Die Fairtrade-Produzenten

Hinter jedem Produkt stehen Menschen

Auf der Weltkarte sehen Sie eine Auswahl der Fairtrade-Produzenten, deren Produkte und Rohstoffe in der Schweiz verkauft werden*. Mit den Filtern können Sie bequem nach Produkten und/oder Ländern suchen.

Die Blumenfarm "Finlay Flowers" in Kenia

Finlay Flowers ist eine unabhängige Einheit der James Finlay Kenya Limited. Das Unternehmen James Finlay gibt es seit dem Jahr 1750 und war anfänglich vor allem im Tee-Geschäft tätig. Seit dem Jahr 1989 ist Finlay auch im Blumengeschäft aktiv. Finlay Flowers besteht aus zwei verschiedenen Blumenfarmen, die sich zusammen über rund 80 Hektaren erstrecken. Die Blumenfarmen liegen im Hochland Kenias nahe der Stadt Kericho.


Ort/Land
Kericho, Kenia KE

FLO-ID
2765

Organisationsform
Plantage

Fläche
79.00 ha

Gründung
1988

Zertifizierung
2003

Arbeiterinnen / Arbeiter
2089

www


Teaserbild

 

Aus Fairtrade-Prämie realisierte Projekte

Zwei Kinderkrippen mit 33 Betreuungspersonen, die Platz für insgesasmt 200 Kinder bieten

Stipendien, um den Kindern den Besuch der Sekundarschule zu ermöglichen

Finanzielle Unterstützung eines Heims für verstossene und verwaiste Kinder

Unterstützung durch Operationen und Hilfsmittel für Kinder mit physischen Behinderungen

 

"Auf der Fairtrade-Farm Flamingo Flowers haben wir ein wahres Zuhause gefunden!"

Rose Chemtai Ronoh, Blumenpflückerin

Rose Chemtai Ronoh lebt auf der Fairtrade-zertifizierten Blumenfarm "Finlay Flowers" im Hochland von Kenia. Rings um den Äquator werden Blumen für den europäischen Markt gezüchtet, vor allem Rosen.

Rose hatte vier Jahre lang vergeblich nach Arbeit gesucht. 1998 kam sie auf die Farm - ganz allein und ohne ihre Familie. Hier auf der Farm arbeitete sie zunächst als Blumenpflückerin und half beim Verpacken der Blumen. Da sie ehrgeizig war, nutzte sie die Weiterbildungsangebote und kam schließlich als Kontrolleurin in die Qualitätssicherung der Farm. Sie prüft die verschiedenen Rosensorten unter genau festgelegten Laborbedingungen auf Farbe, Langlebigkeit und Krankheiten. Die Wachstumsverläufe verschiedener Sorten werden genauestens registriert und miteinander verglichen.

Ihr Alltag
Rose wohnt mit Mann und Kindern in einer zur Farm gehörenden Siedlung. Für jede Familie stellt die Farm ein kleines Haus zur Verfügung. Die Häuser verfügen über Wasser und Elektrizität, Feuerholz gibt es ebenfalls - alles keine Selbstverständlichkeit in einem Land wie Kenia und ganz sicher nicht auf den Blumenfarmen, die nicht Fairtrade-zertifiziert sind.

Rose freut sich nach ihrer Arbeit auf ihre beiden Kinder Ian und Daphny. Sohn Ian besucht mit anderen Kindern der Farm die Schule von Kericho. Der Schulbesuch ist kostenlos. Bildung ist besonders wichtig für eine bessere Zukunft. Das fängt schon in der Vorschule mit dem Englischunterricht an. Für die kleineren Kinder wie Daphny gibt es in der Siedlung Betreuerinnen.

Sonntags gehen alle zusammen in die Kirche. Hinterher ist dann Zeit für die Familie: Spielen, Lernen und gemeinsam Essen stehen auf dem Programm. Am frühen Abend gehen alle schlafen - die kommende Woche mit ihren Aufgaben wartet auf die Familienmitglieder…

Fair geht´s besser
"Finlay Flowers" ist Fairtrade-zertifiziert. Die Blumen werden nach klar definierten sozialen und ökologischen Standards gezüchtet. Das bedeutet: Feste Löhne, sichere soziale Grundrechte, Verbot von Kinderarbeit, Gewerkschaftsfreiheit, Gesundheitsschutz und soziale Projekte für die Arbeiterinnen und Arbeiter und ihre Familien.

Ein gutes Beispiel ist das Hospital von "Finlay Flowers". Für die mehr als 50.000 Menschen, die auf der Farm leben, gibt es hier eine medizinische Grundversorgung. Malaria und AIDS sind die häufigsten Krankheiten. Das große Problem AIDS wird durch Aufklärungsprogramme und Verteilung von Kondomen bekämpft. Gegen die Malaria-Erkrankung wurden verstärkt Moskitonetze angeschafft. Mit Erfolg - die Zahl der Neuerkrankungen ist seither zurückgegangen!

Rose ist glücklich nach schwierigen Zeiten soviel Gutes in ihrem Leben gefunden zu haben. "Meine Kinder und mein Mann, wir alle fühlen uns gesegnet auf der Blumenfarm ein gesichertes Leben führen zu können. Auf der Fairtrade-Farm "Finlay Flowers" haben wir ein wahres Zuhause gefunden!"

 

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Bäuerinnen und Bauern, Arbeiterinnen und Arbeiter auf der ganzen Welt sorgen dafür, dass wir täglich ein umfangreiches Warenangebot vorfinden. 70% der Weltbevölkerung ernährt sich von Lebensmitteln, die von 500 Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern angebaut wurden. Landwirtschaft ist die bedeutendste Einkommens- und Beschäftigungsquelle für arme Haushalte in ländlichen Gebieten, 40% der gegenwärtigen Weltbevölkerung bestreitet aus ihr ihren Lebensunterhalt.

Das weltweite Handelssystem sorgt dafür, dass die Vorteile des Welthandels ungerecht verteilt sind und die Menschen am Anfang der Lieferkette in sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern mit schlechteren Ausgangsbedingungen, weniger Einfluss und prekäreren Arbeits- und Lebensverhältnissen zu kämpfen haben.

Ausserdem sind kleinbäuerliche Betriebe vom Klimawandel am härtesten betroffen. Nutzflächen der Grössenordnung von 12 Millionen Hektar pro Jahr werden wegen Wüstenbildung und Dürre unbebaubar. Bereits ein geringer Temperaturanstieg von 1°C führt zu Ernteeinbussen von 5-10% für die verbreitetsten Getreidearten. In den letzten zehn Jahren des 20. Jahrhunderts lebten 99 von 100 Menschen, die in klimabedingten Naturkatastrophen ums Leben kamen, in ärmeren Ländern.

Fairtrade bietet Unterstützung, damit südafrikanische Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen
Fairtrade bietet Unterstützung, damit Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen.

Rechte stärken, Lebensalltag verbessern

Fairtrade ermöglicht es Produzentinnen und Produzenten aus Regionen wie Afrika, Asien und Lateinamerika, zu einer einflussreichen Kraft für Veränderungen in ihrem Umfeld zu werden und selbstbestimmt ihre Zukunft zu gestalten.

Rund 1.66 Millionen Bäuerinnen und Bauern sowie Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen aus 75 Anbauländern profitieren derzeit von ihrer Beteiligung an Fairtrade. Bäuerinnen und Bauern schliessen sich in demokratischen Organisationen zusammen, die ihre Interessen auf dem Markt besser vertreten und über gemeinsame Anschaffungen und Fortbildungen ihre Ernteerträge erhöhen. Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen erhalten durch Fairtrade die Unterstützung, ihren Rechten und Bedürfnissen über demokratische Interessenvertretungen wie Gewerkschaften eine einflussreiche Stimme zu verleihen und bessere Arbeitsbedingungen sowie eine stabilere Lohnsituation zu erreichen.

Prämie und politische Teilhabe

Sie alle profitieren von der Fairtrade-Prämie, die Projekte zur Verbesserung ihres eigenen Lebensalltags  und des Alltags ihrer Familien und ihrer Umgebung finanziert: Bildung, Gesundheitsversorgung, Verbesserungen der Wohnsituation und Massnahmen zur Steigerung der Produktivität landwirtschaftlicher Kleinbetriebe.

Im Fairtrade-System verfügen sie als Mitglieder der Produzentennetzwerke Fairtrade Africa, Network of Asian and Pacific Producers (NAPP) und Coordinator of Fairtrade Latin America and the Caribbean (CLAC) über 50% der Stimmen in der Fairtrade-Generalversammlung.

Fairtrade-Produzenten-Karte

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