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«Wenn es den Bauern besser geht, verbessert das auch unser Ansehen in der Gesellschaft – und das ist für mich persönlich fast das Wichtigste» |
| Tirath Pal Singh |
„Seitdem wir für den fairen Handel produzieren, hat sich unser Leben völlig verändert“, erzählt Tirath Pal Singh, indischer Reisbauer und Vater von zwei Söhnen und sechs Enkelkindern. „Wir konnten mehr Land kaufen und dank dem höheren Erlös, den wir für unsere Ernte erzielen, Reparaturarbeiten an unserem Haus ausführen und haben heute sogar Elektrizität.“ Tirath Pal Singh besitzt 2,6 Hektaren Land, die er mit seiner Familie, seinen Eltern und der Familie seines Bruders bebaut. Nebst dem Anbau von Reis betreibt er etwas Viehzucht und bewirtschaftet einen kleinen Gemüsegarten für den Eigenbedarf. Alle seine Enkelkinder gehen zur Schule, und darauf ist der 50-jährige Reisbauer stolz. Er selbst konnte nicht zur Schule gehen und Ferien sind für ihn ein Fremdwort. Jeden Tag um vier Uhr morgens steht er auf, verrichtet eine einstündige Morgenandacht, trinkt anschliessend ein Glas frische Milch, und macht sich an sein Tagwerk. Während der Pflanzzeit arbeiten er und seine Familie bis zu vierzehn Stunden am Tag. Ebenso auch während der Ernte.
Dennoch findet Tirath Pal Singh immer noch genug Zeit, um seinen Pflichten als Präsident der Federation of Small Farmers Khaddar Area nachzukommen, einer Bauernkooperative, welche 2001 gegründet und 2004 Fairtrade-zertifiziert wurde. Als Präsident vertritt Tirath Pal Singh 1001 Reisbauern gegenüber Handelspartnern und Behörden und ist zugleich Mitglied der Fairtrade-Kommission. Die Kommission entscheidet, für welche Projekte die erwirtschafteten Fairtrade-Prämien eingesetzt werden. Dank der Fairtrade-Prämie konnten Zufahrtswege und Brücken zu den Reisfeldern gebaut werden, welche den Bauern ermöglichen auch während der Monsunzeit auf den Feldern zu arbeiten, ohne durch hüfthohen Schlamm waten und Krankheiten riskieren zu müssen.
Die Fairtrade-Prämie ermöglichte zudem den Bau einer Schutzmauer für die Dorfschule sowie die Subventionierung von erstklassigen Reissamen. Diese bezieht die Kooperative von Sunstar Overseas Ltd., einem Fairtrade-registrierten Exporteur.
„Bessere Samen bedeuten weniger Verlust bei der Ernte, einen besseren Verkaufspreis und damit ein besseres Leben für uns alle. Wenn es den Bauern besser geht, verbessert das auch unser Ansehen in der Gesellschaft – und das ist für mich persönlich fast das Wichtigste, so Tirath Pal Singh. „Das gibt mir Selbstbewusstsein gegenüber Behörden und Händlern, so dass ich heute ganz anders für mich und für unsere Kooperative auftreten kann. Heute kann man uns nicht mehr so leicht über den Tisch ziehen.“