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Wenn alle Verliebten der Welt...

Juliana Ataballia, Arbeiterin Nevado Roses «Dank der Fairtrade-Prämie haben wir einen Kleinkredit bekommen, um einen Familiengarten anzulegen und ein Stipendium, um unsere Kinder zur Schule zu schicken»
Juliana Ataballia, Arbeiterin Nevado Roses

Eine von drei Rosen kommt heute aus den Ländern der südlichen Hemisphäre. Wenn alle Verliebten der Welt ihrer oder ihrem Liebsten am Valentinstag eine Rose mit dem Fairtrade-Label von Max Havelaar schenken würden, dann hätten alle Arbeiterinnen und Arbeiter auf den Rosenfarmen würdige Lebens- und Arbeitsbedingungen. Träumen ist nicht verboten.

Faire Arbeitsbedingungen bei Nevado
Die Rosen der Nevado-Blumenfarm in Ecuador (www.nevadoroses.net), die auf den Anden-Hochebenen in über 2500 Meter Höhe angepflanzt werden, blühen das ganze Jahr über. Ihre aussergewöhnliche Qualität ist durch das Klima zu erklären. Die seit 2003 Fairtrade-zertifizierte Blumenfarm Nevado beschäftigt 550 Arbeiterinnen und Arbeiter. Diese profitieren dank den Fairtrade-Standards von verbesserten Arbeitsbedingungen und von einer Fairtrade-Prämie. Dazu gehören angemessene Löhne, strikte Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen sowie die streng kontrollierte Verwendung von Sprühmitteln. Über die sozialen Projekte, die mit der Fairtrade-Prämie unterstützt werden, entscheidet der Joint Body,  ein gemischter Ausschuss mit Delegierten der Arbeiterinnen und Arbeiter. So erhalten die Angestellten von Nevado zum Beispiel Mikrokredite zu vorteilhaften Konditionen, und sie profitieren von vergünstigten Zahnbehandlungen. Auch wurde ein Umweltschutz-Ausbildungsprogramm ins Leben gerufen und ein Informatikzentrum für die Arbeitenden und ihre Familien eingerichtet. 

Keine rote Rose für Juliana
Ein langjähriges Mitglied des Joint Body ist Juliana Ataballia. Juliana ist als Arbeiterin der Nevado Blumenfarm in der sogenannten "Post Production" beschäftigt, wo die Rosen entlaubt, sortiert, gebündelt, verpackt und gelagert werden. Eine Rose wird sie am Valentinstag nicht erhalten. Dies ist in Ecuador nicht Brauch, da man zuerst für das Lebensnotwendige sorgt und für den Luxus materieller Liebesbeweise wenig übrig bleibt. Aber Juliana ist eine Kämpfernatur. An einer Sitzung des Joint Body, bei der auch zwei Mitarbeiter der Max Havelaar-Stiftung (Schweiz) anwesend waren, hat sie sich kürzlich dafür ausgesprochen, dass die Bedeutung von Fairtrade auch den Kindern erklärt wird. Diese kennen zwar das Fairtrade-Logo, wissen aber oft nicht, wie und warum es hierher gekommen ist. Juliana ist überzeugt: „Dank der Fairtrade-Prämie haben wir einen Kleinkredit bekommen, um einen Familiengarten anzulegen und ein Stipendium, um unsere Kinder zur Schule zu schicken. Zudem konnten sie von einer billigen Zahnbehandlung profitieren. Ich habe beschlossen, mich zu engagieren, damit alle Frauen und Männer, die hier arbeiten, ihren Alltag verbessern können und mehr Freude an der Arbeit haben. Ich danke den Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten, dass sie weiterhin Rosen von unserer Farm kaufen.“

In Kolumbien, Ecuador, Äthiopien, Indien, Kenia, Tansania und Simbabwe arbeiten rund 23'000 Frauen und Männer auf zertifizierten Fairtrade-Blumenfarmen. Am Valentinstag können ihnen alle Verliebten in der Schweiz die Hand reichen.

Bilder

Rosen Sortiment
Die Zahnarztpraxis von Nevado, ein Prämienprojekt
Blumenarbeiterin
Das Joint Body Meeting