Die Fairtrade-Produzenten

Hinter jedem Produkt stehen Menschen

Auf der Weltkarte sehen Sie eine Auswahl der Fairtrade-Produzenten, deren Produkte und Rohstoffe in der Schweiz verkauft werden*. Mit den Filtern können Sie bequem nach Produkten und/oder Ländern suchen.

Die Kooperative Farmers Development Association (FDA) in Ägypten

Nur ein Jahr nach ihrer Gründung wurde die Farmers Development Association (FDA) aus Ägypten Fairtrade-zertifiziert. Mittlerweile bauen die rund 180 Kleinbäuerinnen und -bauern im Nildelta im Norden von Kairo Reis, Baumwolle, Tee und Gewürze wie beispielsweise Zitronengras an. Viele der Produkte werden auch ökologisch produziert.

Durch die Fairtrade-Prämie konnten schon verschiedene Projekte aus den Bereichen Gesundheit, Infrastruktur und Frauenförderung realisiert werden.


Ort/Land
Heliopolis, Ägypten EG

FLO-ID
2577

Organisationsform
Kooperative

Fläche
463.00 ha

Zertifizierung
2003

Bäuerinnen / Bauern
180


 

Aus Fairtrade-Prämie realisierte Projekte

Gesundheit:
Angebot an Erste-Hilfe-Kurse und Schutzkleider für die Mitglieder der Kooperative.

Infrastruktur:
Installation von mobilen Toiletten

Frauenförderung:
Näh- und Schneiderkurse für Frauen um das Einkommen der Familie mit einer Nebentätigkeit zu verbessern

 

Die Farmers Development Association in Ägypten

Die 2004 gegründete Organisation erhielt schon 2005 die Fairtrade-Zertifizierung. Die Mitglieder der Kooperative sind hauptsächlich in vier Regionen zu finden:
1. In der Umgebung der Sekem-Farm, ungefähr 60 km nordwestlich von Kairo; 2. In der Gegend um Ismaeliya, circa 120 km nordwestlich der ägyptischen Hauptstadt; 3. Im nordwestlichen Nigerdelta, 30-50 km südlich von der historischen Stadt Alexandria und 4. In Oberägypten.

Wie die Benennung der Kooperative schon andeutet, liegt der Fokus der Kleinbauern und -Bäuerinnen auf Entwicklung und der damit verbundenen Verbesserung der Lebensstandards. In allen vier Regionen wurden Analphabetismus und mangelnde Gesundheitsversorgung als die großen Herausforderungen identifiziert. Durch die Fairtrade-Zertifizierung und die damit verbundene Prämie wurden inzwischen diverse Projekte realisiert: So konnten für die Mitglieder der Kooperative Erste-Hilfe-Kurse und Schutzkleider angeboten, mobile Toiletten installiert und Näh- und Schneiderkurse für Frauen realisiert werden. Tarek Mohamed Moustafa, ein an der Gründung beteiligter "Demeter"-Farmer ist glücklich über die positiven Entwicklungen: "Seitdem die Farmers Development Association (FDA) den Schneiderei-Workshop auf meinem Hof ins Leben gerufen und die jungen Frauen vom Dorf ausgebildet hat, haben diese angefangen Kleidung herzustellen und zu verkaufen. Sie sind nun in der Lage ihre Lebensgrundlage zu bestreiten und für die Familien ein Extra-Einkommen bereitzustellen", sagt er.

 

Zukunftsorientierte Projektplanung

Die Mitglieder der Kooperative treffen sich regelmäßig, um gemeinsam zu überlegen und zu entscheiden, welche Projekte in Zukunft realisiert werden sollen. Weiterhin geplant stehen eine Entwässerungsgrube und eine Aufbereitungsanlage auf dem Programm. Generell spiegeln diese Pläne das wachsende Bewusstsein für Themen wie die öffentliche Gesundheit, Umweltbelastung und Naturschutz wider. Tarek Moustafa stellt fest: "All‘ unsere Bemühungen haben zu sehr positiven Veränderungen auf den Bauernhöfen unserer Mitglieder geführt. Aber am wichtigsten ist, dass sie zu mehr Bewusstsein unserer sozialen und ökologischen Umwelt geführt haben. Wir sehen nun, dass es an uns selber liegt, die Situation in unseren Gemeinden zu verändern. Wir müssen auf niemanden warten."

 

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Bäuerinnen und Bauern, Arbeiterinnen und Arbeiter auf der ganzen Welt sorgen dafür, dass wir täglich ein umfangreiches Warenangebot vorfinden. 70% der Weltbevölkerung ernährt sich von Lebensmitteln, die von 500 Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern angebaut wurden. Landwirtschaft ist die bedeutendste Einkommens- und Beschäftigungsquelle für arme Haushalte in ländlichen Gebieten, 40% der gegenwärtigen Weltbevölkerung bestreitet aus ihr ihren Lebensunterhalt.

Das weltweite Handelssystem sorgt dafür, dass die Vorteile des Welthandels ungerecht verteilt sind und die Menschen am Anfang der Lieferkette in sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern mit schlechteren Ausgangsbedingungen, weniger Einfluss und prekäreren Arbeits- und Lebensverhältnissen zu kämpfen haben.

Ausserdem sind kleinbäuerliche Betriebe vom Klimawandel am härtesten betroffen. Nutzflächen der Grössenordnung von 12 Millionen Hektar pro Jahr werden wegen Wüstenbildung und Dürre unbebaubar. Bereits ein geringer Temperaturanstieg von 1°C führt zu Ernteeinbussen von 5-10% für die verbreitetsten Getreidearten. In den letzten zehn Jahren des 20. Jahrhunderts lebten 99 von 100 Menschen, die in klimabedingten Naturkatastrophen ums Leben kamen, in ärmeren Ländern.

Fairtrade bietet Unterstützung, damit südafrikanische Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen
Fairtrade bietet Unterstützung, damit Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen.

Rechte stärken, Lebensalltag verbessern

Fairtrade ermöglicht es Produzentinnen und Produzenten aus Regionen wie Afrika, Asien und Lateinamerika, zu einer einflussreichen Kraft für Veränderungen in ihrem Umfeld zu werden und selbstbestimmt ihre Zukunft zu gestalten.

Rund 1.66 Millionen Bäuerinnen und Bauern sowie Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen aus 75 Anbauländern profitieren derzeit von ihrer Beteiligung an Fairtrade. Bäuerinnen und Bauern schliessen sich in demokratischen Organisationen zusammen, die ihre Interessen auf dem Markt besser vertreten und über gemeinsame Anschaffungen und Fortbildungen ihre Ernteerträge erhöhen. Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen erhalten durch Fairtrade die Unterstützung, ihren Rechten und Bedürfnissen über demokratische Interessenvertretungen wie Gewerkschaften eine einflussreiche Stimme zu verleihen und bessere Arbeitsbedingungen sowie eine stabilere Lohnsituation zu erreichen.

Prämie und politische Teilhabe

Sie alle profitieren von der Fairtrade-Prämie, die Projekte zur Verbesserung ihres eigenen Lebensalltags  und des Alltags ihrer Familien und ihrer Umgebung finanziert: Bildung, Gesundheitsversorgung, Verbesserungen der Wohnsituation und Massnahmen zur Steigerung der Produktivität landwirtschaftlicher Kleinbetriebe.

Im Fairtrade-System verfügen sie als Mitglieder der Produzentennetzwerke Fairtrade Africa, Network of Asian and Pacific Producers (NAPP) und Coordinator of Fairtrade Latin America and the Caribbean (CLAC) über 50% der Stimmen in der Fairtrade-Generalversammlung.

Fairtrade-Produzenten-Karte

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