinder der Orangenfarmer erhalten die Möglichkeit an der Universität zu studieren. Die Kooperative erhält rechtliche Beratung und kann ihre Mitglieder aktiv im Vertriebsprozess unterstützen. Weiterbildungs- und Computerkurse sowie ein Ernährungsprogramm für Kinder sind weitere Initiativen, die ergriffen wurden.

Die aufwendige Umstellung auf biologisch kontrollierte Landwirtschaft wird ebenfalls mit Hilfe der Fairtrade-Prämie ermöglicht.

 

Mitarbeiter von Coagrosol
Kreativwerkstatt f
Qualit
Orangen sortieren
Orangenlager
Orangenernte mit dem Traktor
Orangenernte mit dem Traktor
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Bäuerinnen und Bauern, Arbeiterinnen und Arbeiter auf der ganzen Welt sorgen dafür, dass wir täglich ein umfangreiches Warenangebot vorfinden. 70% der Weltbevölkerung ernährt sich von Lebensmitteln, die von 500 Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern angebaut wurden. Landwirtschaft ist die bedeutendste Einkommens- und Beschäftigungsquelle für arme Haushalte in ländlichen Gebieten, 40% der gegenwärtigen Weltbevölkerung bestreitet aus ihr ihren Lebensunterhalt.

Das weltweite Handelssystem sorgt dafür, dass die Vorteile des Welthandels ungerecht verteilt sind und die Menschen am Anfang der Lieferkette in sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern mit schlechteren Ausgangsbedingungen, weniger Einfluss und prekäreren Arbeits- und Lebensverhältnissen zu kämpfen haben.

Ausserdem sind kleinbäuerliche Betriebe vom Klimawandel am härtesten betroffen. Nutzflächen der Grössenordnung von 12 Millionen Hektar pro Jahr werden wegen Wüstenbildung und Dürre unbebaubar. Bereits ein geringer Temperaturanstieg von 1°C führt zu Ernteeinbussen von 5-10% für die verbreitetsten Getreidearten. In den letzten zehn Jahren des 20. Jahrhunderts lebten 99 von 100 Menschen, die in klimabedingten Naturkatastrophen ums Leben kamen, in ärmeren Ländern.

Fairtrade bietet Unterstützung, damit südafrikanische Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen
Fairtrade bietet Unterstützung, damit Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen.

Rechte stärken, Lebensalltag verbessern

Fairtrade ermöglicht es Produzentinnen und Produzenten aus Regionen wie Afrika, Asien und Lateinamerika, zu einer einflussreichen Kraft für Veränderungen in ihrem Umfeld zu werden und selbstbestimmt ihre Zukunft zu gestalten.

Rund 1.66 Millionen Bäuerinnen und Bauern sowie Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen aus 75 Anbauländern profitieren derzeit von ihrer Beteiligung an Fairtrade. Bäuerinnen und Bauern schliessen sich in demokratischen Organisationen zusammen, die ihre Interessen auf dem Markt besser vertreten und über gemeinsame Anschaffungen und Fortbildungen ihre Ernteerträge erhöhen. Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen erhalten durch Fairtrade die Unterstützung, ihren Rechten und Bedürfnissen über demokratische Interessenvertretungen wie Gewerkschaften eine einflussreiche Stimme zu verleihen und bessere Arbeitsbedingungen sowie eine stabilere Lohnsituation zu erreichen.

Prämie und politische Teilhabe

Sie alle profitieren von der Fairtrade-Prämie, die Projekte zur Verbesserung ihres eigenen Lebensalltags  und des Alltags ihrer Familien und ihrer Umgebung finanziert: Bildung, Gesundheitsversorgung, Verbesserungen der Wohnsituation und Massnahmen zur Steigerung der Produktivität landwirtschaftlicher Kleinbetriebe.

Im Fairtrade-System verfügen sie als Mitglieder der Produzentennetzwerke Fairtrade Africa, Network of Asian and Pacific Producers (NAPP) und Coordinator of Fairtrade Latin America and the Caribbean (CLAC) über 50% der Stimmen in der Fairtrade-Generalversammlung.

Fairtrade-Produzenten-Karte

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