Berichte

Porträt einer Baumwollbäuerin aus Indien

Himikika Chellema «Danken Sie den Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz, dass ich für meine Baumwolle einen gerechten Preis erhalte»
Himikika Chellema

Himikika Chellema ist die älteste Produzentin in ihrer Gemeinde in Raygada, Region Orissa, Indien. Sie hat gerade ihren 65. Geburtstag gefeiert. Die für ihr Alter noch sehr lebhafte Frau bebaut mit ihrer Familie ein Grundstück von ca. 3 Hektaren. Drei Viertel davon sind mit Baumwolle bepflanzt, der Rest mit Reis für den lokalen Markt und Gemüse für die Familie. Für die Feldarbeit besitzt sie zwei Ochsen. Sie hofft, für ihre letzte Ernte 20 indische Rupien (CHF 0.55) pro Kilogramm Samenbaumwolle zu erzielen – angesichts der Kosten für Düngemittel und Behandlungen ein sehr bescheidenes Einkommen. Elf Personen leben in dem mit einem Blechdach gedeckten Ziegelhaus der Familie, das Strom hat, aber kein fliessendes Wasser.

Himikika hat vier Kinder und ist mehrfache Grossmutter. Fünf Kilometer von ihrem Haus entfernt gibt es eine Schule und einen Sanitätsposten. Himikika freut sich, dass sie dank der Max Havelaar-Stiftung ihre Baumwolle im fairen Handel verkaufen kann, und vor allem darüber, dass sie einen festen Preis erhält. Sie möchte erreichen, dass die Fairtrade-Prämie in ein lokales medizinisches Zentrum mit Geburts- und Kinderabteilung investiert wird. Zudem möchte sie eine gute landwirtschaftliche Ausbildung erwerben, hauptsächlich, um auf biologischen Anbau umzustellen und «nicht mehr die zu teuren Düngemittel und Pflanzenbehandlungen zahlen zu müssen». Zum Schluss sagt sie: «Danken Sie den Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz, dass ich für meine Baumwolle einen gerechten Preis erhalte.»

Text: Didier Deriaz