26.05.2010
Der Umsatz mit Fairtrade-zertifizierten Produkten in der Schweiz stieg 2009 um 2,6% auf CHF 271,9 Mio. International gelang der Durchbruch bei grossen Marken wie Starbucks, Ben&Jerry’s, Cadbury und Nestlé. Rund 44'000 Personen beteiligten sich zudem an der zweiten Aktion Fairtrade Breakfast zum internationalen Tag des fairen Handels.
Am Sonntag, 23. Mai 2010 ging die zweite Aktion Fairtrade Breakfast zu Ende. Rund 44'000 Menschen nahmen in der Schweiz an einem öffentlichen oder privaten Fairtrade-Frühstück teil. Highlights waren ein Flashmob in Zürich mit rund 150 Teilnehmenden, verschiedene lokale Frühstücksaktionen von claro-Läden und Vereinen sowie die Teilnahme von diversen Personalrestaurants. Die Aktion Fairtrade Breakfast wurde im Jahr 2009 von Max Havelaar in Zusammenarbeit mit claro und anderen Fairtrade-Pionieren lanciert und von zahlreichen NGOs und Handelspartnern unterstützt. Die Aktion Fairtrade Breakfast will weltweit das Bewusstsein für fairen Handel fördern. International beteiligten sich rund 110'000 Menschen an der Aktion.
Markantes Wachstum bei Fairtrade-Baumwolle und in der Gastronomie
Der Umsatz mit Fairtrade-zertifizierten Produkten im Detailhandel und in der Gastronomie stieg 2009 um 2,6% auf CHF 271,9 Mio. Wachstumstreiber waren die Textilien mit einer markanten Umsatzsteigerung von 67.2% sowie Ananas und Bio-Bananen. Bananen bleiben das bestverkaufte Fairtrade-Produkt; ihr Marktanteil liegt seit Jahren bei über 50%. Aufgrund der schlechten Wirtschaftslage mussten die Blumen einen leichten Umsatzrückgang hinnehmen, blieben aber das mit Abstand zweitgrösste Produkt. Der Absatz im Ausserhaus-Konsum nahm um 3,4% zu. Schlüsselakteure der Gastronomie haben ihr Fairtrade-Sortiment stark ausgebaut, so dass der nachhaltigen Beschaffung von Unternehmen und Restaurants nichts mehr im Wege steht. Coop, gefolgt von der Migros, sind die wichtigsten Absatzkanäle von Fairtrade-Produkten in der Schweiz.
Grosse internationale Marken entdecken Fairtrade
Weltweit wurden 2009 zertifizierte Fairtrade-Produkte im Wert von 3,4 Mia. Euro verkauft, was einer Zunahme von 15% entspricht. Dank den verstärkten internationalen Strukturen im Fairtrade-Verbund gelang es erstmals, grosse international tätige Unternehmen für Fairtrade zu gewinnen. Cadbury und Nestlé lancierten in England und Irland je ein Flagschiff-Produkt mit dem Fairtrade-Label, Starbucks stellte im gesamten europäischen Markt sein wichtigstes Kaffeegetränk Starbucks Espresso Roast um und bis 2011 wird weltweit jedes Ben&Jerry’s-Eis das Fairtrade-Label tragen. Dazu Martin Rohner, Geschäftsleiter Max Havelaar: «Über die Zusammenarbeit mit grossen globalen Handelspartnern können wir die Wirkung von Fairtrade im Süden deutlich steigern. In enger Zusammenarbeit mit unseren Handelspartnern werden wir weitere Produzentenorganisationen ins System bringen und so die Fairtrade-Quantitäten laufend erhöhen.»
Wachsende Armut bei den Produzenten
Die Wirtschaftskrise hat die Situation der Kleinbauern in Entwicklungsländern noch verschärft. Fairtrade stärkt die Produzenten über bessere Handelsbedingungen und unterstützt sie in einer nachhaltigen, umweltschonenden Produktion. Produzenten, die Fairtrade-zertifizierte Waren in die Schweiz verkauften, erzielten damit 2009 Einnahmen von CHF 62,7 Mio. Dieser Betrag ist rund 17% höher als im konventionellen Handel. Das Prämienvolumen von CHF 4,9 Mio. wurde von den Produzentinnen und Produzenten in Projekte wie Ausbildung, medizinische Versorgung und Verbesserung der Infrastruktur investiert.
Label STEP trotzt der Wirtschaftskrise
Das Teppichlabel STEP, das seit drei Jahren zur Max Havelaar-Stiftung gehört, konnte trotz der angespannten Wirtschaftslage in den verschiedenen europäischen Märkten das Niveau halten. In der Schweiz wurden 5% mehr Teppiche mit dem STEP-Label verkauft. Diese Woche präsentierte Label STEP Michael von der Heide, Sänger und Schweizer Teilnehmer am diesjährigen Eurovision Song Contest 2010, als Botschafter für den fairen Teppichhandel.
Weitere Informationen:
Medienstelle Max Havelaar: Regula Weber Tel: 044 278 99 05/06 oder r.weber@maxhavelaar.ch
Medienstelle Label STEP: Reto Aschwanden, Tel: 061 273 41 93, reto.aschwanden@label-step.org
Bildmaterial unter: http://www.maxhavelaar.ch/de/medien-info/pressebilder/22/
Max Havelaar und Label STEP: Zwei Label im Zeichen des fairen Handels
Die Max Havelaar-Stiftung (Schweiz) wurde 1992 von den sechs Hilfswerken Brot für alle, Caritas, Fastenopfer, HEKS, Helvetas und Swissaid gegründet. Die Max Havelaar-Stiftung fördert als Label-organisation den Konsum von zertifizierten Fairtrade-Produkten, betreibt aber selbst keinen Handel. Sie vergibt in der Schweiz das Max Havelaar-Gütesiegel an Produkte, die fair gehandelt sowie nach strengen sozialen und ökologischen Kriterien produziert wurden. Über 700 Artikel tragen heute das Max Havelaar-Label. Das Firmenlabel Label STEP wurde 1995 gegründet. Label STEP fördert den Absatz von fair gehandelten und produzierten handgeknüpften Teppichen in der Schweiz, in Österreich, Frankreich, Deutschland und neu in Griechenland. 2007 wurde Label STEP in die Max Havelaar-Stiftung integriert.
Jahresbericht 2009 (PDF, 470 KB)
Interview Pascale Bruderer (PDF, 43 KB)
Factsheet Max Havelaar (PDF, 230 KB)