Die Fairtrade-Produzenten

Hinter jedem Produkt stehen Menschen

Auf der Weltkarte sehen Sie eine Auswahl der Fairtrade-Produzenten, deren Produkte und Rohstoffe in der Schweiz verkauft werden*. Mit den Filtern können Sie bequem nach Produkten und/oder Ländern suchen.

Die Kakao-Kooperative Cacvra in Peru

Gegründet wurde CACVRA bereits im Jahr 1969 um das Transport- und Vermarktungsmonopol der Zwischenhändler zu brechen und bessere Preise für Kaffee und Kakao zu erzielen. In der Folge musste die Kooperative noch viele Probleme bewältigen, bevor sie 2004 erste Verkäufe unter Fairtrade-Bedingungen abwickeln konnte.


Ort/Land
La Mar, Peru PE

FLO-ID
2663

Organisationsform
Kooperative

Fläche
6022.00 ha

Gründung
1968

Zertifizierung
2003

Bäuerinnen / Bauern
1600


Teaserbild

 

Aus Fairtrade-Prämie realisierte Projekte

Die Fairtrade-Prämie wurde unter anderem in folgende Bereiche investiert:

Bildung:
- Bau von Schulen in ländlichen Gebieten
- Workshops zu verschiedenen Themen für alle Mitglieder
- Ermöglichen eines Radioprogrammes

Infrastruktur:
- Kauf von Computern und Finazierung von technischer Unterstützung

Weiteres:
- Einrichtung eines Sozialfonds
- Bau von zwei Warenhäuser

 

"Dank Fairtrade haben wir gute Handelsbeziehungen zu wichtigen Partnern."

Lui Diaz Aylas, Kakaobauer und Mitglied von Cacvra

Bereits in den 50er Jahren wanderten zahlreiche indigene Kleinbauern und Kleinbäuerinnen aus dem Andenhochland in den Südosten Perus, in das Tiefland des Rio Apurimac-Tales, in der Hoffnung, dort günstigere Lebensbedingungen zu finden. Das dünn besiedelte Gebiet im Randbereich des Amazonasbeckens lockt mit seinen natürlichen Ressourcen. Auch die Kleinbauernkooperative CACVRA wurde im Jahr 1970 als Zusammenschluss mehrerer Dorfgemeinschaften in dieser Region gegründet.

 

Schwierige Rahmenbedingungen

Die Kooperative CACVRA ist in ihrer direkten Umgebung mit schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert, die Lage vor Ort gestaltet sich äußerst schwierig. Das Gebiet zählt zu den ärmsten Regionen des Landes. Die Lebenserwartung liegt deutlich unter dem Landesdurchschnitt, die Analphabetenrate deutlich darüber. Über 40% der Kinder sind deutlich unterernährt, die Infrastruktur unterentwickelt, das Bildungs- und Gesundheitssystem unzureichend. Das Gebiet gilt außerdem als eines der Rückzugs- und Einflussgebiete des "Sendereo Luminoso" - der peruianischen Guerillabewegung. Die offizielle Armee ging bei ihren Gegenschlägen oft schonungslos gegen die Bevölkerung vor und auch die unabhängigen Kooperativen von Kakao- und KaffeeproduzentInnen gerieten in den 1980er und 1990er Jahren immer wieder zwischen die Fronten.

 

Demokratische Strukturen trotz widriger Umstände

CACVRA ist es in diesem schwierigen Kontext dennoch gelungen, die demokratischen Strukturen und die gemeinsame Vermarktung von Kaffee und Kakao aufrecht zu erhalten und die ca. 1000 Mitgliederfamilien mit Beratungen, Krediten und bei der Bio-Zertifizierung zu unterstützen. Derzeit werden bereits zwei Drittel der Kaffee- und Kakaoproduktion organisch-biologisch angebaut. Tendenz steigend. Für die indigenen ProduzentInnen ist der Bio-Landbau die logische Fortsetzung ihres traditionellen und behutsamen Umgangs mit der "Pacha Mama", der Mutter Erde.

Das oberste Gremium der Kooperative ist die Generalversammlung der Delegierten der 34 Lokalkomitees. Zusätzlich gibt es ein Aufsichtskomitee, ein internes Prüfungskomitee zur Prüfung der Auflagen durch die Bio- und Fairtrade-Zertifizierung und ein Bildungskomitee, das vor allem von der Fairtrade-Sozialprämie profitieren soll. Der Vorstand und das Aufsichtsratkomitee werden von der Generalversammlung auf ein Jahr gewählt.

EZA Fairer Handel GmbH

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Bäuerinnen und Bauern, Arbeiterinnen und Arbeiter auf der ganzen Welt sorgen dafür, dass wir täglich ein umfangreiches Warenangebot vorfinden. 70% der Weltbevölkerung ernährt sich von Lebensmitteln, die von 500 Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern angebaut wurden. Landwirtschaft ist die bedeutendste Einkommens- und Beschäftigungsquelle für arme Haushalte in ländlichen Gebieten, 40% der gegenwärtigen Weltbevölkerung bestreitet aus ihr ihren Lebensunterhalt.

Das weltweite Handelssystem sorgt dafür, dass die Vorteile des Welthandels ungerecht verteilt sind und die Menschen am Anfang der Lieferkette in sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern mit schlechteren Ausgangsbedingungen, weniger Einfluss und prekäreren Arbeits- und Lebensverhältnissen zu kämpfen haben.

Ausserdem sind kleinbäuerliche Betriebe vom Klimawandel am härtesten betroffen. Nutzflächen der Grössenordnung von 12 Millionen Hektar pro Jahr werden wegen Wüstenbildung und Dürre unbebaubar. Bereits ein geringer Temperaturanstieg von 1°C führt zu Ernteeinbussen von 5-10% für die verbreitetsten Getreidearten. In den letzten zehn Jahren des 20. Jahrhunderts lebten 99 von 100 Menschen, die in klimabedingten Naturkatastrophen ums Leben kamen, in ärmeren Ländern.

Fairtrade bietet Unterstützung, damit südafrikanische Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen
Fairtrade bietet Unterstützung, damit Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen.

Rechte stärken, Lebensalltag verbessern

Fairtrade ermöglicht es Produzentinnen und Produzenten aus Regionen wie Afrika, Asien und Lateinamerika, zu einer einflussreichen Kraft für Veränderungen in ihrem Umfeld zu werden und selbstbestimmt ihre Zukunft zu gestalten.

Rund 1.66 Millionen Bäuerinnen und Bauern sowie Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen aus 75 Anbauländern profitieren derzeit von ihrer Beteiligung an Fairtrade. Bäuerinnen und Bauern schliessen sich in demokratischen Organisationen zusammen, die ihre Interessen auf dem Markt besser vertreten und über gemeinsame Anschaffungen und Fortbildungen ihre Ernteerträge erhöhen. Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen erhalten durch Fairtrade die Unterstützung, ihren Rechten und Bedürfnissen über demokratische Interessenvertretungen wie Gewerkschaften eine einflussreiche Stimme zu verleihen und bessere Arbeitsbedingungen sowie eine stabilere Lohnsituation zu erreichen.

Prämie und politische Teilhabe

Sie alle profitieren von der Fairtrade-Prämie, die Projekte zur Verbesserung ihres eigenen Lebensalltags  und des Alltags ihrer Familien und ihrer Umgebung finanziert: Bildung, Gesundheitsversorgung, Verbesserungen der Wohnsituation und Massnahmen zur Steigerung der Produktivität landwirtschaftlicher Kleinbetriebe.

Im Fairtrade-System verfügen sie als Mitglieder der Produzentennetzwerke Fairtrade Africa, Network of Asian and Pacific Producers (NAPP) und Coordinator of Fairtrade Latin America and the Caribbean (CLAC) über 50% der Stimmen in der Fairtrade-Generalversammlung.

Fairtrade-Produzenten-Karte

Erfahren Sie mehr über die Produzenten und wie Fairtrade für die Kleinbauernfamilien und Plantagenarbeiterinnen und -arbeiter einen Unterschied macht. Filtern Sie bequem nach den Produkten und Orten, die Sie interessieren.