Die Fairtrade-Produzenten

Hinter jedem Produkt stehen Menschen

Auf der Weltkarte sehen Sie eine Auswahl der Fairtrade-Produzenten, deren Produkte und Rohstoffe in der Schweiz verkauft werden*. Mit den Filtern können Sie bequem nach Produkten und/oder Ländern suchen.

Die Honig-Kooperative Apicoop in Chile

In der Kooperative „Apicoop“ sind Kleinbäuerinnen und Kleinbauern organisiert, die Honig für den Binnenmarkt und für den Export produzieren. Die Kooperative zählt inzwischen mehr als 140 Mitglieder. Viele von ihnen stammen aus dem indigenen Volk der „Mapuche“. Die Produzentinnen und Produzenten verfolgen das gemeinsame Ziel, ihre Mitbestimmung durch demokratische Organisationsstrukturen zu fördern.


Ort/Land
Paillaco, Chile CL

FLO-ID
1597

Organisationsform
Kooperative

Produktion
250.00 t

Gründung
1979

Zertifizierung
1993

Bäuerinnen / Bauern
470


 

Aus Fairtrade-Prämie realisierte Projekte

Infrastruktur:
Erwerb eines Lastwagens für den Transport der Honigbehälter und eines Wagens für die technische Assistenz. Kauf von Computern für die Administration der Kooperative.

Erwerb eines Grundstücks für die Produktion von Heidelbeeren. Damit erhalten die Mitglieder die Möglichkeit, sich zu diversifizieren.

Bildung:
Weiterbildungskurse für die Mitglieder der Kooperative

 

Diese Kooperative verschafft Hunderten von Familien neue Zukunftsperspektiven. Die Lebensbedingungen in dieser Region haben sich deutlich verbessert, so konnten etwa die Dörfer mit Strom versorgt werden. Die Kooperative kommt aber vor allem den Kindern zugute. Viele von ihnen konnten früher nur die ersten drei Schuljahre besuchen. Innert einem Jahr erhielten nun mehr als 1000 Kinder finanzielle Hilfe, dank der sie auch nach Abschluss der Primarschule weiterhin zur Schule gehen können.

Juan Eduardo Henríquez, Direktor der Kooperative

"Positiv ist vor allem, dass aufgezeigt wird, dass die organisierten Honig-KleinproduzentInnen in der Lage sind, eine produktive Kraft dazustellen", erzählt Juán E. Henriquez Santos von APICOOP, "das ist für ein Land wie Chile höchst interessant, und zwar nicht wegen der Produktionsmenge oder der erwirtschafteten Devisen: Vielmehr geht es um den praktischen Beweis, dass es möglich ist, mit Initiativen wie dieser Armut und Hoffnungslosigkeit zu überwinden. Denn nur wenn sich Menschen organisieren, haben sie die Kraft ihre Anliegen durchzusetzen."

 

Die FAIRTRADE-Prämie

Für Honig, den die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zu FAIRTRADE-Bedingungen verkaufen können, wird die FAIRTRADE-Prämie für Soziales, Infrastruktur und Bildung an die Kooperative bezahlt. Die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern entscheiden demokratisch über die Verwendung der Prämiengelder. Aus den Mitteln der Prämie wurden bereits Weiterbildungskurse für die Mitglieder der Kooperative finanziert. Außerdem wurden Lastwagen für den Transport der Honigbehälter angeschafft und Computer für die Administration der Kooperative. Außerdem haben die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern entschieden, einen Teil der Prämiengelder in den Erwerb eines weiteren Grundstückes zu investieren. Auf dem Grundstück werden Heidelbeeren angebaut und damit ein erster wichtiger Schritt zur Diversifizierung der eigenen Produktpalette gesetzt.

 

FAIRTRADE-Mindestpreis für Honig

Honig wird nicht an der Börse gehandelt, der Preis setzt sich vielmehr aus den unterschiedlichen Produktionskosten, der Herkunft aus verschiedenen Klima- und Vegetationszonen und dem Ertrag je Bienenvolk zusammen. Das weltweite Überangebot lässt die Preise dieses Produkts ständig schwanken. Im Fairen Handel gelten für Honig Mindestpreise, die Produktionskosten decken, die unter menschenwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen entstehen. Sie tragen zur Sicherung der Lebensgrundlage der ImkerInnen und deren Familien bei und geben den Produzentenorganisationen Spielraum für die Verwirklichung gemeinschaftlicher Ziele.

Informationen zur Verfügung gestellt von:
Max Havelaar Schweiz und

 

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Bäuerinnen und Bauern, Arbeiterinnen und Arbeiter auf der ganzen Welt sorgen dafür, dass wir täglich ein umfangreiches Warenangebot vorfinden. 70% der Weltbevölkerung ernährt sich von Lebensmitteln, die von 500 Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern angebaut wurden. Landwirtschaft ist die bedeutendste Einkommens- und Beschäftigungsquelle für arme Haushalte in ländlichen Gebieten, 40% der gegenwärtigen Weltbevölkerung bestreitet aus ihr ihren Lebensunterhalt.

Das weltweite Handelssystem sorgt dafür, dass die Vorteile des Welthandels ungerecht verteilt sind und die Menschen am Anfang der Lieferkette in sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern mit schlechteren Ausgangsbedingungen, weniger Einfluss und prekäreren Arbeits- und Lebensverhältnissen zu kämpfen haben.

Ausserdem sind kleinbäuerliche Betriebe vom Klimawandel am härtesten betroffen. Nutzflächen der Grössenordnung von 12 Millionen Hektar pro Jahr werden wegen Wüstenbildung und Dürre unbebaubar. Bereits ein geringer Temperaturanstieg von 1°C führt zu Ernteeinbussen von 5-10% für die verbreitetsten Getreidearten. In den letzten zehn Jahren des 20. Jahrhunderts lebten 99 von 100 Menschen, die in klimabedingten Naturkatastrophen ums Leben kamen, in ärmeren Ländern.

Fairtrade bietet Unterstützung, damit südafrikanische Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen
Fairtrade bietet Unterstützung, damit Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen.

Rechte stärken, Lebensalltag verbessern

Fairtrade ermöglicht es Produzentinnen und Produzenten aus Regionen wie Afrika, Asien und Lateinamerika, zu einer einflussreichen Kraft für Veränderungen in ihrem Umfeld zu werden und selbstbestimmt ihre Zukunft zu gestalten.

Rund 1.66 Millionen Bäuerinnen und Bauern sowie Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen aus 75 Anbauländern profitieren derzeit von ihrer Beteiligung an Fairtrade. Bäuerinnen und Bauern schliessen sich in demokratischen Organisationen zusammen, die ihre Interessen auf dem Markt besser vertreten und über gemeinsame Anschaffungen und Fortbildungen ihre Ernteerträge erhöhen. Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen erhalten durch Fairtrade die Unterstützung, ihren Rechten und Bedürfnissen über demokratische Interessenvertretungen wie Gewerkschaften eine einflussreiche Stimme zu verleihen und bessere Arbeitsbedingungen sowie eine stabilere Lohnsituation zu erreichen.

Prämie und politische Teilhabe

Sie alle profitieren von der Fairtrade-Prämie, die Projekte zur Verbesserung ihres eigenen Lebensalltags  und des Alltags ihrer Familien und ihrer Umgebung finanziert: Bildung, Gesundheitsversorgung, Verbesserungen der Wohnsituation und Massnahmen zur Steigerung der Produktivität landwirtschaftlicher Kleinbetriebe.

Im Fairtrade-System verfügen sie als Mitglieder der Produzentennetzwerke Fairtrade Africa, Network of Asian and Pacific Producers (NAPP) und Coordinator of Fairtrade Latin America and the Caribbean (CLAC) über 50% der Stimmen in der Fairtrade-Generalversammlung.

Fairtrade-Produzenten-Karte

Erfahren Sie mehr über die Produzenten und wie Fairtrade für die Kleinbauernfamilien und Plantagenarbeiterinnen und -arbeiter einen Unterschied macht. Filtern Sie bequem nach den Produkten und Orten, die Sie interessieren.