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Die Rosenfarm Kiliflora. Eine Reise nach Tansania

«Wer eine Rose aus fairem Handel kauft, trägt – direkt und indirekt – zu einer würdigeren Existenz von über 10'000 Personen in der Region und vielen weiteren Menschen anderswo in Afrika, Asien und Lateinamerika bei.» Alberto Hernandez, Max Havelaar-Stiftung (Schweiz)
Alberto Hernandez, Max Havelaar-Stiftung (Schweiz)

« Es war meine erste Reise in den Süden als Produktverantwortlicher Blumen und Pflanzen bei Max Havelaar. Ich wollte mich mit dem Terrain vertraut machen und das Fairtrade-Blumensystem und seine Anwendung am Produktionsort vertieft kennen lernen. Ausserdem wollte ich mit den Leitern der Fairtrade-zertifizierten Farmen in Tansania und Kenia persönliche Beziehungen knüpfen und mit Arbeiterinnen und Arbeitern sprechen.

Mit 1200 Arbeiterinnen und Arbeitern ist die 1992 gegründete Blumenfarm Kiliflora eine der grössten Fairtrade-Farmen. Bei meiner Ankunft habe ich sofort einen ansteckenden Optimismus gespürt. Das Management ist vom Fairtrade-System voll überzeugt. Die Förderung der Arbeiter wirkt sich auch für das Unternehmen positiv aus. Seit der Fairtrade-Zertifizierung der Kiliflora-Farm 2003 haben sich die Arbeitsbedingungen wesentlich verbessert, das Unternehmen floriert und die Arbeiterschaft ist gesund. Nehmen wir zum Beispiel die Sicherheit der Arbeiterinnen und Arbeiter: Nach Aussagen von Kiliflora-Arbeitern wenden manche Farmen ausserhalb des Fairtrade-Systems beim Einsatz chemischer Mittel in den Gewächshäusern so gut wie keine Schutzmassnahmen an. Bei Kiliflora hingegen werden die nach Fairtrade-Standards vorgeschriebenen Massnahmen strikt eingehalten: Schutzausrüstungen, Gasmasken, beschränkter Sprühmittel-Einsatz, Einhaltung von Zugangssperren nach Sprühungen in Gewächshäusern. Zu den sozialen Massnahmen gehören geregelte Arbeitszeiten und -pausen, sowie zusätzliche Stillzeiten, damit junge Mütter ihre Kinder während der Arbeitszeit nähren können. Den Kiliflora-Manager ist bewusst, dass das Fairtrade-System die Rosenproduktion weiterbringt, und so engagieren sie sich auch dafür.

Fairtrade-Prämie und Joint Body funktionieren       
Am meisten hat mich aber überzeugt, wie der sogenannte Joint Body funktioniert, der gemischte Arbeiter- und Manager-Ausschuss, der die Fairtrade-Prämie verwaltet und Beschlüsse, die von der gesamten Arbeiterschaft getroffen wurden, umsetzt. Die Fairtrade-Prämie, 10% des Exportpreises, wird bei Kiliflora gut investiert. Das Management unterstützt den Joint Body, der Projekte diskutiert, Prioritäten setzt und Entscheidungen trifft. Bisher wurde unter anderem in bessere Wohnungen für Familien, mehrere Schulen und Kindergärten und zahlreiche Trinkwasserbrunnen investiert. Es war übrigens an einem dieser Brunnen, an dem ich Rose Anton zum ersten Mal persönlich begegnet bin. Rose, deren strahlende Augen von den Plakaten und Postkarten unserer Werbekampagnen für die Schweizer Öffentlichkeit lachen. Ein sehr emotionaler Augenblick.

Es gibt auch kleinere Projekte, wie etwa die Produktion kleiner Küchenrechauds, die mit einer Paste auf Zuckerrohrbasis funktionieren, oder die handwerkliche Herstellung sehr einfacher solarstrombetriebener Lampen für die Wohnung der Mitarbeiter. All dies beeinflusst die allgemeine Stimmung auf der Farm. Sie ist ausgezeichnet. Man fühlt sich wohl bei Kiliflora. Die Farm ist wirklich ein Musterbeispiel für die Entwicklung und den Nord-Süd-Dialog. Wer eine Rose aus fairem Handel kauft, trägt – direkt und indirekt – zu einer würdigeren Existenz von über 10'000 Personen in der Region und vielen weiteren Menschen anderswo in Afrika, Asien und Lateinamerika bei.»

Bericht aufgezeichnet von Didier Deriaz

 

Mehr über die Blumenfarm Kiliflora erfahren Sie hier.

 

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