Die Fairtrade-Produzenten

Hinter jedem Produkt stehen Menschen

Auf der Weltkarte sehen Sie eine Auswahl der Fairtrade-Produzenten, deren Produkte und Rohstoffe in der Schweiz verkauft werden*. Mit den Filtern können Sie bequem nach Produkten und/oder Ländern suchen.

Die Ananas-Plantage Tropical Fruit in Panama

Die Farm der Tropical Fruit Company befindet sich in der Nähe von Los Algorrobos, Chiriqui, Panama. Chiriqui ist die westlichste Provinz Panamas an der Grenze zu Costa Rica, rund 450km vom wirtschaftlichen Zentrum des Landes, Panama City, entfernt. Die kleine Farm mit rund 40 indigenen Mitarbeitern wurde im Jahr 2008 von Dora Espinoza als Familienunternehmen gegründet. Tropical Fruit Company besitzt eine eigene moderne Verpackungsanlage sowie auch ein Kühlhaus. Die Gründerin Dora Espinoza erhielt im Jahr 2016 einen Award von der panamaischen Handelskammer für Unternehmerische Gesellschaftsverantwortung (Corporate Social Responsability). Aktuelles Ziel der Mitarbeiter ist es, mit dem Prämiengeld 15 einfache Wohnhäuser für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einem kürzlich erstandenen Grundstück zu bauen.


Ort/Land
Chiriqui, Panama PA

FLO-ID
33281

Organisationsform
Plantage

Zertifizierung
2014

Arbeiterinnen / Arbeiter
41


Ich bin eine Quereinsteigerin in der Landwirtschaft. Ursprünglich bin ich Industrie-Ingenieurin. Vor sieben Jahren habe ich mich entschieden, eine kleine Ananasfarm aufzubauen und führe diese seither mit viel Herzblut und Unternehmergeist. Das Ananasgeschäft ist von grossen Unternehmen dominiert. In diesem Umfeld müssen wir uns mit viel Umsicht beweisen. Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist unser starkes Team.

Dora Espinoza del Cid, Tropical Fruit Company

Die Farm

Die Farm unterscheidet sich nicht nur in Ihrer Grösse von den grossen Farmen im Nachbarland Costa Rica. Tropical Fruit Company zeichnet sich insbesondere auch durch ihre ökologische Produktionsweise aus. Zahlreiche Hecken, kleine Wälder und Flüsse sind Teil der Farm. Dadurch bildet die Farm ein Ökosystem, welches besseren Schutz vor Krankheiten und Schädlingen sowie wertvollen Lebensraum für Tiere bietet. Dies erlaubt es, den Einsatz von Pestizide auf der Farm zu reduzieren. Ausserdem wird mit einer längeren Brache als üblich gearbeitet, was dem Boden erlaubt sich besser zu erholen. Das heisst, die Felder werden nicht direkt nach der Ernte wieder bepflanzt, sondern können sich während einem Jahr erholen.

 

Ananasfelder auf der Farm von Dora Espinoza
Die Farm beinhaltet viel Wald und wird von mehreren Fl

Die Situation in Panama

Früher hat die Farm alle Ihre Früchte an den einzigen grossen Ananas-Abnehmer in Panama verkauft. Das härter werdende Preisdiktat von Seiten des Grossabnehmers setzte die Farm jedoch wirtschaftlich so stark unter Druck, dass sie nicht mehr überlebensfähig war. Aufgrund der Grösse der Farm und entsprechenden Produktionsvolumen (momentan 1-2 Container/Woche) hat die Farm kaum Verhandlungsspielraum und war auf der Suche nach Alternativen. Durch das Engagement aller involvierten Akteure konnten der kleinen Farm das Überleben gesichert werden, indem in der Schweiz ein Markt für Fairtrade-Ananas aus Panama aufgebaut wurde. Die Farm befindet sich in einer wirtschaftlich gegenüber Panama City stark benachteiligten Region, was dem Erhalt der Arbeitsplätze eine besondere Bedeutung zukommen lässt.

 

Fr
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Bäuerinnen und Bauern, Arbeiterinnen und Arbeiter auf der ganzen Welt sorgen dafür, dass wir täglich ein umfangreiches Warenangebot vorfinden. 70% der Weltbevölkerung ernährt sich von Lebensmitteln, die von 500 Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern angebaut wurden. Landwirtschaft ist die bedeutendste Einkommens- und Beschäftigungsquelle für arme Haushalte in ländlichen Gebieten, 40% der gegenwärtigen Weltbevölkerung bestreitet aus ihr ihren Lebensunterhalt.

Das weltweite Handelssystem sorgt dafür, dass die Vorteile des Welthandels ungerecht verteilt sind und die Menschen am Anfang der Lieferkette in sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern mit schlechteren Ausgangsbedingungen, weniger Einfluss und prekäreren Arbeits- und Lebensverhältnissen zu kämpfen haben.

Ausserdem sind kleinbäuerliche Betriebe vom Klimawandel am härtesten betroffen. Nutzflächen der Grössenordnung von 12 Millionen Hektar pro Jahr werden wegen Wüstenbildung und Dürre unbebaubar. Bereits ein geringer Temperaturanstieg von 1°C führt zu Ernteeinbussen von 5-10% für die verbreitetsten Getreidearten. In den letzten zehn Jahren des 20. Jahrhunderts lebten 99 von 100 Menschen, die in klimabedingten Naturkatastrophen ums Leben kamen, in ärmeren Ländern.

Fairtrade bietet Unterstützung, damit südafrikanische Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen
Fairtrade bietet Unterstützung, damit Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Rechte kennen.

Rechte stärken, Lebensalltag verbessern

Fairtrade ermöglicht es Produzentinnen und Produzenten aus Regionen wie Afrika, Asien und Lateinamerika, zu einer einflussreichen Kraft für Veränderungen in ihrem Umfeld zu werden und selbstbestimmt ihre Zukunft zu gestalten.

Rund 1.66 Millionen Bäuerinnen und Bauern sowie Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen aus 75 Anbauländern profitieren derzeit von ihrer Beteiligung an Fairtrade. Bäuerinnen und Bauern schliessen sich in demokratischen Organisationen zusammen, die ihre Interessen auf dem Markt besser vertreten und über gemeinsame Anschaffungen und Fortbildungen ihre Ernteerträge erhöhen. Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen erhalten durch Fairtrade die Unterstützung, ihren Rechten und Bedürfnissen über demokratische Interessenvertretungen wie Gewerkschaften eine einflussreiche Stimme zu verleihen und bessere Arbeitsbedingungen sowie eine stabilere Lohnsituation zu erreichen.

Prämie und politische Teilhabe

Sie alle profitieren von der Fairtrade-Prämie, die Projekte zur Verbesserung ihres eigenen Lebensalltags  und des Alltags ihrer Familien und ihrer Umgebung finanziert: Bildung, Gesundheitsversorgung, Verbesserungen der Wohnsituation und Massnahmen zur Steigerung der Produktivität landwirtschaftlicher Kleinbetriebe.

Im Fairtrade-System verfügen sie als Mitglieder der Produzentennetzwerke Fairtrade Africa, Network of Asian and Pacific Producers (NAPP) und Coordinator of Fairtrade Latin America and the Caribbean (CLAC) über 50% der Stimmen in der Fairtrade-Generalversammlung.

Fairtrade-Produzenten-Karte

Erfahren Sie mehr über die Produzenten und wie Fairtrade für die Kleinbauernfamilien und Plantagenarbeiterinnen und -arbeiter einen Unterschied macht. Filtern Sie bequem nach den Produkten und Orten, die Sie interessieren.