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Fairtrade-Ananas in Ghana: Eine Erfolgsgeschichte

Augustine Deckor, Pflücker Bomarts «Der Joint-Body ist ein sehr gutes Konzept. Wir können gemeinsam Ideen entwickeln und teilen, und vor allem können wir gemeinsame Entscheidungen treffen.»
Augustine Deckor, Pflücker Bomarts

Im November 2008 ist Martin Blaser zum zweiten Mal in seiner Funktion als „Produktverantwortlicher frische Früchte“ der Max Havelaar-Stiftung nach Ghana gereist, dem wichtigsten Herkunftsland von Max Havelaar-zertifizierter Ananas für die Schweiz. Bereits vor 4 Jahren hat er das westafrikanische Land besucht. Damals gab es dort nur einen einzigen Fairtrade-zertifizierten Ananas-Produzenten – die Plantage Bomarts im Süden des Landes. Heute gibt es bereits fünf zertifizierte Farmen in Ghana. Auf seiner rund 10-tägigen Reise konnte Martin Blaser alle diese Farmen besuchen, darunter auch wieder Bomarts. „Seit meinem letzten Besuch vor 4 Jahren hat Bomarts die Produktion verdreifacht und beschäftigt heute rund 650 Arbeiterinnen und Arbeiter. Es ist beeindruckend zu sehen, wie stark sich diese Farm weiterentwickelt hat.“ Die Schweiz ist für die Plantage ein sehr wichtiger Markt, kann sie doch seit 7 Jahren wöchentlich hierhin liefern. Dieses langfristige Commitment der Schweizer Lizenznehmer wie Coop und seit rund zwei Jahren auch von Manor gibt dem Management auch das nötige Vertrauen, um grössere Investitionen zu tätigen. Dank diesen hat sich Bomarts bis heute zu einem der grössten Produzenten und Exporteur von Ghana entwickelt und hunderter neuer Arbeitsplätze mit guten arbeitsrechtlichen Bedingungen geschaffen.
Bei seinem Besuch konnte Martin Blaser auch persönlich mit vielen Arbeiterinnen und Arbeitern sprechen. Darunter auch der 39-jährige Augustine Deckor, Pflücker und Mitglied des Joint Bodies: „Der Joint-Body ist ein sehr gutes Konzept. Wir können gemeinsam Ideen entwickeln und teilen, und vor allem können wir gemeinsame Entscheidungen treffen.“ erzählt er begeistert.
In den letzten Jahren hat der Joint Body von Bomarts bereits viele Projekte mit Hilfe der Fairtrade-Prämie umsetzen können. Wie etwa der Bau eines Bohrloches um ein Dorf mit Trinkwasser zu versorgen. Martin Blaser konnte dieses Projekt bei seinem Besuch auch besichtigten. „Die Informationen über Prämienprojekte in einem Inspektionsbericht zu lesen ist das Eine. Nun aber hier vor Ort zu stehen und mit eigenen Augen zu sehen, was für einen Impact solche Projekte wie dieser Brunnen haben, ist nochmals eine ganz andere Erfahrung. Unterwegs habe ich viele Leute beobachtet, die ihr Wasser direkt aus dem Fluss holen, eine braune, stinkende Brühe. Dank dem neuen Brunnen im Dorf hat die lokale Bevölkerung hier nun direkten Zugang zu sauberem Trinkwasser. Dies zeigt mir eindrücklich auf, dass von Fairtrade nicht nur einzelne Bauern, sondern eine ganze Gemeinschaft profitiert. Dies ist eine schöne Motivation für meine tägliche Arbeit “

Bilder

Waschen der Ananas nach der Ernte
Verladung der Ananaskisten in Container
Prämienprojekt Trinkwasserbrunnen