Die Fairtrade-Produzenten

Hinter jedem Produkt stehen Menschen

Auf der Weltkarte sehen Sie eine Auswahl der Fairtrade-Produzenten, deren Produkte und Rohstoffe in der Schweiz verkauft werden*. Mit den Filtern können Sie bequem nach Produkten und/oder Ländern suchen.

Die Blumenfarm Panda Flowers in Kenia

Auf der Panda Flowers Blumenfarm um den Lake Naivasha arbeiten etwa 800 Menschen. Davon sind mehr als 500 Frauen. Die Rosen sind sehr empfindlich. Vermehrung, Pflanzung, Pflege, Düngen, Pflücken und Verpacken: all dies erfordert ein Heer von umsichtigen Händen. Die Männer übernehmen auf der Farm u.a. die Bewässerung und den Pflanzenschutz.


Ort/Land
Naivasha, Kenia KE

FLO-ID
3719

Organisationsform
Plantage

Fläche
50.00 ha

Gründung
2000

Zertifizierung
2000

Arbeiterinnen / Arbeiter
2000


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Aus Fairtrade-Prämie realisierte Projekte

Gesundheit:
- Bau eines modernen Wasserreinigunssystems zur Herstellung von sauberem Trinkwasser
- Unterstützung des lokalen Krankenhauses
- Planung eines eigenen "Woman´s Health Care Centre" für die gesamte Region

Soziales:
- Bau von neuen Unterkunftsmöglichkeiten für die Beschäftigten

 

"Ehrlich gesagt: Noch vor einigen Jahren haben mich die Zukunftssorgen schier erdrückt. Ich bin alleinerziehend. Niemals hätte ich zu hoffen gewagt, dass meine beiden Kinder je zur Schule gehen würden und ich ein eigenes Häuschen besitzen würde. Und heute ist beides tatsächlich Wirklichkeit! "

Grace Mumbi (38) über den Bildungsfond:

Die Blumenfarmen um den Lake Naivasha bieten Zehntausenden von Menschen Lohn und Brot, knapp 2000 Beschäftigte finden allein bei Panda Flowers ihr Auskommen, jener Farm, die sich schon seit über acht Jahren dem Fairen Handel verschrieben hat.

Die Angestellten sind überwiegend weiblich. Daher wundert es nicht, dass auch im 16-köpfigen Fairtrade-Prämien-Komitee, das Komitee, das über die Belange des Fairen Handels auf der Farm entscheidet, die Frauen mit 12 Mitgliedern in der Mehrheit sind. Es sind Frauen, die nur die Grundschule besuchten und es als großes Glück empfinden, auf der Rosenfarm arbeiten zu dürfen und solche, die eine weiterführende Bildung genossen haben, aber keine Stelle fanden und die Blumenfarm nur als Sprungbrett begreifen.

 

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"Bevor es den Fairen Handel gab, waren die Arbeitsbedingungen viel schlechter. Es gab keine Arbeits- und Schutzkleidung, das Gehalt war deutlich niedriger und kam nicht rechtzeitig - vor allem aber gab es keine Jobsicherheit, es war völlig unmöglich, für die Zukunft zu planen. Das hat sich inzwischen komplett geändert. Früher wurden wir Frauen diskriminiert. Es gab noch nicht einmal Mutterschutzurlaub, bis zum letzten Tag der Schwangerschaft haben wir gearbeitet. Inzwischen bekommen sogar die Männer eine Woche frei, um sich um die Mutter und das Kind kümmern zu können!", erklärt Ester Wangari (27).

Unter den Frauen des Fairtrade-Prämien-Komitees ist keinerlei Hierarchie spürbar. Als sie über die Erfolge ihrer Arbeit berichten, tauen auch die anderen Frauen auf und ihr Selbstbewusstsein wird spürbar. Gemäß ihrer Interessen engagieren sie sich in verschiedenen Bereichen. Esther führt durch die Maismühle, die mit den Prämiengeldern errichtet wurde. Angeschlossen sind Räumlichkeiten, in denen Fortbildungskurse stattfinden, und das Büro des Arbeiter-Kommitees, das sich den Arbeiterbelangen auf der Farm widmet.

"Mit einem leeren Magen kann man nicht arbeiten, Essen ist nun mal ein Grundbedürfnis! Mit Hilfe der Maismühle, die mit Prämiengeldern gebaut wurde, können wir das Mehl zu sehr günstigen Preisen einkaufen - und das sogar auf Kredit, wenn es grade mal wirklich ganz knapp ist. Selbst im allerschlimmsten Falle muss also niemand hungern. Und wegen des unschlagbaren Preises haben wir Geld für andere wichtige Dinge übrig", sagt Esther.

 

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Fairtrade wirkt!

Durch die Fairtrade-Prämie konnten bis heute schon vielfältige Projekte zum Wohle der Beschäftigten, ihrer Familie und der gesamten Gemeinde verwirklicht werden:
Beispielsweise investierte die Panda-Flowers Blumenfarm in ein modernes Wasserreinigunssystem und stellt damit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu einem Zehntel des normalen Marktpreises günstiges, frisches und sauberes Trinkwasser zur Verfügung.
Des Weiteren versucht Panda Flowers seinen Beschäftigten ein eigenes Zuhause anzubieten. Dafür wurden mittlerweile schon 30 neue Häuser, nicht weit entfernt von der Panda-Flowers Blumenfarm, erbaut. Auf einem kleinen Berg gelegen, besitzt jedes dieser Häuser einen tollen Ausblick auf die Berge und den nahgelegenen See.

Auch ein "Woman´s Health Care Centre" soll errichtet werden, das ebenfalls mithilfe der Fairtrade-Prämie verwirklicht werden soll. Das regionale Krankenhaus konnte die ärztliche Versorgung der Gemeinde nicht mehr tragen, da alleine in den letzten Jahren 70.000 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Region eingestellt worden sind. Das Krankenhaus platzt aus allen Nähten und eine Vergrößerung ist dringend notwendig.
Mit der Fairtrade-Prämie wird das lokale Krankenhaus um einen Kreissaal und neue Krankenzimmer und Operationssäle erweitert. Somit wird die ärztliche Versorgung für die Beschäftigten und deren Familie deutlich verbessert. Gleichzeitig wird das "Woman´s Health Care Centre" zu den bestausgestatteten Krankenhäuser der gesamten Region zählen.

 

Housing Project in Kenia
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Bäuerinnen und Bauern, Arbeiterinnen und Arbeiter auf der ganzen Welt sorgen dafür, dass wir täglich ein umfangreiches Warenangebot vorfinden. 70% der Weltbevölkerung ernährt sich von Lebensmitteln, die von 500 Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern angebaut wurden. Landwirtschaft ist die bedeutendste Einkommens- und Beschäftigungsquelle für arme Haushalte in ländlichen Gebieten, 40% der gegenwärtigen Weltbevölkerung bestreitet aus ihr ihren Lebensunterhalt.

Das weltweite Handelssystem sorgt dafür, dass die Vorteile des Welthandels ungerecht verteilt sind und die Menschen am Anfang der Lieferkette in sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern mit schlechteren Ausgangsbedingungen, weniger Einfluss und prekäreren Arbeits- und Lebensverhältnissen zu kämpfen haben.

Ausserdem sind kleinbäuerliche Betriebe vom Klimawandel am härtesten betroffen. Nutzflächen der Grössenordnung von 12 Millionen Hektar pro Jahr werden wegen Wüstenbildung und Dürre unbebaubar. Bereits ein geringer Temperaturanstieg von 1°C führt zu Ernteeinbussen von 5-10% für die verbreitetsten Getreidearten. In den letzten zehn Jahren des 20. Jahrhunderts lebten 99 von 100 Menschen, die in klimabedingten Naturkatastrophen ums Leben kamen, in ärmeren Ländern.

Fairtrade bietet Unterstützung, damit südafrikanische Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen
Fairtrade bietet Unterstützung, damit Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen.

Rechte stärken, Lebensalltag verbessern

Fairtrade ermöglicht es Produzentinnen und Produzenten aus Regionen wie Afrika, Asien und Lateinamerika, zu einer einflussreichen Kraft für Veränderungen in ihrem Umfeld zu werden und selbstbestimmt ihre Zukunft zu gestalten.

Rund 1.66 Millionen Bäuerinnen und Bauern sowie Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen aus 75 Anbauländern profitieren derzeit von ihrer Beteiligung an Fairtrade. Bäuerinnen und Bauern schliessen sich in demokratischen Organisationen zusammen, die ihre Interessen auf dem Markt besser vertreten und über gemeinsame Anschaffungen und Fortbildungen ihre Ernteerträge erhöhen. Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen erhalten durch Fairtrade die Unterstützung, ihren Rechten und Bedürfnissen über demokratische Interessenvertretungen wie Gewerkschaften eine einflussreiche Stimme zu verleihen und bessere Arbeitsbedingungen sowie eine stabilere Lohnsituation zu erreichen.

Prämie und politische Teilhabe

Sie alle profitieren von der Fairtrade-Prämie, die Projekte zur Verbesserung ihres eigenen Lebensalltags  und des Alltags ihrer Familien und ihrer Umgebung finanziert: Bildung, Gesundheitsversorgung, Verbesserungen der Wohnsituation und Massnahmen zur Steigerung der Produktivität landwirtschaftlicher Kleinbetriebe.

Im Fairtrade-System verfügen sie als Mitglieder der Produzentennetzwerke Fairtrade Africa, Network of Asian and Pacific Producers (NAPP) und Coordinator of Fairtrade Latin America and the Caribbean (CLAC) über 50% der Stimmen in der Fairtrade-Generalversammlung.

Fairtrade-Produzenten-Karte

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