15.05.2008
Erstmals seit zwei Jahren sind die Verkäufe von Max Havelaar-zertifizierten Waren in der Schweiz wieder zweistellig gestiegen auf einen Umsatz von CHF 259,7 Millionen. Der internationale Fairtrade-Markt steigerte sich um 47% auf einen Umsatz von 2,4 Mia. Euro. Im Vergleich zum Gesamtmarkt bildet Fairtrade nach wie vor eine Nische.
Produkte mit Max Havelaar-Gütesiegel konnten 2007 kräftig zulegen. Der Umsatz mit Max Havelaar-zertifizierten Produkten in Detailhandel und Gastronomie stieg um 16% auf CHF 259,7 Mio. Faktoren wie die gute Konjunktur und der anhaltende Nachhaltigkeitstrend haben dieses Wachstum begünstigt. Hauptverantwortlich aber waren neue Handelspartnerschaften, insbesondere beim Fruchtsaft, das gute Ergebnis in den etablierten Detailhandelskanälen sowie der steigende Absatz in der Gastronomie.
Mehreinnahmen im Süden
Produzenten, die Max Havelaar-zertifizierte Waren in die Schweiz verkauften, erzielten damit 2007 Einnahmen von CHF 55.1 Mio. Dieser Betrag ist rund 18% höher als er im konventionellen Handel gewesen wäre. Das Prämienvolumen von CHF 5.5 Mio. wurde von den Produzentinnen und Produzenten in Projekte wie Ausbildung, medizinische Versorgung und Verbesserung der Infrastruktur investiert.
Grosses Potenzial bei Grossverbrauchern
Die Max Havelaar-Stiftung will ihr Produktsortiment auf neue Kanäle ausweiten und sieht neben der Weiterentwicklung im Detailhandel grosses Potenzial in der Personalgastronomie und öffentlichen Beschaffung. Leider ist bisher die Resonanz geringer, als man es aufgrund der öffentlichen Kommunikation über das Nachhaltigkeitsengagement von Grossunternehmen erwarten dürfte. Auch öffentliche Institutionen nehmen die Gelegenheit noch wenig wahr, bei Fairtrade eine Vorbildrolle einzunehmen. Martin Rohner, Geschäftsleiter der Stiftung, wünscht sich hier ein grösseres Engagement von Firmen, Verwaltungen und Einzelpersonen: "Fairtrade soll so selbstverständlich werden wie das Sammeln von Altpapier. Die Arbeits- und Lebens-bedingungen von Bauern und Arbeiterinnen in armen Ländern gehen uns alle etwas an."
Integration von Label STEP
Seit anfangs 2007 bildet das Firmenlabel Label STEP eine Geschäftseinheit der Max Havelaar-Stiftung. Label STEP setzt sich für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen in der Produktion handgefertigter Teppiche ein und ist neben der Schweiz auch in Österreich, Frankreich und neu auch in Deutschland tätig. Mit dem Zusammenschluss der beiden Stiftungen wurde Label STEP organisatorisch gestärkt.
Fairer Handel im Kontext hoher Rohstoffpreise
Bei vielen Agrarrohstoffen wie z.B. Orangensaftkonzentrat, Kaffee, Kakao und Reis lagen die Weltmarktpreise weit über den vom fairen Handel (FLO) definierten Fairtrade-Mindestpreisen. Trotz der hohen Rohstoffpreise hat der faire Handel nichts von seiner Relevanz eingebüsst. In einem jüngst in Paris vorgelegten Bericht fordert der Weltagrarrat, dass die kleinbäuerliche Landwirtschaft in den Südländern verstärkt gefördert werden muss. Dazu Martin Rohner, Geschäftsleiter der Max Havelaar-Stiftung: "Mit dem Kauf von Fairtrade-zertifizierten Produkten leisten Konsumentinnen und Konsumenten einen Beitrag zur langfristigen Sicherung der Ernährung in armen Ländern."
Weitere Informationen:
Medienstelle Max Havelaar: Regula Weber, Vesna Stimac, Tel: 044 278 99 05/06 oder r.weber@maxhavelaar.ch resp. v.stimac@maxhavelaar.ch
Medienstelle Label STEP: Reto Aschwanden, Tel: 061 273 41 93, reto.aschwanden@label-step.org
Max Havelaar und Label STEP: Zwei Label im Zeichen des fairen Handels
Die Max Havelaar-Stiftung (Schweiz) wurde 1992 von den sechs Hilfswerken Brot für alle, Caritas, Fastenopfer, HEKS, Helvetas und Swissaid gegründet. Die Max Havelaar-Stiftung fördert als Labelorganisation den Konsum von zertifizierten Fairtrade-Produkten, betreibt aber selbst keinen Handel. Sie vergibt in der Schweiz das Max Havelaar-Gütesiegel an Produkte, die fair gehandelt sowie nach strengen sozialen und ökologischen Kriterien produziert wurden. Das Firmenlabel Label STEP wurde 1995 von der Stiftung STEP ins Leben gerufen. Label STEP fördert den Absatz von fair gehandelten und produzierten handgeknüpften Teppichen in der Schweiz, in Österreich, Frankreich und Deutschland. 2007 wurde Label STEP in die Max Havelaar-Stiftung integriert.
Jahresbericht 2007 (PDF, 1.94 MB)
Medienmitteilung (PDF, 38 KB)