Die Fairtrade-Produzenten

Hinter jedem Produkt stehen Menschen

Auf der Weltkarte sehen Sie eine Auswahl der Fairtrade-Produzenten, deren Produkte und Rohstoffe in der Schweiz verkauft werden*. Mit den Filtern können Sie bequem nach Produkten und/oder Ländern suchen.

Die Imkervereinigung Flor de Campanilla in Mexiko

Flor de Campanilla zählt zurzeit 18 Mitglieder aus 7 Dörfern entlang der pazifischen Küste Oaxacas. Sie alle gehören der indigenen Ethnie der Mixtekas an. Die meisten Mitglieder leben in so genannten „Ejidos“ – indigenen Gemeinschaften, in denen das Land gemeinschaftlich verwaltet wird – und haben Anspruch auf ihre Parzelle.


Ort/Land
71770 Jamiltepec-Oaxaca, Mexiko MX

FLO-ID
1610

Organisationsform
Kooperative

Produktion
34.00 t

Gründung
1991

Zertifizierung
1994

Bäuerinnen / Bauern
18


Kleinbauer von Flor de Campanilla

 

Aus Fairtrade-Prämie realisierte Projekte

Errichtung eines Lagerhauses

Bau einer kleinen Schreinerei

Beschaffung eines LKW für den Transport des Honigs

Unterstützung der Imkerinnen und Imker im Bereich Vorfinanzierung und technische Beratung

 

Die indigene Bevölkerung des Bundesstaates Oaxaca im Südwesten Mexikos lebt vor allem von der Subsistenzlandwirtschaft. Während der 1970er Jahre unternahm die lokale Regierung erstmals Versuche, die Kleinbauern und -bäuerinnen als ImkerInnen auszubilden, um ihnen dadurch ein Zusatzeinkommen zu ermöglichen. Als großes Problem stellte sich in der Folge die Vermarktung des Honigs dar, denn die ProduzentInnen waren aufgrund der Abgeschiedenheit ihrer Siedlungen auf ZwischenhändlerInnen angewiesen, die diese Situation für sich zu nutzen wussten und sehr niedrige Preise zahlten. Ende der 1980er Jahre unternahmen einige der ProduzentInnen erste Versuche sich zu organisieren, um den Honig selbst zu vermarkten. Mit Unterstützung des Fairen Handels ist es gelungen die Honigproduktion stark zu erhöhen, auf organisch-biologische Produktion umzustellen und an die 60 Tonnen Honig auf dem internationalen Markt zu verkaufen.

 

Flor de Campanilla

Die 1992 gegen viele Widerstände seitens großer Bienenzüchter und ZwischenhändlerInnen gegründete Imkervereinigung Productores de Miel "Flor de Campanilla" aus Santiago Pinotepa Nacional im Bundesstaat Oaxaca hat sich zum Ziel gesetzt, durch die Direktvermarktung von Honig höhere Gewinne für die ProduzentInnen zu erzielen. Ihren Mitgliedern bietet Flor de Campanilla sowohl Vorfinanzierung, technische Beratung, als auch günstige Bienenstöcke an. In ihrem Lagerhaus befindet sich eine eigene kleine Schreinerei, die die Bienenkästen für die Mitglieder kostengünstig herstellt. Für den Transport des Honigs von den ImkerInnen zum zentralen Lagerhaus in Santiago Pinotepa Nacional wurde ein LKW angeschafft, der bei Nichtgebrauch an andere Bauern verliehen wird. Die Weiterverarbeitung des Honigs erfolgt durch Flor de Campanilla selbst. Die wirtschaftliche Entwicklung der Gruppe ist trotz des Rückschlags aufgrund des Hurrikans "Paulina" 1997, bei dem viele ProduzentInnen ihre Bienenstöcke verloren, und sich die Honigernte um 50% reduzierte, sehr gut: Heute verfügt Flor de Campanilla über ein eigenes Büro, leistet sich die Bezahlung eines Beraters und ist in der Lage, Projekte zu formulieren und um externe Finanzierung anzusuchen.Pläne für die Zukunft sind die Ausdehnung der Honigproduktion und die Vermarktung des Honigs auf dem mexikanischen Markt weiter voranzutreiben.

 

Die ProduzentInnen

Die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern bauen sowohl Mais, Bohnen, Früchte und Kürbisse für den Eigenbedarf sowie Sesam und Hibiskus für den lokalen Markt an. Andere Mitglieder müssen das zu bearbeitende Land pachten.
Die Mitglieder haben im Durchschnitt 159 Bienenstöcke. Die damit erzielte Honigproduktion deckt für manche Mitglieder bis zu 75% ihres Geldeinkommens ab und ist daher von großer Bedeutung für die ProduzentInnen. Durch die Einkommen aus der Bienenzucht konnten die Mitglieder ihren Lebensstandard merklich verbessern (Investitionen in Häuser, Ausbildung der Kinder, Investitionen in die eigene Ausbildung bzw. Bienenzucht).

EZA Fairer Handel GmbH

Zurück

Bäuerinnen und Bauern, Arbeiterinnen und Arbeiter auf der ganzen Welt sorgen dafür, dass wir täglich ein umfangreiches Warenangebot vorfinden. 70% der Weltbevölkerung ernährt sich von Lebensmitteln, die von 500 Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern angebaut wurden. Landwirtschaft ist die bedeutendste Einkommens- und Beschäftigungsquelle für arme Haushalte in ländlichen Gebieten, 40% der gegenwärtigen Weltbevölkerung bestreitet aus ihr ihren Lebensunterhalt.

Das weltweite Handelssystem sorgt dafür, dass die Vorteile des Welthandels ungerecht verteilt sind und die Menschen am Anfang der Lieferkette in sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern mit schlechteren Ausgangsbedingungen, weniger Einfluss und prekäreren Arbeits- und Lebensverhältnissen zu kämpfen haben.

Ausserdem sind kleinbäuerliche Betriebe vom Klimawandel am härtesten betroffen. Nutzflächen der Grössenordnung von 12 Millionen Hektar pro Jahr werden wegen Wüstenbildung und Dürre unbebaubar. Bereits ein geringer Temperaturanstieg von 1°C führt zu Ernteeinbussen von 5-10% für die verbreitetsten Getreidearten. In den letzten zehn Jahren des 20. Jahrhunderts lebten 99 von 100 Menschen, die in klimabedingten Naturkatastrophen ums Leben kamen, in ärmeren Ländern.

Fairtrade bietet Unterstützung, damit südafrikanische Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen
Fairtrade bietet Unterstützung, damit Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen.

Rechte stärken, Lebensalltag verbessern

Fairtrade ermöglicht es Produzentinnen und Produzenten aus Regionen wie Afrika, Asien und Lateinamerika, zu einer einflussreichen Kraft für Veränderungen in ihrem Umfeld zu werden und selbstbestimmt ihre Zukunft zu gestalten.

Rund 1.66 Millionen Bäuerinnen und Bauern sowie Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen aus 75 Anbauländern profitieren derzeit von ihrer Beteiligung an Fairtrade. Bäuerinnen und Bauern schliessen sich in demokratischen Organisationen zusammen, die ihre Interessen auf dem Markt besser vertreten und über gemeinsame Anschaffungen und Fortbildungen ihre Ernteerträge erhöhen. Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen erhalten durch Fairtrade die Unterstützung, ihren Rechten und Bedürfnissen über demokratische Interessenvertretungen wie Gewerkschaften eine einflussreiche Stimme zu verleihen und bessere Arbeitsbedingungen sowie eine stabilere Lohnsituation zu erreichen.

Prämie und politische Teilhabe

Sie alle profitieren von der Fairtrade-Prämie, die Projekte zur Verbesserung ihres eigenen Lebensalltags  und des Alltags ihrer Familien und ihrer Umgebung finanziert: Bildung, Gesundheitsversorgung, Verbesserungen der Wohnsituation und Massnahmen zur Steigerung der Produktivität landwirtschaftlicher Kleinbetriebe.

Im Fairtrade-System verfügen sie als Mitglieder der Produzentennetzwerke Fairtrade Africa, Network of Asian and Pacific Producers (NAPP) und Coordinator of Fairtrade Latin America and the Caribbean (CLAC) über 50% der Stimmen in der Fairtrade-Generalversammlung.

Fairtrade-Produzenten-Karte

Erfahren Sie mehr über die Produzenten und wie Fairtrade für die Kleinbauernfamilien und Plantagenarbeiterinnen und -arbeiter einen Unterschied macht. Filtern Sie bequem nach den Produkten und Orten, die Sie interessieren.