Die Fairtrade-Produzenten

Hinter jedem Produkt stehen Menschen

Auf der Weltkarte sehen Sie eine Auswahl der Fairtrade-Produzenten, deren Produkte und Rohstoffe in der Schweiz verkauft werden*. Mit den Filtern können Sie bequem nach Produkten und/oder Ländern suchen.

Die Orangen-Kooperative COACIPAR in Brasilien

COACIPAR - Associacao dos Citriculores do Parana - liegt im Süden Brasiliens und bietet aufgrund der klimatischen Bedingungen mit vielen Sonnentagen die besten Voraussetzungen für den Orangenanbau.
Die Organisation stellt einen Betrieb mittlerer Größe dar und realisierte mithilfe der Fairtrade-Prämie bereits zahlreiche soziale Projekte.


Ort/Land
Paranavai, Brasilien BR

FLO-ID
28141

Organisationsform
Kooperative

Fläche
1342.00 ha

Produktion
560.00 t

Gründung
2010

Zertifizierung
2011

Bäuerinnen / Bauern
52


Orangenpflücker auf der Kooperative Acipar in Brasilien

 

Aus Fairtrade-Prämie realisierte Projekte

Gesundheitsprogramme:
Gratiskonsultationen bei Zahnärzten und ärztliche Versorgung für alle Mitglieder und ihre Familien.

Infrastruktur:
Verbesserung des Abwasser-System mit Tanks.

Bildungs- und Freizeitangebote:
Angebote für Kinder und Jugendliche, u.a. Sport (z.B. Karate), Kultur und Nachhilfestunden.

Weiterbildung:
- Ein Magazin informiert die Produzenten über die aktuelle Marktsituation. Verschiedene Kurse bieten den Bauern und Arbeiterinnen die Möglichkeit, sich im Anbau und Unterhalt von Zitrusbäumen weiterzubilden. Das Programm CRESCER JUNTOS bietet interessierten Bauern Schulungen und Begleitung auf dem Weg in die Selbständigkeit.
- Verbesserte Bekämpfung von Schädlingen, Pflanzenkrankheiten und Erosion. Analyse und Verbesserung der Bodenqualität.

 

"Das FAIRTRADE-System hilft uns Arbeiterinnen auf der Farm sehr. Wir arbeiten beruhigter, denn wir wissen, dass wir Hilfe bekommen, wenn wir diese benötigen. Dank FAIRTRADE konnte eine medizinische Ambulanz errichtet werden und wir haben Zugang zu Medikamenten und ärztlicher Versorgung für uns und unsere Kinder."

Silavana da Silva Vicente, Orangenpflückerin Coacipar

Portrait von José Angelo Barbieri, Orangenbauer

José Angelo Barbieri ist 40 Jahre alt und Nachfahre von Kaffeebauern. Zusammen sind sie vier Brüder, die auf Wunsch des Vaters eine Gesellschaft gründen mussten. Er fing selbst mit dem Abenteuer "Zitrusfrüchte" an und bearbeitet nun mit einem seiner Brüder das vom Vater gepachtete Land.

Seine Frau, Ivanete, 34 Jahre alt, hilft mit auf der Farm. Die Familie lebt ausschließlich von der Landwirtschaft und hauptsächlich vom Anbau von Zitrusfrüchten. Die beiden Kinder Bruna, 16 Jahre, und Brenda, 9 Jahre, gehen noch zur Schule. Brenda hat gerade begonnen Englisch zu lernen und Bruna möchte in Zukunft gerne weiterstudieren.

 

Jos
José Angelo ist Mitglied von COACIPAR, seit die Kooperative 1995 gegründet wurde. Für ihn liegen die Vorteile des Fairen Handels ganz klar in der Professionalisierung der Pflücker, die von den Kleinbäuerinnen und Kleinbauern während der Erntezeiten beschäftigt werden, sowie in den Kursen, die für die Frauen angeboten werden. Seine Ernteergebnisse konnte er dadurch verbessern, dass die Pflückerinnen und Pflücker die Bäume nicht beschädigen und beim Pflücken auf Qualitätsmerkmale achten. Das angeeignete Know-how und der Informationsaustausch mit seinen Mitarbeitern spiegelt sich nun in der hohen Qualität seiner Ernte wieder.

José Angelo hat heute mehr Sicherheit, denn er ist wesentlich stabiler aufgestellt als andere Farmer außerhalb der Kooperative. Er weiß, dass er sein Geld ganz sicher bekommt und seine Produktion zu einem guten Preis weiterverkauft wird.
" Die Konsumenten können diesen Saft in Ruhe und mit gutem Gewissen trinken, denn es wurde niemand dafür ausgebeutet. Abgesehen davon, erhalten sie auch ein hochqualitatives Produkt."

 

Orangenernte ACIPAR
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Bäuerinnen und Bauern, Arbeiterinnen und Arbeiter auf der ganzen Welt sorgen dafür, dass wir täglich ein umfangreiches Warenangebot vorfinden. 70% der Weltbevölkerung ernährt sich von Lebensmitteln, die von 500 Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern angebaut wurden. Landwirtschaft ist die bedeutendste Einkommens- und Beschäftigungsquelle für arme Haushalte in ländlichen Gebieten, 40% der gegenwärtigen Weltbevölkerung bestreitet aus ihr ihren Lebensunterhalt.

Das weltweite Handelssystem sorgt dafür, dass die Vorteile des Welthandels ungerecht verteilt sind und die Menschen am Anfang der Lieferkette in sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern mit schlechteren Ausgangsbedingungen, weniger Einfluss und prekäreren Arbeits- und Lebensverhältnissen zu kämpfen haben.

Ausserdem sind kleinbäuerliche Betriebe vom Klimawandel am härtesten betroffen. Nutzflächen der Grössenordnung von 12 Millionen Hektar pro Jahr werden wegen Wüstenbildung und Dürre unbebaubar. Bereits ein geringer Temperaturanstieg von 1°C führt zu Ernteeinbussen von 5-10% für die verbreitetsten Getreidearten. In den letzten zehn Jahren des 20. Jahrhunderts lebten 99 von 100 Menschen, die in klimabedingten Naturkatastrophen ums Leben kamen, in ärmeren Ländern.

Fairtrade bietet Unterstützung, damit südafrikanische Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen
Fairtrade bietet Unterstützung, damit Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen.

Rechte stärken, Lebensalltag verbessern

Fairtrade ermöglicht es Produzentinnen und Produzenten aus Regionen wie Afrika, Asien und Lateinamerika, zu einer einflussreichen Kraft für Veränderungen in ihrem Umfeld zu werden und selbstbestimmt ihre Zukunft zu gestalten.

Rund 1.66 Millionen Bäuerinnen und Bauern sowie Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen aus 75 Anbauländern profitieren derzeit von ihrer Beteiligung an Fairtrade. Bäuerinnen und Bauern schliessen sich in demokratischen Organisationen zusammen, die ihre Interessen auf dem Markt besser vertreten und über gemeinsame Anschaffungen und Fortbildungen ihre Ernteerträge erhöhen. Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen erhalten durch Fairtrade die Unterstützung, ihren Rechten und Bedürfnissen über demokratische Interessenvertretungen wie Gewerkschaften eine einflussreiche Stimme zu verleihen und bessere Arbeitsbedingungen sowie eine stabilere Lohnsituation zu erreichen.

Prämie und politische Teilhabe

Sie alle profitieren von der Fairtrade-Prämie, die Projekte zur Verbesserung ihres eigenen Lebensalltags  und des Alltags ihrer Familien und ihrer Umgebung finanziert: Bildung, Gesundheitsversorgung, Verbesserungen der Wohnsituation und Massnahmen zur Steigerung der Produktivität landwirtschaftlicher Kleinbetriebe.

Im Fairtrade-System verfügen sie als Mitglieder der Produzentennetzwerke Fairtrade Africa, Network of Asian and Pacific Producers (NAPP) und Coordinator of Fairtrade Latin America and the Caribbean (CLAC) über 50% der Stimmen in der Fairtrade-Generalversammlung.

Fairtrade-Produzenten-Karte

Erfahren Sie mehr über die Produzenten und wie Fairtrade für die Kleinbauernfamilien und Plantagenarbeiterinnen und -arbeiter einen Unterschied macht. Filtern Sie bequem nach den Produkten und Orten, die Sie interessieren.