Die Fairtrade-Produzenten

Hinter jedem Produkt stehen Menschen

Auf der Weltkarte sehen Sie eine Auswahl der Fairtrade-Produzenten, deren Produkte und Rohstoffe in der Schweiz verkauft werden*. Mit den Filtern können Sie bequem nach Produkten und/oder Ländern suchen.

Die Blumenfarm Oserian in Kenia

Die Blumenfarm "Oserian" liegt an den Ufern des Naivasha-Sees, einem der höchstgelegenen Seen Ostafrikas. Der Name "Oserian" bedeutet "Ort des Friedens" in der Sprache der Massai. Insgesamt sind über 6000 Menschen auf der Blumenfarm beschäftigt. Rund 90 % davon haben eine permanente Anstellung, etwa 10 % arbeiten saisonal auf der Blumenfarm. Oserian produziert beeindruckende 350 Millionen Stiele Rosen pro Jahr.


Ort/Land
Naivasha, Kenia KE

FLO-ID
2763

Organisationsform
Plantage

Fläche
230.00 ha

Gründung
1989

Zertifizierung
2002

Arbeiterinnen / Arbeiter
6004

www


 

Aus Fairtrade-Prämie realisierte Projekte

Bildung:
Mit der Fairtrade-Prämie wurde der Bau eines Kindergartens und einer Primarschule finanziert und die Einrichtungen werden mit Schulmaterial beliefert. Zudem erhalten die Kinder der Arbeiterinnen und Arbeiter ein Stipendium.

Produkt Investitionen:
Das Prämienverwendungskomitee setzt einen Teil der Prämie für ein 5-tägiges Training in Finanz Management ein. Zudem bezahlen die Arbeiter den Delegierten ein Training in Fairtrade und einen Austausch mit anderen Fairtrade-zertifizierten Farmen in der Region.

 

"Die Fairtrade-Sozialprämie hat unser Bildungsniveau stark gehoben, meine drei Kinder konnten die Schule besuchen. Ich möchte den Käufern und Käuferinnen unserer Blumen danken und sie bitten, weiterhin Fairtrade-Rosen zu kaufen: Für sie ist es ein wunderbarer Strauß Rosen, für mich die Möglichkeit, meine Kinder zur Schule zu schicken."

Hellen Anyango OsiagoArbeiterin der Blumenfarm Oserian

Die Fairtrade-Standards schreiben die stetige Verbesserung sozialer und ökologischer Faktoren vor. Um diesen Anforderungen beizukommen werden auf "Oserian" viele Maßnahmen umgesetzt, die sich vor allem in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Umweltschutz auswirken.

Die medizinische Grundversorgung aller ArbeiterInnen ist auf der Blumenfarm gewährleistet.. In Notfällen stehen auf der Blumenfarm 150 Ersthelferinnen und Ersthelfer bereit, die von externen Beratern unterrichtet wurden und deren Erste-Hilfe-Ausrüstung internationalen Standards entspricht.
Im Jahr 2017 wurde verstärkt in das "Oserian Health Centre" investiert, wodurch den ArbeiterInnen ein verbesserter Zugang zu Medikamenten und adäquater ambulanter Versorgung ermöglicht wurde.

Für die Ausbildung und Betreuung der Kinder ist mit Grundschulen und Kindergärten gesorgt, die sich in direkter Nachbarschaft zur Blumenfarm befinden. Auch die Häuser der ArbeiterInnen befinden sich gleich neben der Farm, sie können diese zum Teil kostenlos bewohnen oder bekommen Mietzuschüsse.

 

Kleine und große Schritte zur Nachhaltigkeit

Um den Fairtrade-Umweltstandards nachzukommen werden auf "Oserian" viele Schritte gesetzt, die die positive Entwicklung in Richtung einer nachhaltigeren Wirtschaftsweise gewährleisten. Durch die Installation von Farb-, Licht- und Pheromonfallen beschreitet Oserian alternative und besonders nachhaltige Wege in der Schädlingsbekämpfung. Zusätzlich werden Insektennetze eingesetzt um die Blumen vor sogenannten Fransenflüglern zu schützen. Die Blumenfarm hat außerdem einen Fünfjahresplan im Bereich Umweltmanagement entwickelt, der darauf zielt, das Umweltbewusstsein zu steigern und den Energieverbrauch zu reduzieren. Alle recyclebaren Materialien werden auf der Farm wiederverwendet.

 

Absatzbild

Soziale Gemeinschaftsprojekte

Neben den bereits vorgestellten Maßnahmen konnten auf Initiative der Arbeiterinnen und Arbeiter viele weitere Projekte zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen realisiert werden. Finanziert werden die Projekte aus den Mitteln der Fairtrade-Prämie, über deren Verwendung im sogenannten "Fairtrade-Prämien-Komitee" demokratisch entschieden wird. Die Fairtrade-Prämie wird unter anderem dazu genutzt, den Kindern der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine kostenfreie Grundschulbildung und einen kostenlosen Zugang zu einer weiterführenden Schule zu ermöglichen. Die Schülerinnen und Schüler, die einen weiteren Bildungsabschluss erreichen möchten, haben die Möglichkeit an einem Stipendienprogramm teilzunehmen. Des Weiteren wird den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und ihren Angehörigen die Chance geboten zusätzliche Qualifikationen am Fairtrade Training Center zu erwerben. Unteranderem werden IT-, Näh- und Strickkurse angeboten. Auch wurde die Prämie zur Modernisierung der Bücherei und Computerklassenräume verwendet.

Im Gesundheitsbereich hat die Die Oserian Blumen-Kooperative zusammen mit sechs weiteren Fairtrade-zertifizierten Blumenfarmen 43 Prozent des benötigen Betrags zur Erbauung der Geburtsstation am Naivasha Krankenhaus beigetragen. Das Krankenhaus ist eine sehr wichtige Einrichtung, da mehr als 60 Prozent der auf der Blumenfarm arbeitenden Mitarbeiter weiblich sind. Des Weiteren werden kontinuierlich Spenden zur Unterhaltung und Weiterentwicklung des Krankenhauses gezahlt, sowie finanzielle Hilfe bei der Trauerhilfe geleistet. Die Fairtrade-Prämie wird auch dazu verwendet Kosten, die bei der medizinischen Versorgung für alle MitarbeiterInnen und ihren Familien zu deckeln. MitarbeierInnen, die an chronischen Krankheiten, wie HIV leiden, erhalten mit Hilfe der Fairtrade-Prämie ausgewogene Lebensmittel, um ihr Immunsystem zu stärken und die Gefahren, die mit HIV einhergehen zu minimieren.

 

Umweltprojekt der Kooperative

Die Blumen-Kooperative besitzt und schützt insgesamt 7280 Hektar Naturreservat. In diesem Reservat leben vom gefährdete Tiere, wie Nashörner, Grevy’s Zebras und Geparden. Seit 1996 ist die Nashornpopulation, um 83 Prozent gestiegen.

 

Abgeschlossene Projekte

- Zwei moderne Kinderkrippe, die von einem ausgebildeten und qualifizierten Team geleitet werden.

- Eine verbesserte Infrastruktur, eine moderne Bibliothek, Gemeinschaftsräume mit Fernsehern und einem modernen Fußballplatz.

 

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Bäuerinnen und Bauern, Arbeiterinnen und Arbeiter auf der ganzen Welt sorgen dafür, dass wir täglich ein umfangreiches Warenangebot vorfinden. 70% der Weltbevölkerung ernährt sich von Lebensmitteln, die von 500 Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern angebaut wurden. Landwirtschaft ist die bedeutendste Einkommens- und Beschäftigungsquelle für arme Haushalte in ländlichen Gebieten, 40% der gegenwärtigen Weltbevölkerung bestreitet aus ihr ihren Lebensunterhalt.

Das weltweite Handelssystem sorgt dafür, dass die Vorteile des Welthandels ungerecht verteilt sind und die Menschen am Anfang der Lieferkette in sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern mit schlechteren Ausgangsbedingungen, weniger Einfluss und prekäreren Arbeits- und Lebensverhältnissen zu kämpfen haben.

Ausserdem sind kleinbäuerliche Betriebe vom Klimawandel am härtesten betroffen. Nutzflächen der Grössenordnung von 12 Millionen Hektar pro Jahr werden wegen Wüstenbildung und Dürre unbebaubar. Bereits ein geringer Temperaturanstieg von 1°C führt zu Ernteeinbussen von 5-10% für die verbreitetsten Getreidearten. In den letzten zehn Jahren des 20. Jahrhunderts lebten 99 von 100 Menschen, die in klimabedingten Naturkatastrophen ums Leben kamen, in ärmeren Ländern.

Fairtrade bietet Unterstützung, damit südafrikanische Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen
Fairtrade bietet Unterstützung, damit Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen.

Rechte stärken, Lebensalltag verbessern

Fairtrade ermöglicht es Produzentinnen und Produzenten aus Regionen wie Afrika, Asien und Lateinamerika, zu einer einflussreichen Kraft für Veränderungen in ihrem Umfeld zu werden und selbstbestimmt ihre Zukunft zu gestalten.

Rund 1.66 Millionen Bäuerinnen und Bauern sowie Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen aus 75 Anbauländern profitieren derzeit von ihrer Beteiligung an Fairtrade. Bäuerinnen und Bauern schliessen sich in demokratischen Organisationen zusammen, die ihre Interessen auf dem Markt besser vertreten und über gemeinsame Anschaffungen und Fortbildungen ihre Ernteerträge erhöhen. Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen erhalten durch Fairtrade die Unterstützung, ihren Rechten und Bedürfnissen über demokratische Interessenvertretungen wie Gewerkschaften eine einflussreiche Stimme zu verleihen und bessere Arbeitsbedingungen sowie eine stabilere Lohnsituation zu erreichen.

Prämie und politische Teilhabe

Sie alle profitieren von der Fairtrade-Prämie, die Projekte zur Verbesserung ihres eigenen Lebensalltags  und des Alltags ihrer Familien und ihrer Umgebung finanziert: Bildung, Gesundheitsversorgung, Verbesserungen der Wohnsituation und Massnahmen zur Steigerung der Produktivität landwirtschaftlicher Kleinbetriebe.

Im Fairtrade-System verfügen sie als Mitglieder der Produzentennetzwerke Fairtrade Africa, Network of Asian and Pacific Producers (NAPP) und Coordinator of Fairtrade Latin America and the Caribbean (CLAC) über 50% der Stimmen in der Fairtrade-Generalversammlung.

Fairtrade-Produzenten-Karte

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