Die Fairtrade-Produzenten

Hinter jedem Produkt stehen Menschen

Auf der Weltkarte sehen Sie eine Auswahl der Fairtrade-Produzenten, deren Produkte und Rohstoffe in der Schweiz verkauft werden*. Mit den Filtern können Sie bequem nach Produkten und/oder Ländern suchen.

Die Mountain Fruits Ltd. in Pakistan

Die Mountain Fruits Ltd. bezieht ihre Erzeugnisse von der Mountain Areas Fruit Farmers’ Association, der mittlerweile mehr als 4.400 Familien angehören. Die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern leben und arbeiten im gebirgigen Nordosten Pakistans. Neben getrockneten Früchten wie Aprikosen und Äpfel stellen sie unter anderem auch Nüsse und Gemüse zur Deckung des Eigenbedarfs und für den lokalen Markt her.


Ort/Land
Gilgit, PK

FLO-ID
4107

Organisationsform
Plantage

Produktion
20.20 t

Gründung
1999

Zertifizierung
2004

Arbeiterinnen / Arbeiter
6434


 

Aus Fairtrade-Prämie realisierte Projekte

Infrastruktur:
- Investitionen zur Erhaltung der Dorfinfrastruktur

Bildung
- Stärkung der Frauen durch Zugang zu Berufsschulen

 

Der gebirgige Nordosten Pakistans, die Karakorum-Region, ist eine dünn besiedelte, wenig erschlossene Region und zählt zu den am wenigsten entwickelten Regionen Pakistans. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen liegt deutlich unter dem pakistanischen Mittel. Das Klima in der Nähe der hohen Berge (u. a. K 2, Nanga Parbat) ist geprägt von harten Wintern und heißen Sommern. Die Subsistenz-Landwirtschaft ist die vorherrschende Form der Landwirtschaft. Die kleinen Betriebe produzieren primär für den eigenen Bedarf. Auch verschiedene Obstsorten und Nüsse werden angebaut. Der größte Teil der Früchte (80%) verrottet Jahr für Jahr unter den Bäumen, weil sie nicht auf den Markt gebracht werden können. Es fehlt an Lagern, Kühlhäusern, Transportmöglichkeiten und Know-How im Bereich der Konservierung, Verarbeitung bzw. Vermarktung der Früchte.

 

Trockenfrüchte für den Export

Der potentielle Markt für Frischfrüchte ist weit entfernt (ca. 660 km über den Karakorum-Highway), der Transport der empfindlichen Früchte kaum möglich. Die einzige Möglichkeit für die ProduzentInnen liegt in der Konservierung der Früchte. Allerdings waren die traditionellen Trockenfrüchte von geringer Qualität, und die Preise im Keller. Es gab keinerlei Preisregelungen. Ganze Ernten wurden mit den Mittelsmännern verhandelt. Abseits der lokalen AufkäuferInnen gab es kaum eine Vermarktungschance. Oftmals blieben die Mittelsmänner die Bezahlung schuldig oder betrogen die ProduzentInnen, die in der Regel keinen Zugang zu Markt- bzw. Preisinformationen hatten. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich auf Initiative eines engagierten Unternehmers und mit Unterstützung der englischen Fair-Handels-Organisation Tropical Wholefoods ein Trockenfruchtprojekt mit dem Ziel, hochwertige Trockenfrüchte für den Export zu erzeugen.

 

Die Gründung der Mountain Fruits Ltd.

Die Mountain Fruits Ltd. wurde im Jahr 2004 gegründet. Neben Ankauf, Selektion, Aufbereitung, Verpackung und Export der Trockenfrüchte leistet Mountain Fruits umfassende Beratung für die Frucht- und NussproduzentInnen (z. B. bei der Baumpflege, Trocknung, hygienischen Aufbereitung und dem Bio-Anbau). In eigenen Baumschulen werden Setzlinge gezogen und an die ProduzentInnen verteilt. Begonnen wurde mit der Trocknung von Marillen, die in der Region sehr häufig sind (60.000 Tonnen / Jahr). Seither kamen auf Wunsch der ProduzentInnen weitere Früchte hinzu: Äpfel, Kirschen und verschiedene Nüsse, später begann man auch mit der Produktion von Ölen. Darüber hinaus ist Mountain Fruits Arbeitgeber für elf Angestellte. In der Hauptverarbeitungszeit finden weitere 140 Frauen eine saisonale Anstellung in der Aufbereitung, Verarbeitung und Verpackung der Früchte und Nüsse. Für viele Frauen in dieser islamisch geprägten Gegend eine der seltenen Gelegenheiten einer Arbeit außer Haus nachzugehen und eigenes Geld zu verdienen. Aus diesem Grund werden ausschließlich Frauen unter Vertrag genommen. Mountain Fruits bezahlt die Frauen über Mindestlohn. Mehr als die Bezahlung wiegt aber die Tatsache, dass das Unternehmen einer der wenigen Arbeitgeber für Frauen in der Region ist.

 

Die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern

Seit über 10 Jahren bezieht Mountain Fruits die Früchte ausschließlich über die Mountain Areas Fruit Farmers’ Association. Die Association kann auf diese Weise Teile der Ernte ihrer Mitglieder zu jährlich festgelegten und vertraglich zugesicherten Preisen an die Mountain Fruits verkaufen. Heute zählen 4400 Familien zu den Mitgliedern der Mountain Areas Fruit Farmers’ Association (MAFFA). Die Familien leben in der Regel von der Landwirtschaft. Auf den Parzellen (zwischen 0,5 - 1 ha) gedeihen neben Obst (Marillen, Äpfel, Kirschen) verschiedene Nüsse (Walnüsse, Pinienkerne und Mandeln), Maulbeerbäume, Gemüse (Kartoffel, Tomaten) und Grundnahrungsmittel wie Bohnen und Weizen, der auch als Viehfutter angebaut wird. Nur ca. 10% des Landes dient der Produktion für den Export. Die restliche Produktion wird auf dem lokalen Markt verkauft oder dient der Selbstversorgung. Die kleinen Parzellen werden von den Familienmitgliedern selbst bearbeitet. Auch das Trocknen der Früchte und Nüsse übernehmen die ProduzentInnen. Dadurch kommen sie direkt in den Genuss einer höheren Wertschöpfung durch die Verarbeitung vor Ort. Aktuell können im Schnitt nur 25% der Früchte an den Fairen Handel verkauft werden, der Rest wird lokal verkauft.

Foto-Copyright: Tropical Wholefoods

Informationen zur Verfügung gestellt von

EZA Fairer Handel GmbH

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Bäuerinnen und Bauern, Arbeiterinnen und Arbeiter auf der ganzen Welt sorgen dafür, dass wir täglich ein umfangreiches Warenangebot vorfinden. 70% der Weltbevölkerung ernährt sich von Lebensmitteln, die von 500 Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern angebaut wurden. Landwirtschaft ist die bedeutendste Einkommens- und Beschäftigungsquelle für arme Haushalte in ländlichen Gebieten, 40% der gegenwärtigen Weltbevölkerung bestreitet aus ihr ihren Lebensunterhalt.

Das weltweite Handelssystem sorgt dafür, dass die Vorteile des Welthandels ungerecht verteilt sind und die Menschen am Anfang der Lieferkette in sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern mit schlechteren Ausgangsbedingungen, weniger Einfluss und prekäreren Arbeits- und Lebensverhältnissen zu kämpfen haben.

Ausserdem sind kleinbäuerliche Betriebe vom Klimawandel am härtesten betroffen. Nutzflächen der Grössenordnung von 12 Millionen Hektar pro Jahr werden wegen Wüstenbildung und Dürre unbebaubar. Bereits ein geringer Temperaturanstieg von 1°C führt zu Ernteeinbussen von 5-10% für die verbreitetsten Getreidearten. In den letzten zehn Jahren des 20. Jahrhunderts lebten 99 von 100 Menschen, die in klimabedingten Naturkatastrophen ums Leben kamen, in ärmeren Ländern.

Fairtrade bietet Unterstützung, damit südafrikanische Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen
Fairtrade bietet Unterstützung, damit Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen.

Rechte stärken, Lebensalltag verbessern

Fairtrade ermöglicht es Produzentinnen und Produzenten aus Regionen wie Afrika, Asien und Lateinamerika, zu einer einflussreichen Kraft für Veränderungen in ihrem Umfeld zu werden und selbstbestimmt ihre Zukunft zu gestalten.

Rund 1.66 Millionen Bäuerinnen und Bauern sowie Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen aus 75 Anbauländern profitieren derzeit von ihrer Beteiligung an Fairtrade. Bäuerinnen und Bauern schliessen sich in demokratischen Organisationen zusammen, die ihre Interessen auf dem Markt besser vertreten und über gemeinsame Anschaffungen und Fortbildungen ihre Ernteerträge erhöhen. Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen erhalten durch Fairtrade die Unterstützung, ihren Rechten und Bedürfnissen über demokratische Interessenvertretungen wie Gewerkschaften eine einflussreiche Stimme zu verleihen und bessere Arbeitsbedingungen sowie eine stabilere Lohnsituation zu erreichen.

Prämie und politische Teilhabe

Sie alle profitieren von der Fairtrade-Prämie, die Projekte zur Verbesserung ihres eigenen Lebensalltags  und des Alltags ihrer Familien und ihrer Umgebung finanziert: Bildung, Gesundheitsversorgung, Verbesserungen der Wohnsituation und Massnahmen zur Steigerung der Produktivität landwirtschaftlicher Kleinbetriebe.

Im Fairtrade-System verfügen sie als Mitglieder der Produzentennetzwerke Fairtrade Africa, Network of Asian and Pacific Producers (NAPP) und Coordinator of Fairtrade Latin America and the Caribbean (CLAC) über 50% der Stimmen in der Fairtrade-Generalversammlung.

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