Die Fairtrade-Produzenten

Hinter jedem Produkt stehen Menschen

Auf der Weltkarte sehen Sie eine Auswahl der Fairtrade-Produzenten, deren Produkte und Rohstoffe in der Schweiz verkauft werden*. Mit den Filtern können Sie bequem nach Produkten und/oder Ländern suchen.

Die Blumenfarm Kiliflora in Tansania

Die Blumenfarm Kiliflora, etwa 40 Kilometer entfernt von dem Städtchen Arusha im Norden Tansanias, beschäftigt auf rund 30 Hektar Land mehr als 1000 Arbeiterinnen und Arbeiter aus der Region. Und Arbeit gibt es genug auf der Rosenfarm: Über 240 verschiedene Rosensorten werden hier gezüchtet, gepflegt, gepflückt und für den Export nach Europa verpackt – bis zu 500.000 Stiele am Tag.


Ort/Land
Arusha, Tanzania TZ

FLO-ID
3894

Organisationsform
Plantage

Fläche
38.00 ha

Gründung
1991

Zertifizierung
2002

Arbeiterinnen / Arbeiter
1197

www


 

Aus Fairtrade-Prämie realisierte Projekte

Weiterbildung:
Dank der Fairtrade-Prämie profitieren die Arbeiterinnen und Arbeiter von Computer- und Schneiderkursen.

Wasserversorgung:
Die im August 2006 fertig gestellte Wasserversorgungsanlage fasst eine Menge von 38'000 Litern und ermöglicht damit geschätzten 400'00 Gemeindemitgliedern den Zugang zu frischem und sauberem Wasser. Da die lokalen Wasseranschlüsse innerhalb der Dörfer liegen, müssen die Frauen und Kinder nicht mehr lange Strecken zurücklegen und Zeit mit der Suche nach Wasser verbringen. Das sauberere Wasser hat zudem die allgemeine Gesundheit der Gemeindemitglieder verbessert.

Mehr Informationen zum Wasserprojekt

Schule:
Bau von zwei neuen Klassenzimmern, da in der bestehenden Schule die Zimmer mit 55 bis 60 Kindern pro Klasse überfüllt waren.

 

"Wir haben noch viele weitere Pläne und Ideen, wie wir die Fairtrade-Prämien verwenden können. Dank Fairtrade können wir auf Kiliflora unsere Zukunft selber in die Hand nehmen!"

Makilimu Kimella, Arbeiterin bei Kiliflora

Arusha in Tansania, zu Füßen des Kilimanjaro. Hier lebt Makilimu Kimella. Sie arbeitet auf der nahen Fairtrade-zertifizierten Blumenfarm Kiliflora. Auf Kiliflora wachsen vor allem Rosen, die Königin der Blumen. Hauptabnehmer ist Deutschland, der Weltmeister im Blumenimport.

In der Halle der Farm herrscht ein ständiges Stimmengewirr. Zusammen mit ihren vielen Kolleginnen bereitet Makilimu die gepflückten Blumen fürs Verschicken vor. Die Rosen werden von überschüssigen Blättern befreit, auf eine Länge geschnitten und in einzelnen Sträußen transportsicher verpackt. Danach gehen sie ins Kühlhaus und wenig später per LKW zum Nairobi Flughafen. Täglich geht eine Cargo-Maschine voller schnittfrischer Blumen von dort aus nach Frankfurt.

Makilimu ist 34 Jahre alt. Sie hat zwei Kinder, Patrick ist neun, der kleine Sohn Godlizer knapp drei Jahre alt. Eine Freundin aus der Nachbarschaft passt am Tag auf die Kinder auf.

Ihr Alltag
Makilimu wohnt in einem Außenbezirk von Arusha. Ihr Tag beginnt um halb sechs in der Früh. Sie versorgt die Kinder, frühstückt mit ihnen. 45 Minuten läuft sie jeden Morgen zu ihrer Arbeit auf Kiliflora - bei jedem Wetter, bei Hitze und Regen. Die Arbeit beginnt um 7:30, mittags gibt es ein warmes Essen in der Kantine - unentgeltlich. Meistens gibt es ‚Ugali’, das tansanische Nationalgericht, Maisbrei gekocht mit Bohnen.

"Nach einem anstrengenden, aber erfüllten Arbeitstag freue ich mich nachmittags auf meine Kinder und, falls er nicht unterwegs ist, meinen Mann." Makilimus Mann arbeitet als Touristenführer und ist viel unterwegs. Tansania hat so herrliche Nationalparks wie die Serengeti. Viele Touristen kommen jedes Jahr, um Tiere in freier Wildbahn zu sehen.

An Samstagen hat Makilimu frei. Dann stehen Haushalt und Wäsche auf ihrem Programm. Und natürlich Aktivitäten mit den Kindern. Montag-Abende sind reserviert für die Bibelstunde mit Nachbarn. Halb zehn abends ist dann aber immer spätestens Schlafenszeit.

Fair geht´s besser
Kiliflora ist Fairtrade-zertifiziert. Die Farm hat verschiedene soziale Projekte ins Leben gerufen. Es gibt Fortbildungsprogramme und Kurse zum Beispiel in Englisch, Buchhaltung und Computerbedienung. Im Schneiderkurs werden Kenntnisse für das Nähen von Kleidung vermittelt - wichtig für den Alltag von Makilimu und ihren Kolleginnen.

Wie alle Faitrade-zertifizierten Farmen hat Kiliflora ein ‚Fairtrade-Prämien-Komitee’, einen Gemeinschaftsrat der Arbeiterinnen und Arbeiter. Hier wird über Dinge entschieden, die alle angehen und die Verwendung der Fairtrade-Prämie. Vor einiger Zeit wurden davon Moskitonetze für alle Familien angeschafft zum Schutz vor Malaria-Erkrankungen - mit Erfolg! Eine weitere Entscheidung war die Anschaffung von Fahrrädern für alle Arbeiterfamilien, um die Wege zur Arbeit zu verkürzen. Makilimu muss allerdings erst noch lernen, damit zu fahren.

 

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Bäuerinnen und Bauern, Arbeiterinnen und Arbeiter auf der ganzen Welt sorgen dafür, dass wir täglich ein umfangreiches Warenangebot vorfinden. 70% der Weltbevölkerung ernährt sich von Lebensmitteln, die von 500 Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern angebaut wurden. Landwirtschaft ist die bedeutendste Einkommens- und Beschäftigungsquelle für arme Haushalte in ländlichen Gebieten, 40% der gegenwärtigen Weltbevölkerung bestreitet aus ihr ihren Lebensunterhalt.

Das weltweite Handelssystem sorgt dafür, dass die Vorteile des Welthandels ungerecht verteilt sind und die Menschen am Anfang der Lieferkette in sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern mit schlechteren Ausgangsbedingungen, weniger Einfluss und prekäreren Arbeits- und Lebensverhältnissen zu kämpfen haben.

Ausserdem sind kleinbäuerliche Betriebe vom Klimawandel am härtesten betroffen. Nutzflächen der Grössenordnung von 12 Millionen Hektar pro Jahr werden wegen Wüstenbildung und Dürre unbebaubar. Bereits ein geringer Temperaturanstieg von 1°C führt zu Ernteeinbussen von 5-10% für die verbreitetsten Getreidearten. In den letzten zehn Jahren des 20. Jahrhunderts lebten 99 von 100 Menschen, die in klimabedingten Naturkatastrophen ums Leben kamen, in ärmeren Ländern.

Fairtrade bietet Unterstützung, damit südafrikanische Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen
Fairtrade bietet Unterstützung, damit Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen.

Rechte stärken, Lebensalltag verbessern

Fairtrade ermöglicht es Produzentinnen und Produzenten aus Regionen wie Afrika, Asien und Lateinamerika, zu einer einflussreichen Kraft für Veränderungen in ihrem Umfeld zu werden und selbstbestimmt ihre Zukunft zu gestalten.

Rund 1.66 Millionen Bäuerinnen und Bauern sowie Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen aus 75 Anbauländern profitieren derzeit von ihrer Beteiligung an Fairtrade. Bäuerinnen und Bauern schliessen sich in demokratischen Organisationen zusammen, die ihre Interessen auf dem Markt besser vertreten und über gemeinsame Anschaffungen und Fortbildungen ihre Ernteerträge erhöhen. Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen erhalten durch Fairtrade die Unterstützung, ihren Rechten und Bedürfnissen über demokratische Interessenvertretungen wie Gewerkschaften eine einflussreiche Stimme zu verleihen und bessere Arbeitsbedingungen sowie eine stabilere Lohnsituation zu erreichen.

Prämie und politische Teilhabe

Sie alle profitieren von der Fairtrade-Prämie, die Projekte zur Verbesserung ihres eigenen Lebensalltags  und des Alltags ihrer Familien und ihrer Umgebung finanziert: Bildung, Gesundheitsversorgung, Verbesserungen der Wohnsituation und Massnahmen zur Steigerung der Produktivität landwirtschaftlicher Kleinbetriebe.

Im Fairtrade-System verfügen sie als Mitglieder der Produzentennetzwerke Fairtrade Africa, Network of Asian and Pacific Producers (NAPP) und Coordinator of Fairtrade Latin America and the Caribbean (CLAC) über 50% der Stimmen in der Fairtrade-Generalversammlung.

Fairtrade-Produzenten-Karte

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